Longmorn

Darf es ein Scotch Whisky sein, der in vielerlei Hinsicht das goldene Mittelmaß hält und den man am besten als Klasse für sich betrachtet? Dann empfehlen wir wärmstens den Longmorn Whisky aus der Speyside, der zwar hierzulande (noch) nicht vielen ein Begriff ist, aber im Grunde reichlich Aufmerksamkeit verdient hat. Kennzeichnend für die Longmorn Distillery in Elgin ist, dass sie bei der Qualität keinerlei Kompromisse eingeht. Sie ist weder ein sehr kleiner noch ein sehr großer und weder ein sehr junger noch ein sehr alter Hersteller von Single Malt, und gerade deshalb interessant.
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Empfehlenswerter Longmorn Whisky aus der Speyside in Schottland

Im 7. Jahrhundert wurde in Elgin eine Kirche errichtet. Der Name Lann Marnoch hierfür und für die Region wurde im Laufe der Zeit anglisiert und in Longmorn umgewandelt. Im Jahre 1893, viel später, begann dort die Firma John Duff and Company mit der Konstruktion einer Brennerei. Dasselbe Unternehmen hatte zuvor bereits die Glenlossie Distillery gegründet. Ein Jahr später war die Konstruktion abgeschlossen und man nahm die Produktion von Scotch auf. Die Longmorn Distillery ist offiziell seit 1897 unter diesem Namen aktiv und blickt somit auf über ein Jahrhundert an Geschichte zurück. Auf dem benachbarten Land errichtete der Firmengründer die Destillerie Longmorn Number 2 und benannte sie dann in BenRiach um. Sie ist noch heute unter jenem Namen aktiv.

Die Brennerei Longmorn wechselte mehrfach ihren Besitzer und wurde u. a. von James R. Grant geleitet. Schrittweise erhöhte man die Anzahl der Brennapparate auf acht, und inzwischen liegt die jährliche Kapazität bei rund 3,5 bis 4,4 Millionen Litern. Die Burnside-Quellen liefern das Wasser für die Destillerie am See, die nach wie vor ein wenig im Schatten ihres Nachbarn BenRiach steht. Erst ging der Betrieb an Seagram über, dann wurde jene Firma ihrerseits von Pernod Ricard übernommen. Jener Konzern aus Frankreich hat seitdem die Leitung über den Longmorn Whisky aus Speyside. Der Malt Whisky der Destillerie wird gern für die Blends von bekannten Marken wie Chivas Regal verwendet, da er als hochwertig gilt. Eigene Abfüllungen an Single Malt gibt es zwar, aber das Sortiment hält sich in Grenzen.

Mehr Informationen zum Longmorn Single Malt Scotch Whisky

Ab 2011 (nach der Übernahme durch Pernod Ricard) änderte sich für die Brennerei einiges zum Guten und man versuchte, mit neuen Abfüllungen mehr Genießer auf die Marke aufmerksam zu machen. 2004 kam ein 17 Jahre alter Scotch in Fassstärke auf den Markt und der Cask Strength Whisky wusste Kenner in der Tat zu überzeugen. 2007 löste man den Single Malt mit einem Reifegrad von 16 Jahren durch einen 15-jährigen Longmorn Whisky ab, der zu den aktuellen Aushängeschildern gehört. Der Longmorn Distillers Choice Speyside Whisky ist ein toller Anhaltspunkt, wenn man den Stil der Destillerie kennenlernen will. Dieser spezielle Single Malt lagerte in drei Fasstypen (Hogsheads, Bourbonfässer, Oloroso-Sherryfässer) und hat daher viel zu bieten. Fruchtige und süße Noten sowie unglaublich viel Charme verleihen dem Scotch das Zeug zum Klassiker. Ebenfalls ans Herz legen können wir den nicht mehr produzierten Longmorn 16 Jahre Speyside Whisky mit Sammelwert, der überraschend würzig und floral erscheint.