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Der Cognac – das edle Produkt aus dem Herzen Frankreichs

INHALT:
  1. Worum es geht
  2. Definition
  3. Geschichte
  4. Herstellung
  5. Die Häuser
  6. Abschließende Daten und Fakten
  7. Weiterführendes/Literatur

1. Worum es geht:

Wer jemals in einem schönen Sommer durch Frankreich gereist ist, kennt es: In einer erlesenen Domaine, tief im Herzen des Landes, liegt die Champagne; jener Ort, an dem eines der großartigsten Produkte Frankreichs hergestellt und in die ganze Welt exportiert wird: Der Cognac. Die Landschaft ist von schönen wellenartigen Hügeln umgeben, auf dem kilometerweit riesige Weinstöcke wachsen und reifen. An heißen Sommertagen kann man mit bloßem Auge sehen, wie die Luft erhizt, den Horizont zum glühen bringt. An jenem Ort , mitten in der Charente, wird der Branntwein geboren und reift über teilweise Jahrzenhte zum edlen Endprodukt, dem Cognac, heran. Wagen wir uns nun aber auf eine Reise durch die Geschichte des Cognacs. Auf eine Reise durch seine Welt, sein Erleben und seinen Erfolgen.

2. Definition:

Der Cognac (auch Weinbrand genannt - Konjak gesprochen), ist ein, aus der, im Südwesten Frankreichs gelegenen, Region Cognac, aus Weißweinen hergestellter alkoholischer Weinbrand. Der Name Cognac ist geschützt. Damit will man die Herkunftsbezeichnung und die Qualität des Herkunftsgebietes wahren und  schützen. Seit 1920 ist es aus Warenschutzgründen in Deutschland nicht gestattet den Begriff Cognac für eigene Produkte zu verwenden. Daher ist auch der Begriff Weinbrand eher geläufig, was dem Geschmack des deutschen Produktes nicht unbedingt abtut. In Georgien z.B. ist der Cognac eher als Schnaps bekannt, in einigen Teilen Afrikas kennt man ihn als Konyagi. Eine weltbekannte Spirituose, wie man liest.

