Rum-Länder-Brasilien

Allgemeines zum Rum-Land Brasilien

Brasilien liegt in Südamerika und ist der fünftgrößte Staat der Welt, sowohl bevölkerungs- als auch flächenmäßig. Dort leben über 200 Millionen Menschen, welche portugiesisch als Landessprache haben. Die Hauptstadt ist Brasilia, in der etwa 2,6 Millionen Menschen wohnen. Das Land erstreckt sich über 8,5 Millionen km, womit es 47,3 % von Südamerika einnimmt, welche sich in zwei Zeitzonen einteilen. Außer an Chile und Ecuador grenzt das Land an jeden Staat in Südamerika und hat die drittlängste Landesgrenze der Welt. In Brasilien gibt es ungefähr 1.500.000 Menschen, die Deutsch als ihre Muttersprache zählen, womit sie im Land die Zweithäufigste ist.

Geschichte von Brasilien

Die Anfänge von Brasilien liegen weit über Tausende von Jahren zurück; es wurden Funde vor über 1100 Jahren datiert. So wurde bekannt, dass die ersten Spuren auf die Paläo-Indianer zurückzuführen sind, welche dort lebten. Südamerika wurde nach der Entdeckung durch Christopher Columbus im 15. Jahrhundert von Spanien und Portugal aufgeteilt, das in einem Vertrag festgehalten wurde. In dieser Zeit erreichte eine Vielzahl an Einwanderern das Land, teilweise freiwillig, teilweise gezwungen als Sklaven. Nach mehr als 300 Jahren, in denen die Kolonie bestand, wurde Brasilien 1822 unabhängig. Gefolgt von einer konstitutionellen Monarchie, die 1889 beendet wurde, wurde Brasilien von den Vereinigten Staaten als Republik anerkannt.

Brasilien und der Rum

Brasilien zählt zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt. So betrug das Bruttoinlandsprodukt 2015 rund 2000 Milliarden US-Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt setzt sich aus verschiedenen Sektoren zusammen – der Agrarwirtschaft, der Industrie und den Dienstleistungen. Durch die politische Stabilität, die großen Rohstoffmengen und die fortgeschrittene Industrialisierung ist Brasilien einer der wichtigsten Handelspartner von China, Europa und den USA. Der Export von landwirtschaftlichen Produkten wird bestimmt von Orangensaft, Sojabohnen, Geflügel und dem Zuckerrohr. Brasilien ist weltweit der größte Zuckerrohrproduzent mit einer Menge von rund 670.758.000 Tonnen (Stand 2012). Die Nutzungsdauer von Zuckerrohr beträgt beim brasilianischen Anbau fünf Schnitte, wohingegen das mengenmäßig auf den zweiten Platz kommende asiatische Land Indien nur zwei Schnitte nutzt. Leider sind die Bedingungen auf den brasilianischen Zuckerrohrplantagen alles andere als ideal. So werden die Arbeiter pro gehackter Tonne an Zuckerrohr nur mit 1,4 Reais bezahlt, was in etwa 60 Eurocents entspricht. Pro Tag schafft es ein brasilianischer Plantagenarbeiter auf 15 bis 20 Tonnen geerntetes Zuckerrohr. Ein Teil des brasilianischen Zuckerrohrs wird zu Cachaça verarbeitet, dem Nationalgetränk, das sich ein bisschen mit klarem Blanco Rum vergleichen lässt und das für Caipirinhas unerlässlich ist. Einige Brennereien stellen zudem Rum her, doch die Mehrheit des Zuckerrohrs wird zu Zucker oder Melasse verarbeitet und / oder exportiert. Pro Jahr produziert man in Brasilien circa 16 Milliarden Liter Ethanol (Alkohol) aus Zuckerrohr, aber dieser kommt weitgehend für Kraftstoff genutzt. Rum aus Brasilien ist eher ein Geheimtipp als ein Klassiker, aber man sollte ihn unbedingt einmal probiert haben. Der Zuckerrohrschnaps überwiegt im Vergleich zum Rum eindeutig.

