Distilled Gin: Spielraum für Moderne
Während der „Dry Gin“ ebenfalls ohne nennenswerte Süßung auskommt, erlaubt die Kategorie des „Distilled Gin“, dass bestimmte Aromen auch nach dem Brennvorgang hinzugefügt werden dürfen. Dies gibt den Brennereien mehr kreative Freiheit, um beispielsweise sehr flüchtige, fruchtige Nuancen präziser herauszuarbeiten.
- Charakter: Vielseitig und oft komplexer in der Aromatik als ein strenger London Dry.
- Empfehlung: Ein hervorragender Allrounder für anspruchsvolle Cocktails.
Sloe Gin: Die fruchtige Likör-Variante
Technisch gesehen ist der Sloe Gin kein reiner Gin, sondern ein Likör auf Gin-Basis. Hierbei werden Schlehenfrüchte (Sloes) und Zucker in den Geist eingelegt (mazeriert). Das Ergebnis ist ein rötliches, deutlich süßeres Getränk mit einem geringeren Alkoholgehalt (für Gin) als bei klassischen Destillaten.
- Charakter: Süßlich, herb-fruchtig und deutlich weniger wacholder lastig.
- Empfehlung: Perfekt als Digestif oder für sommerliche Spritz-Varianten.
New Western Dry Gin: Die moderne Revolution
In dieser relativ jungen Kategorie rückt der Wacholder bewusst in den Hintergrund. Stattdessen übernehmen andere Botanicals die Hauptrolle. Von Lavendel und Zitrusnoten bis hin zu ungewöhnlichen Zutaten wie Gurke oder exotischen Gewürzen. Es sind moderne Kreationen, die das Spektrum der Spirituosen neu definieren.
- Charakter: Floral, exotisch oder würzig, wobei die Wacholder Note nur noch dezent mitschwingt.
- Empfehlung: Ideal für Einsteiger und Entdecker, denen klassischer Gin zu „tannig“ schmeckt.