3. Geschichte:

Die Geburtsstunde des modernen Cognacs begann sehr früh. Schon im 3. Jahrhundert n. Chr. räumte der, zu der Zeit herrschende, römische Kaiser Probus allen Galliern das Recht ein, Wein herzustellen. Bis ins 12. Jahrhundert hinein sind kaum nennenswerte Überlieferungen bekannt. Erst dann kam es, auf Verheiß Wilhelms X., Herzog von Guyenne und Graf von Poitiers, dass ein neues großes Weinbaugebiet in der Provinz Poitou angelegt wurde. Im 13. Jahrhundert wurden die nach England, Holland und Skandinavien exportierten Weine jenes Anbaugebietes sehr schnell sehr beliebt. Holländische Schiffe, die an der Küste Salz luden, nahmen auch die in Poitou hergestellten Weinprodukte mit. Dieser Handel förderte im Charente-Gebiet schon in dieser Zeit ein sehr weltoffenes, export- und gewinnorientiertes Bewusstsein. Die Weinberge breiteten sich ins Innere des Landes auf weitere Provinzen  aus. Die Stadt Cognac, eigentlich eher seit dem 11. Jahrhundert aufgrund ihrer Salzlager bekannt, gewann durch den Handel mit den Weinen  zusätzlich an Bedeutung und wuchs zu größerem Reichtum heran. Es entwickelte sich eine Weinmetropole, die für Kenner in Zukunft kaum Wünsche offen lassen wird.
Im 16. Jahrhundert kamen holländische Handelsschiffe nun bis nach Cognac und in die charentaiser Häfen, um die berühmten Weine "Champagne" und "Borderies" zu laden. Die Weinberge dieser Provinzen waren so beliebt, dass es, auch aufgrund nachlassender Qualität in der Herstellung, zu Absatzschwierigkeiten auf den Märkten kam. Es trat ein Problem auf: Aufgrund ihres geringen Alkoholgehalts litten die Weine unter den langen Reisen auf hoher See. Gerade in dieser Zeit verwendeten die holländischen Händler den Wein als Rohstoff in neuen eigenen Brennereien. Sie verarbeiteten ihn zum sogenannten "Brandwijn", "gebrannten Wein (heute Cognac)", was später das englische Wort "Brandy" ergeben sollte. In der Absicht, den anfänglichen Wein wieder herzustellen, tranken Sie den Branntwein (Cognac) u.a. mit Wasser verdünnt. 
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam die doppelte Destillation in der Region auf. Es entstand dabei ein Branntwein, der dank seiner höheren Alkoholkonzentration billiger und leichter zu transportieren war als andere bekannte Weine. Die Entwicklung des Cognacs nahm spezielle Formen an. Die Holländer zeigten sich reichlich erfinderisch, was die Herstellung anging: Nach und nach wurden die ersten aufgestellten Brennblasen verändert. 
Allerdings beherrschten die Franzosen die Kunst des Destillierens und verbesserten die Technik mit der Einführung der "doppelten Destillation". Und sie nutzten ein Geheimnis: Als der in Eichenfässer aus dem Limousin gefüllte  Cognac einmal länger lagerte, bevor er auf die Schiffe verladen wurde, stellte man eine deutliche Verfeinerung des Geschmackes fest. Manchmal hat es auch etwas Gutes, wenn man vergesslich ist. Der  Cognac ließ sich damit sogar pur genießen.
Um die Jahrhundertwende, d.h. vom 17. zum 18. Jahrhundert hin, begann die spezielle Organisation des Marktes, der sich mit solchen Destilaten enger beschäftigte. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurden in den bedeutenden Städten der Region, hauptsächlich von englischen Händlern, Kontore gegründet; diese sollten zur Zwischenlagerung bezüglich des Weitertransportes dienen. 
Die Händler kauften fertige Branntweine (Cognac) an und nahmen regelmäßige Beziehungen mit Käufern in den Niederlanden und Nordeuropa -  später auch in Amerika und im Fernen Osten - auf. Der Cognac wurde zum Globetrotter und erkundete über die Meere die Welt!
Mitte des 19. Jahrhunderts gingen viele neugegründete Handelshäuser dazu über, den Cognac nicht mehr in Fässern, sondern abgefüllt in Flaschen zu verschicken. Auch hier verhalf der Cognac neuen Künsten auf die Beine: Der Glasblaserei und der Korkenherstellung.
Das Weinbaugebiet erstreckte sich zu dieser Zeit über fast riesige 280.000 ha. Ein Problem kam auf, das die Weinbauindustrie vor ungeahnte Schwierigkeiten stellte: Um 1875 fiel plötzlich die Reblaus ein. Sie zerstörte den größten Teil der Weinberge, die im Jahr 1893 lediglich noch 40.000 ha ausmachten. Ein deutlicher Rückfall! 
Um der Katastrophe entgegen zu wirken, wurde 1888 ein Verband gegründet, der vier Jahre später zur Weinbaustation wurde. Es bedurfte langer Anstrengungen und Geduld bis zur wirtschaftlichen Wiederbelebung der für ihren Cognac bekannten Region. Die Neupflanzung der Weinberge ging sehr langsam voran. Sie erfolgte kamen allerdings mit "amerikanischer Hilfe" zurück: Amerikanische Propfreben, die gegen die Reblaus resistent waren! Die durch die Veredelung geschwächten traditionellen Rebsorten (u.a. Colombard, Folle Blanche) wurden nach und nach durch die resistentere Sorte Ugni Blanc ersetzt, die heute für mehr als 90 % der Cognac-Produktion verwendet wird.
Am 1. Mai 1909 wurde das Produktionsgebiet erstmalig geografisch abgegrenzt. Nach Ende des ersten Weltkrieges und dem damit aufgesetzten Vertrag von Versaille, musste sich Deutschland darin verplichten, die Bezeichnung "Cognac" für die eigenen Produkte nicht mehr zu verwenden. Daher wird, seit der Unterzeichnung des Vertrages, deutscher Branntwein nicht Cognac, sonder als Weinbrand verkauft. 
Seit 1936 ist der Begriff Cognac als kontrollierte Ursprungsbezeichnung und Marke mit Wert anerkannt. Alle Phasen der Cognac-Herstellung unterliegen nun strengen Vorschriften! Man will nun speziell die hohe Qualität bewahren und den Bekanntheitsgrad erweitern. Nach den Rückschlägen war dies nun zum obersten Gebot ernannt worden. Schon nach kurzer Zeit wurde der Cognac in über 150 Länder weltweit exportiert.
Der Cognac, der auf vielerlei Art genossen werden kann, ist vom Fernen Osten über Europa bis hin zum amerikanischen Kontinent das Sinnbild für ein erstklassiges Produkt, ein Symbol für Frankreich und die ausgeglichene Lebensart des Landes. Als Luxusprodukt ist der Cognac den globalen wirtschaftspolitischen Gegebenheiten unterworfen. Daher wird er von den Cognac-Berufsständen mit äußerster Sorgfalt überwacht, damit seine Qualität, Besonderheit und Echtheit gegenüber der Konkurrenz unangefochten und speziell bleiben. Der Cognac aus Cognac eben!

