Citadelle Gin

Die Franzosen haben in den letzten Jahrzehnten eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie nicht nur von Wein und Weinbrand viel verstehen. Zum Cognac und Armagnac und zu regionalen Spezialitäten wie dem Calvados gesellen sich immer mehr Spirituosen, die man so gar nicht mit diesem Land assoziieren würde. Man nehme nur einmal den Citadelle Gin, der in überraschend vielen Editionen erhältlich ist und sich mühelos gegen die Konkurrenz aus Großbritannien, Deutschland und Spanien behaupten kann.
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Finessereicher Citadelle Gin aus Frankreich

Die Wurzeln der Ginmarke Citadelle reichen Jahrhunderte zurück: So erhielt eine Destillerie in Dünnkirchen - in einer Zitadelle angesiedelt - im Jahre 1775 die königliche Lizenz, Gin bzw. Genever für das britische Königshaus herzustellen. Die französische Handelskammer war davon alles andere als begeistert; sie befürchtete, der Gin könne Fuß fassen und damit ein Konkurrent von Weinbränden wie Cognac werden. Die Brennereileiter Carpeau und Stival durften daher laut offiziellem Erlass ihren Wacholderschnaps nicht an die französische Kundschaft verkaufen. 1778 entschloss sich Frankreich, am Unabhängigkeitskrieg in den Vereinigten Staaten teilzunehmen, weshalb man die Handelsbeziehungen einstellte. Gemeinsam mit Dubois-Martin beantragten die zwei Firmenleiter 1780 daher die Erlaubnis, ihren Jenever in ihrer Heimat verkaufen zu dürfen, da der britische Markt nicht mehr infrage kam.

Hiervon angespornt wurde die Ginmarke Citadelle von einem findigen Unternehmer der Neuzeit zu neuem Leben erweckt. Alexandre Gabriel, der Gründer und Leiter der Maison Ferrand, ist eigentlich für Cognac verantwortlich. Er hat jedoch mit der Produktserie Plantation Rum bereits als unabhängiger Abfüller von Rum aus aller Welt von sich reden gemacht. Auf der Suche nach weiteren Spirituosen für sein stetig wachsendes Portfolio verliebte er sich in die Geschichte und den Charakter von Citadelle Gin. Er verhalf der Marke mehr als 200 Jahre nach ihren Anfängen zu einer Wiedergeburt. 1998 wurde zum ersten Mal Citadelle Gin aus Frankreich in die USA exportiert, und dies wird als offizielles Gründungsdatum der heutigen Ginmarke angesehen. Die Firma Ferrand interessierte sich hierfür, weil Gabriel seine Brennapparate in der nicht für die Cognac-Herstellung zugelassenen Saison für eine andere Spirituose nutzen wollte. Die Maison Ferrand ist also nicht schlicht ein Abfüller von Citadelle Gin, sondern sogar ihr Hersteller.

Weiterführende Informationen zum Citadelle Dry Gin und den übrigen Ginsorten

Die Destillation von Citadelle Dry Gin erfolgt in einem direkt befeuerten Kupferbrennkessel (copper pot still) nach der Cognac-Methode (Méthode Charentaise). Für die Aromatisierung des Destillats auf Weizen-Basis kommen u. a. französische Botanicals zum Einsatz, wobei man sich an dem ursprünglichen Rezept aus dem 18. Jahrhundert orientiert. Der Citadelle Dry Gin ist ein Doppelgoldgewinner bei der San Francisco World Spirits Competition und vereint eine milde Würze mit mediterranen Kräutern. Das Bewundernswerte ist, dass der mehrfach prämierte Produzent neben diesem klassischen, trockenen Gin noch einen süßlichen Citadelle Old Tom Gin und eine fassgereifte Sonderedition ins Rennen schickt und die Gin-Kunst somit perfektioniert hat. Der Citadelle Reserve Gin lagert kurz in ehemaligen Cognac-Fässern aus Eiche, was ihn golden färbt und ihm eine faszinierende Aromatik - u. a. mit mehr Zitrusnoten, Weichheit und Süße - verleiht. Als sei dies noch nicht toll genug, gibt es von derselben Marke noch den reinen, selbstbewussten Vodka Citadelle zu entdecken.

Noch mehr Informationen gibt es hier zu entdecken:

http://citadellegin.com/