Ypioca Cachaca 160 Special Reserve 6 Jahre

Hierbei handelt es sich nicht um den klassischen Rum, sondern um das inoffizielle Nationalgetränk aus Brasilien, den Cachaça. Er wird auch als der "kleine Bruder von Rum" betitelt. Hergestellt wird der Cachaça nicht wie Rum aus Melasse, sondern er wird direkt aus dem Saft des Zuckerrohres gebrannt. Der Ypioca Cachaca 160 Special Reserve wird nach dem Brennvorgang sechs Jahre in Eichenfässern gelagert, wovon er einige Zeit in Balsaholzfässern reift. Durch diese ungewöhnliche Lagerung weist der Zuckerrohrschnaps einen eigenständigen Geschmack auf. Der Cachaça wird in der Destillerie Ypioca Agroindustrial Ltda. hergestellt und zum 160. Firmenjubiläum ausgegeben. Seine Farbe ähnelt der eines Bernsteines. Sein Geruch ist kräftig, wobei die Süße von Nüssen und einer gewissen Würze begleitet wird. So schmeckt auch der erste Schluck, der in einem fließenden Übergang die schokoladigen und nussigen Nuancen passieren lässt und einen Beigeschmack von Tabak mit sich bringt. Zu guter Letzt machen Noten von Toffee, Gewürzen und Mandeln aus dem fassgelagerten Ypioca Cachaca einen einzigartigen Bruder des Rums.

Pitu Premium do Brasil Cachaca

Zur Herstellung des Pitu Premium do Brasil Cachaça wird nur der reinste und hochwertigste Zuckerrohrsaft genutzt. Es bedarf für die Verarbeitung mehr als fünf Kilo Zuckerrohr. Dieses wird zuerst zerkleinert, woraus danach der Saft gepresst wird. Nach der Zusammensetzung mit Hefe und deren Gärungsprozessen entsteht die Maische, die nach der Fermentierung dem Brennvorgang unterzogen wird. Gleich danach wird er abgefüllt, weswegen er seine klare Farbe behält. Er wird sehr oft als Basis für einen guten Caipirinha genutzt, kann aber auch mit verschiedensten Fruchtsäften gemischt werden.  In Brasilien selber wird er mit einigen Ausnahmen hauptsächlich pur getrunken. Er hinterlässt eine natürliche Süße, die ihm vom Zuckerrohr mitgegeben wurde, und eine Fruchtigkeit. Sein Geschmack wird durch das trockene Aroma abgerundet. Man kann ihn gut mit einem Blanco Rum aus Brasilien vergleichen, obwohl er ein Zuckerrohrbrand ist.

Santos Dumont XO Rum

In Brasilien wird nicht nur Cachaça hergestellt, sondern auch phänomenale Rumsorten sind dort zu Hause. Das Suchen lohnt sich. Eines von den raren Qualitätsprodukten ist der Santos Dumont XO Rum aus Brasilien. Er ist einer der Geheimtipps der Branche und muss Europa erst noch erobern. Dies sollte dem Rum aber keineswegs schwerfallen. Der Santos Dumont XO Rum wurde aus Zuckerrohrsaft gewonnen und in drei verschiedenen Arten von Fässern gelagert, in denen er dann in etwa 20 Jahre reifen konnte. Als Erstes wurde er in amerikanische Bourbonfässer abgefüllt, welche Sherryfässern aus Spanien und zum Schluss portugiesischen Portweinfässern weichen müssen. Die Triple Cask Maturation lässt ihn somit zu einem außergewöhnlichen Brasilien Rum heranreifen. Er ist mit Aromen von Vanille, Früchten und Holz versehen, bringt aber noch Nuancen von Kokosnuss mit sich und erhält dadurch seinen süßen, vollmundigen Geschmack. Am besten genießt man den Santos Brazilian Rum pur.

Alles in allem ist brasilianischer Rum eine Rarität, denn der Cachaça hat die Überhand. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass das riesige südamerikanische Land als Nummer 1 der Zuckerrohrproduktion nicht den einen oder anderen vortrefflichen Brazil Rum zu bieten hat.