4. Herstellung:

Grundlage der Cognac-Herstellung sind Trauben aus kontrollierten Anbau der Region Cognac. Aus diesen Trauben wird ein Wein mit etwa 8% an Alkohol hergestellt. Diese lange Tradition hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Beim Vorgang wird eine Brennblase (alambic charentais) verwendet, die max. 30 Hektoliter an Volumen fassen darf. Von diesen 30 Hektolitern werden aber nur max. 25 verwendet. Grund ist die Ausdehung des Stoffes während des Brennens. 
Das Geheimnis liegt in der doppelten Destillation, die durch die Franzosen eingeführt wurde und gegenüber den Holländern einen enormen Vorteil in der Herstellung brachte! Beim ersten Brennvorgang bleibt in der Flüssigkeit, dem sogenannten trüben Rohbrand, ein Alkoholwert von etwa 30%. Der zweite Brennvorgang macht aber den wahren Cognac aus: Danach bleibt ein Alkoholgehalt von mehr als 60% im Branntwein, ein klarer Feinbrand, der auch bonne chauffe genannt wird. Nach der Reifung, die durchaus mehrere Jahre an Zeit dauern kann, bleibt ein edler Alkoholwert von knapp 40% zurück. Diese machen den wahren Wert des guten und mundigen Cognacs aus! 
Ein weiteres Endprodukt ist das sogenannte „Lebenswasser“ (franz. Eau de vie). Dieses ist allerdings ungenießbar.
Durch den langen Reifenprozess und der Lagerung verbinden sich die Aromen des Weines und jenes des Holzes. Es wird nur original Holz aus der Region Cognac verwendet. Meistens ist es Eichenholz aus den Wäldern der Region. Diese liaison macht mitunter den größten Teil des großartigen Geschmackes aus. In den, aus dem Holz hergestellten Barrels, lagern bis zu 225 Litern Branntwein. Dabei verliert der Branntwein (Cognac) jedes Jahr ca. 1,5% an Alkohol. 
An den Kellerwänden, während der Lagerung, entsteht ein schwarzer Schimmel, der sich aufgrund der Dämpfe bildet. Je älter der Cognac wird, also je länger er lagert, umso dunkler werden die Spuren an den Wänden. Bei einigen Sorten ist es für die Herstellung üblich, dass etwa 3% an Zusatz mit dem Destillat vermischt wird. Hierbei wird häufig auf Zucker oder auch Karamell zurückgegriffen. Bei sehr gutem Cognac, d.h. bei tatsächlich besonderen Marken, wird auf solcherlei Zusatz aber verzichtet. Ein weiteres Geheimnis dieses großartigen Produktes! 
Es gibt sozusagen zwei Arten von Coganc: Der Jahrgangscognac, der während sehr guter Jahre entsteht und reifen kann und jenen Cognac, der mit Zusätzen oder anderen Cognacs verschnitten wird.

