Allgemeines zum Rum-Land Grenada

Eine südlich gelegene Insel der Kleinen Antillen ist Grenada, unweit von Venezuela. Der Staat wird zu den Inseln über dem Winde gezählt und beheimatet knapp 107.000 Einwohner. Der Mitgliedstaat des Commonwealth of Nations – zwischen der Karibik und dem Atlantik angesiedelt – umfasst mehrere Inseln, die als Grenadinen zusammengefasst werden. Das größte Territorium innerhalb des Archipels ist die Hauptinsel Grenada. Dort lebt der Großteil der Bevölkerung, und dort befindet sich auch die Hauptstadt St. George's. Das Innere der Insel Grenada ist bergig. Das Klima ist tropisch mit heißem, feuchtem Wetter in der Regenzeit und etwas kühlerem Wetter in der Trockenzeit. Die Amtssprache ist Englisch. Daneben sind Kreolsprachen im Gebrauch, wohingegen man noch Französisch wie auf etlichen Nachbarinseln spricht. Die Einwohner Grenadas stammen zu mehr als 90 % ganz oder teilweise von Afrikanern ab, die einst von den Kolonialisten zur Sklavenarbeit auf die Insel verschleppt wurden. Das Christentum – mit rund einem Drittel an Katholiken – ist die Staatsreligion.

Geschichte und Besonderheiten von Grenada

Grenada wurde 1498 von Christoph Kolumbus entdeckt, wobei er die Insel Concepción nannte. Die Spanier besiedelten sie zu jenem Zeitpunkt nicht. Später versuchten die Engländer die Besiedelung, mussten sich jedoch 1609 zurückziehen. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts verkauften einheimische Häuptlinge Land an Händler aus Frankreich. Es dauerte nicht lange, bis die Franzosen die Insel militärisch unterwarfen und dabei beinahe die gesamte karibische Bevölkerung ausmerzten. Die Insel blieb bis zu ihrer Eroberung durch die Briten 1762 unter französischer Kontrolle. Seitdem gehört Grenada zum Britischen Weltreich. Die britische Krone wird von einem Generalgouverneur repräsentiert. Es gab im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Dispute mit den USA.

Der Tourismus, das Baugewerbe und der Handel prägen die Wirtschaft der Inselgruppe seit Jahrzehnten. Der Tourismus ist dabei die Haupteinnahmequelle, denn die schönen Strände locken Urlauber aus aller Welt an. Der 3 km lange Grand Anse Beach in der Hauptstadt St. George's gilt sogar als einer der schönsten Strände weltweit. Ebenso hat man inzwischen den Ökotourismus sowie den Kreuzfahrttourismus für sich entdeckt. Grenada ist zudem als Gewürzinsel bekannt, da es ein wichtiger Lieferant von Gewürzen wie Zimt, Nelken, Ingwer und Muskat ist. Die Muskatnuss stellt sogar das Hauptexportprodukt Grenadas dar und ist als Symbol der Landwirtschaft auf der Nationalflagge abgebildet. Weitere bedeutende Exportgüter sind Kakao, Bananen und Zucker sowie damit verbunden der Rum aus Grenada.

Grenada und der Rum

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und besitzen fruchtbare Böden, die sich für den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten wie Zuckerrohr eignen. Die Rum-Tradition des Landes umfasst bereits mehr als zwei Jahrhunderte. Auf der Karibikinsel Grenada wird auf Alkohol keine Verbrauchssteuer erhoben, was die lokalen Destillerien und die Rumproduktion begünstigt. Es existieren sowohl kleine Brennereien, die mehr oder weniger für den Eigenbedarf produzieren, als auch moderne Produktionsanlagen mit einer Kapazität von mehreren Tausend Litern am Tag. Rum aus Grenada gilt jedoch nach wie vor eher als Geheimtipp. Nur sehr wenige Marken haben den internationalen Durchbruch geschafft und sind in Deutschland bekannt. Wer sich nicht auf das eine oder andere Qualitätsprodukt von einem unabhängigen Abfüller wie Plantation Rum verlässt, muss ein wenig länger suchen.

Six Saints

Wohl die bekannteste Rummarke aus Grenada ist Six Saints Caribbean Rum mit herrlich karibischem Flair und authentischem Charakter. Dieser Melasse-Rum wird von der Clarke's Court Rum Distillery destilliert. Die Brennerei ist Teil der Firma Grenada Distillers, die wiederum auf die inzwischen stillgelegte Grenada Sugar Factory (eine alte Zuckerfabrik) zurückgeht. Die Destillerie ist einer der letzten aktiven Betriebe auf der Insel und produziert den Grenada Six Saints Caribbean Rum im small batch in geringen Mengen.

Westerhall Rum

Der Westerhall Estate umfasst weitläufige Zuckerrohrplantagen, wobei einst auch Kakao und Zitrusfrüchte angepflanzt wurden. Westerhall Rum aus Grenada ist in verschiedenen (nummerierten) Abfüllungen mit unterschiedlichem Reifegrad erhältlich und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Mehr als 200 Hektar Land gehören zum Westerhall Estate, und Touristen haben die Chance, sich bei einer Besichtigung mit allen Schritten der Rumproduktion vertraut zu machen. Sechs Rummarken sind derzeit im Portfolio von Westerhall Rum integriert, wobei man das Blending und Abfüllen selbst vor Ort unternimmt. 1974 wurde der erste eigene Rum auf dem heimischen Markt eingeführt, und seitdem gab es kein Zurück mehr. 1989 folgte der Westerhall Plantation Rum, der bis heute das Aushängeschild des Unternehmens darstellt. Er wurde zunächst in die USA exportiert und ist nun weltweit zu haben.