5. Die prominentesten Cognac Häuser:

ABK6
Was ist das Geheimnis des ABK6? Das haben sich schon sehr viele gefragt. Bei diesem edlen Cognac kommen viele Komponenten zusammen, die ihn tatsächlich so besonders machen. Angefangen beim Namen: Francis  Abécassis, der Gründer der Firma, nahm den Zufall zu Hilfe. Da seinen beiden Töchtern ihr Familienname zu lang war, kürzten sie diesen immer in ihrern Kurznachrichten mit "ABK6" ab. Diese Idee nahm sich der Firmenherr zu Hilfe und machte daraus seinen Firmennamen und taufte auch seinen Cognac so. Zugegeben, in einer so alt eingesessenen Gesellschaft, einen solchen Namen für sein Produkt zu benutzen ist provokant und äußerst mutig. Davon ließ er sich aber nicht beirren; denn sein Produkt spricht für sich!
Denn genau so ist es auch: Neu, erfrischend, innovativ und provokant! Alles in ein Erfolgsrezept vereinigt, das ebenso erfolgreich wie beliebt ist. Dazu aber gleich mehr.
Der ABK6 ist noch sehr jung: In der Mitte der 90ger Jahre des 20ten Jahrhunderts verschwanden viele Cognac-Hersteller vom Markt. Grund war eine Konsolidierung; aufgrund von Überkapazitäten konnten die hergestellten Produkte nicht mehr auf dem freien Markt verhauft werden.  Francis Abécassis kaufte nun die Domaine de chez Maillard und entwickelte gemeinsam mit einem der besten Teams ein Unternehmen, das anders als die alten Herren, neue Ideen verfolgte und sich auch sicher genug war diese in die Tat umzusetzen. Moderne Produkte, die mit einem fairen Preis kohärent waren, galt es nun ein neues Produkt zu schaffen, das wie ein edler Cognac schmeckt, aber mit der Präsenz des Innovativen glänzt. Es sollte ganz eigen sein und nicht an die Vergangenheit erinnern. Es sollte nur danach schmecken, wenn der Koster die Augen schließt und den Abgang schmeckt. Es sollte alleine dastehen, neu und stark: Der neue ABK6.
Das Besodere ist auch, dass der ABK6 komplett in der hauseigenen Domaine hergestellt wird. Alles unter einem Dach! Von der Lese und der Pflege der Trauben, bis hin zu Destillation und Lagerung passiert dies in den eigenen Gebäuden und Kellern. Viele der hergestellten Destillate werden auch wesentlich länger gelagert als andere Cognac-Sorten. So kann es schon passieren, dass der ABK6 lange 15 Jahre Zeit bekommt um zu reifen, statt der üblichen vier. Man will jederzeit eine großartige Qualität gewährleisten können. Nicht zuletzt auch wegen diesem Streben nach 'Perfektion, hat der "goldene" ABK6 auch zahlreiche internationale Cognac-Preise erhalten wie z.B.:
  • 2004: Gold-Medaille beim "Golden Alambic" in Caracas
  • Gold & Best in Class auf dem International Wine & Spirits Comptetition UK 2005
  • Gold auf der Spirits Challange London 2005
  • 2006: Gold-Medaille bei der Wines & Spirits Competition in China
  • 2006: Silber-Medaille bei der International Wines & Spirits Competition in London
  • 2006 - Gold - China Wine & Spirits Competition
  • Bronze auf der Spirits Challange London 2006
  • Gold auf dem China Wines & Spirits Competition 2006
  • 2007 - Gold - Saveurs Poitou-Charentes
  • 2008 - Gold & Best in Class - International Wine & Spirits Competition

Bowen Cognac

Der Bowen-Cognac stammt aus dem Hause Chabasse und gilt als kleiner Bruder der großen Marke. Interessant macht ihn allerdings seine Entstehungsgeschichte: Als Sprössling einer romantischen Beziehung trägt er den Namen einer jungen und dynamischen Frau: Elisabeth Bowen. Der damalige Haupterbe des Chabasse-Hauses, Olivier Chabasse, reiste viel durch die Welt um sein Produkt vorzustellen und neue Käufer zu finden. Dabei begegnete er an der ostindischen Küste der besagten Elisabeth, die dort ihre eigene Farm leitete. Angestachelt von ihrem Wesen und überweltigt von seinen Gefühlen, kreiierte er speziell für sie einen ganz besonderen Cognac: Den Bowen, der seither ihren Namen trägt.
Wesentlich an diesem Cognac ist der zart blumige und mit den besonderen Aromen der Iris und des Veilchens versehene Geschmack, der dem Kenner in der Nase schwebt. Allerdings wird für ihn auch eine besondere Mischung aus Trockenfrüchten und bestimmten Nüssen verwendet, sowie ein Hauch an Mandarine. Die genauen Inkredenzien sind selbstverständlich geheim! Diese speziellen Kombinationen machen den Bowen-Cognac so beliebt bei Interessenten und Genießern. Seine atemberaubende Entstehungsgeschichte tut ihr übriges dazu. Auch er wird in edlem Glas in die ganze Welt verschickt.

Camus Cognac

Das Haus Camus wurde Mitte des 19 Jahrhunderts, genauer 1863 von Jean Baptiste Camus, durch einen Zusammenschluß verschiedener Weingüter, direkt in der kleinen idyllischen Heimatstadt des Cognacs gegründet. Er gab dem Cognac-Herstellungs- Verkaufskonsortium den Namen "La Grande Marque". Diese Cognacfirma ist bis heute Eigentum der Nachfahren  des  Gründers. Camus' Spezialität waren Weine und Brände aus  Borderies, jener Anbauregion für Cognac, die damals schon bekannt war. Nach seinem Tod, im Jahre 1898, wurde die Firma in  "Camus - La Grande Marque" umbenannt. 
Grundlage  dieser waren die Marken-Cuvées sowie die Brände der Familie und deren  Weingüter mit eigener Destille: Zum einen im Chateau d`Uffaut und zum anderen in Bonneuil in der Grande Champagne auf dem Chateau du Plessis. Dort besitzt die Familie Weinberge von mehr als 125 Hektar. Allerdings deckt der reine Familienbesitz lediglich 8 bis 10 % des  Bedarfs. Daher  kauft der Herr des Hauses,  zusätzlich bei 250 Winzern  ca. 50 Jahre alte Destillate ein, um sein Produkt herzustellen. Auch testet er generell selber: Um sich nicht von der Farbe des Cognacs beirren zu lassen, kostet er aus einem blau eingefärbten Glas um Irritationen zu vermeiden und seine Konzentration auf das Aroma zu fokussieren. Zahlreiche Auszeichnungen beweisen regelmäßig die besondere Herangehensweise und die Qualität.
Cognacs aus dem Haus Camus waren und sind besondere Destillate. Sie verkörpern wie kaum ein anderes Produkt den Zeitgeist  des Cognacs. Das Cognac-Haus ist bis heute im Familienbesitz. Früher war der Export nur in  Königshäuser üblich, heute in die ganze Welt. Das edle Endprodukt verkauft natürlich das Haus als Duty-Free-Shop auch vor Ort. Heute gilt Camus als die fünftgrößte Cognacs-Herstellungs-Firma des Landes. Eine Reise dorthin lohnt sich also immer.

Chabasse

Saint- Jean-d Angely. Frankreich. Das Cognac-Haus Chabasse findet dort seinen Platz. Ein Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert unter Leitung von Rene-Luc Chabasse, der direkte Nachkomme des Gründungsvaters. Das alte Cognac-Haus Chabasse geht zurück auf seinen Gründungsvater Jean-Baptiste Chabasse. Dieser Mann hatte schon seit seiner Jugend eine Leidenschaft für die Herstellung eines der edelsten Produkte der Welt: Den Cognac. Diese lebte er auch unvermittelt aus. Er wollte jederzeit das edle seines Cogancs nach außen tragen. Viele Ideen gaben ihm den Anlass sehr kreativ zu werden. Aber erst die Einführung des Glases in den Cognac-Vertrieb brachte ihn dazu seine Ideen umzusetzen. Er kreierte eine bögenförmige Flasche, die so noch nirgens zu sehen war und brachte somit die Eleganz, Schönheit und Vollmundigkeit seines Produktes als Etikette nach außen. Der bekennende Kunstliebhaber hatte sich selbst übertroffen. Somit ist gerade diese Flasche, bis heute, ein Sinnbild für dieses Cognac-Haus und verzirrt nun den hervorragenden Cognac Chabasse XO. Das Vorzeigeprodukt des Hauses heute.
Die Produkte überzeugen aber nicht nur durch ihr wundervolles Äußeres. Durch die sehr früh gelesenen Trauben und das bekannte charentaiser Brennverfahren, die  zweifache Destilation, darf der heranreifende Cognac etwa 5 Jahre in den wichtigen Limousineichenfässern heranreifen, bis er in vielen verschiedenen Bränden näher an das Endprodukt hernageführt wird. Nach den Bränden kann es durchaus sein, dass er bis zu 50 Jahre der Reifung in den Kellern des Hauses benötigt und dort seinen letzten Schliff durch die große Erfahrung der Brennmeister erhält.
Seine goldene, mit bernstein verzierte, Farbe weist u.a. seine Größe aus. Mit verschiedenen Arromen vermengt, u.a. Vanille oder div. Früchten, wird der Cognac zart und fein für den Genießergaumen. Kenner trinken ihn gerne nach dem Essen als Apperitif, aber selbstverständlich ist er auch mit einer sehr guten Zigarre oder sogar mit einem leckeren Stück Schokolade zu genießen. Am ehesten eignet sich hier, man ist ja nunmehr "connoisseur" des Gaumens geworden, edle Vollmilchschkolade. Ein unvergleichliches Erlebnis.

Cognac Pierre Ferrand

Die Familie Ferrand hatte sich schon Anfang des 18. Jahrhunderts in der Champagne sesshaft gemacht um dort die günstigen Bedingungen des kalkhaltigen Bodens zum Anbau von Trauben zu nutzen. Diese lieferten die besten Aussichten um einen – heute – sehr beliebten Cognac herzustellen und zu verkaufen. 
Die Weine zur Herstellung des Cognacs aus dem Hause Ferrand stammen direkt aus dem Herzen der Grande Champagne; genauer: dem "Triangle d’or" (dem Goldenen Dreieck), mitten aus der Stadt Cognac in der Domaine Logis d'Angeac. Der kontrollierte Anbau (Appellation d’Origine Contrôlée) garantiert hervorragende Qualität.Viele der Brennmeister-Familien sind schon in der 5. Generation für das Cognac-Haus tätig. Oftmals werden durch die Überlieferung des Fachwissens innerhalb der Brennmeisterfamilien die Besonderheit und die Geheimnisse der Herstellung weiter gegeben. Generell werden Weine aus den Trauben Colombard  und Ugni Blanc  mit der Hefe „quotsur lie" verwendet. Hefe- und Traubenreste verbleiben im Wein. Aus den Hefe- und Traubenresten wird so der kostbare Cognac gewonnen. Dieser lagert dann in großen 380 l Fässern aus der traditionellen Limousin-Eiche. 
Der Cognac wird hier in der althergebrachten Weise bis in die heutige Zeit destilliert: In Logis d’Angeac wird der Cognac des Hauses in kleinen Destillierkolben (sogenannten Alambic)  mit einer Kapazität von 25 Hektolitern verarbeitet. Dies ist extrem förderlich für die Konzentration der Aromastoffe. Die Form des Brennapparates aus Kupfer gleicht einer übergroßen Zwiebel  und garantiert dadurch ein Maximum an Weinaromen. Der Wein für den Pierre Ferrand-Cognac wir nach einem Monat Lese hergestellt. Die Destillation, die nach der alten Charentaiser Methode um Wein herzustellen abläuft, hat folgendes Prinzip: Es wird zwei mal destilliert! Bei der ersten Destillation "chauffe" entsteht der "brouillis" ein ungenießbares Destillat mit einem Alkoholgehalt von mehr als 28 % vol. Nachdem ein zweites Mal gebrannt wurde, entsteht aus dem minderwertigen Destillat das "bonne chauffe",  eine hochwertige Flüssigkeit, bei der der Brennmeister sein ganzes Wissen  aufbringen muss um der  Flüssigkeit den richtigen Weg zu weisen: Der Vorlauf (Tête) und der Nachlauf (Queue)  werden direkt von ihm beobachtet und weiter verarbeitet. Manche Alkohole weisen nicht erwünschte Unreinheiten auf. Im Mittellauf (Coeur) entsteht dann der Branntwein  mit seinem Alkoholgehalt von bis zu 70 % vol. Dieser bekommt dann seine verdiente Ruhephase und reift in seinen Fässern zum Cognac heran.
Der zur Verfügung stehende "Anteil der Engel" reicht nicht aus um den Cognac mit einem 40 % vol. herzustellen. Beim Konsum des Cognacs ist selbstverständlich ein bestimmter Alkoholgehalt sehr wichtig, daher die Reduktion. Diese wird vom Brennmeister durch Zugabe von Wasser in die Wege geleitet. In Logis d’Angeac wird der Vorgang bei Mengen von bis zu 2 bis 3 % eines Fassvolumens durchgeführt. Dies soll verhindern, dass der edle Cognac "eine Art Schock bekommt" und dadurch viel von seinem Geschmack, seinem  Aroma und seiner unvergleichlichen Eleganz einbüßt. 
Seine oftmals 20 Jahre der Reifung schmeckt man ihm kaum ab; dafür aber seinen eleganten Nachgeschmack, der dem Kenner ganze 3 bis 4 Minuten im Gaumen bleibt. Kenner schätzen seinen Abgang auf unglaubliche 12 Minuten.

Frapin Cognac

Nichts wehrt ewig, aber Traditionen bleiben bestehen! Mit dem Segen des Sonnenkönigs, Ludwig XIV, stellt das Cognac-Haus Frapin seit 1210, wie selbstverständlich, seinen hauseigenen Cognac aus Trauben – ausschließlich - des eigenen Anbaus her. Pierre Frapin galt zu der Zeit als großer Landbesitzer in der Champagne und konnte sich, als einer der wenigen Weinbauern, von der Abhängigkeit des Handels lösen. Das Produkt des Frapin-Hauses bleibt nach der ersten Verarbeitung für knapp 2,5 Jahre in neuen Fässern, bis es dann im zweiten Durchgang, nach alter Tradition in ältere Fässer, zur Reifung und zur Aromagewinnung, gefüllt wird. 
Mit viel Verstand, Erfahrung und Sorgfalt entsteht so einer der beliebtesten Cognacs. Im Vergleich zu anderen Häusern lässt sich hier deutlich der erlesene, ja fast andere, Geschmack herausfiltern. Eines der Geheimnisse: Der Frapin-Cognac reift im zweiten Gang nicht, wie eigentlich üblich, über acht Jahre, sondern lediglich über vier. In der Zeit kann sich das Destillat mit den Aromen des Eichenholzes besser verbinden, sodass sich der Geschmack am Ende tatsächlich fühlen lassen kann. Ein besonderes Resultat, ein sehr veredelter Cognac und ein ganz besonderes Produkt, das von Ost nach West, im Norden und im Süden gerne genossen wird.

Hennessy Cognac

Weitere Informationen zum Hennessy Cognac aus Frankreich finden Sie auf der Herstellerseite: Hennessy Cognac

Hine Cognac

Ein Engländer, der England verließ um in Frankreich sein Glück zu versuchen ist der Urvater jener besonderen Marke: Thomas Hine. Mitte des 18. Jahrhunderst wurde er Teilhaber einer Firma, die er später übernehmen sollte; als er das tat, machte er seine Söhne zu Partnern. 
Das Emblem des Hauses ist mitunter eines der stärksten und bekanntesten weltweit. Das königliche Symbol eines liegenden Hirsches, das jede Flasche verziert. 1993 feierte das Haus seinen 230-jährigen Geburtstag und blickte damit auf eine lange zwei Jahrhunderte alte Tradition der Cognac-Herstellung zurück. Hine gewinnt ausschließlich sein „Lebenswasser“ in der Champagne, sowohl in der Grande- als auch in der Petite Champagne. Den wohl erlesensten Orten Frankreichs um Weinberge anzubauen und Wein zu gewinnen. Der Wein sollte ca. 8% Prozent Alkohol aufweisen, damit verhindert wird, dass er zu weich und zu trocken wird. Die einzelnen Stufen der Herstellung: Gärung des Weines, Destillation und Lagerung, Vermählung (Assemblage), erfolgen noch heute, durch die beiden Vetter und Nachkommen von Hine, Bernard und Jacques Hine, nach der bekannten Tradition. Anschließend wird des fertige Cognac-Produkt in schöne Flaschen, mit der weltweit bekannten Verzierung des königlichen liegenden Hirsches, umgefüllt und in über 150 Länder der Erde exportiert.

Landy Cognac

Der Windhund als Markenzeichen. Dieser steht für Werte wie Eleganz und Treue, Erlesenheit und Perfektion. Dies ist das Zeichen und die Referenz des Hauses Landy. Der Landy, "The new genereation cognac", der nach der alten Charentaiser Methode destillirt wird, verbringt danach Jahre der Reifung in Fässern, bevor er dann mit anderen Cognacs "assemblagiert" wird. 
Die Grundweine aus den verschiedenen Gebieten der Champagne werden jedes Jahr getrennt zu Wein verarbeitet. Diese müssen dann eine bestimmte Zeit ruhen. 
Die Destillation verläuft traditionell. Wesentlich ist hier aber der Alterungsprozess und die Vermählung (ASSEMBLAGE). Der  edle Landy-Cognac reift in Holzfässern der Limousin-Eiche mit einem traditionellen Fassvolumen von 380 Litern heran. Das Eau de vie wird nach einiger Zeit in ältere Fässer ("fûts roux") umgefüllt um den Tanningehalt des  Cognacs mit den perfekten Bedingungen der Holzaromen zu vereinen. Der Landy-Cognac altert nun in jenen Fässern in feuchten Kellern und Erdböden, die einen wesentlichen Einfluss auf den Alterungsprozess ausüben. Dabei spielt natürlich die Raumtemperatur und die Feuchtigkeit der Wände sowie das Dach eine bedeutende Rolle um die Entwicklung, die Komplexität und die Geschmeidigkeit  des "Lebenswassers" mit den Aromen des Cognacs, der Luft und des Holzes zu "vermählen". Im Verlauf des wichtigen Alterungsprozesses passiert die Verdunstung der Alkoholdämpfe mit "dem Anteil der Engel". Dieses Phänomen ist völlig natürlich. Der  Alkohol im Cognac wird nun von den Brennmeistern mit Wasser verdünnt. Dieser Vorgang dient als Schutz, denn nun muss der Cognac 1 bis 3 Jahre ruhen, bis er dann seinen Alkoholgehalt von 40 % Vol. erreicht hat. Wesentlich ist hier die Einschätzung des Kellermeisters, der den  Reifegrad des Cognacs überprüft. Dabei hilft ihm der zuvor bereits erwähnte Prozess des Vermählens (Assemblage). 
Das Alter macht  den charakterstarken Cognac des Hauses besonders, sodass er in den Stil der Produktpalette von Landy passt. 
Das besondere Augenmerk dieser Marke liegt natürlich auf der Flasche und deren kunstvollen Etuis, deren Aufmachung von französischen Designern entwickelt wird. Immer mit dem Windhund als Emblem, sind die Etuis in eben der selben goldenen Farbe wie der Cognac gehalten. Die Flasche ist rund und nur unten wegen der Standfestigkeit abgeflacht. Ein Zirkel, der um die Welt geht.

6. Abschließende Daten und Fakten:

Im Jahre 2006 lagen die Importwerte für Cognac nach Deutschland bei etwa 8,5 Mio. Fl. Das war Platz 4 der Weltrangliste. Insgesamt werden weltweit ca. 151,8 Mio. Fl. Cognac exportiert; alleine 52,5 Mio. Fl. In die USA. Die Briten und die Handelskonzerne in Singapur treffen sich auf Platz 2 und 3. Im Jahr 2000 stieg der Cognac-Absatz  um knappe 30 Prozent-Punkte zusätzlich, in Deutschland aber nur um 19,7 %. Der deutsche Weltmarktvolumen für Cognac liegt derzeit bei ca. 5,6 %.

7. Weiterführendes/Literatur: 

Deutsche Literatur:
BEHRENDT, B. Und A.: Cognac. Der Guide für Kenner und Geniesser, Heyne Verlag, München: 3. Auflage, 1999 
BOURDAUDUCQ, J.:  Cognac - Wissenswertes für Genießer. Enzyklopädie für den Verbraucher. Courvoisier Nathan International, 1984
DOHM, H. (Hg. Von WODARZ, H.-P.): Cognac. ECON Taschenbuch Verlag, Düsseldorf, 1990
FAITH, N.: Cognac und Weinbrand - Über 400 Produzenten aus aller Welt. Hallwag-Verlag, Bern 1988
HARTMANN, G.: Cognac, Armagnac, Weinbrand. Carl Knoppke Grüner Verlag, Deutschland. Berlin: 1955
KELLERMANN, D.:  Cognac ...oder von der Seele einer Landschaft. Econ-Verlag, Düsseldorf - Wien, 1968
LECHTHALER, E. Und PROST, H.-U.: Die grosse Welt der Spirituosen - Kleiner Führer für Geniesser. Augustus Verlag, Deutschland: 1998
PACZENSKY, G.v. Und SCHMIDT J.D.: Cognac, Hädecke-Verlag, Weil der Stadt: 4. Auflage 1995.
Angelsächsische und französische Literatur:
FAITH, N.: Cognac. London: 2004
FAITH, N.: The Simon and Schuster Pocket Guide to Cognac and Other Brandies. London: 1987
GREGORY, C. R.: The Cognac Companion. England: September 2002
PARVULESCO, C.:  Le Cognac.  Frankreich: Verlag Flammarion, 2002
SPENCER, H. Und MAYER, F.: Cognac Country - The Hennessy Book of a People and their Spirit.  London: 1983