Es gibt viele verschiedene Sorten von Tonic Water, damit für jeden Geschmack – und jeden Gin – das Richtige dabei ist. Kennzeichnend für manche Produkte ist die Süße, während andere sich von der trockenen Seite zeigen. Zu letzterer Kategorie gehört das Fentimans Tonic Water, an dem laut Expertenmeinung – und Verkaufszahlen – kein Weg vorbeiführt. Welche Gründe sprechen für das Tonic-Wasser, das zu den Klassikern gezählt wird?
 

Tonic Water im Allgemeinen


FFentimans Tonic Water

Fentimans Tonic Water

Seit mehr als 150 Jahren wird Tonic Water regulär produziert und im großen Stile vermarktet. Man weiß es auf der ganzen Welt zu schätzen, weil es untrennbar mit dem angeblich weltbesten Longdrink, dem Gin & Tonic, verbunden ist. Die Wurzeln des alkoholfreien Getränks liegen interessanterweise wie beim Gin in der medizinischen Verwendung: So wurde das Tonic Water erfunden, um sich damit in tropischen Gegenden gegen Malaria zu schützen. Die britische Armee war der Tropenkrankheit, die von der Anopheles-Mücke übertragen wurde, in den Kolonien wie in Indien und Afrika ausgesetzt und stattete sich daher mit Chinin aus. Dieses wurde in der Form von Tabletten eingenommen oder als bitteres Pulver mit Sodawasser und Zucker getrunken. Um die Bitterkeit etwas zu mindern, wurde das Tonic Water weiterentwickelt und man kam auf die zündende Idee, das Ganze mit Gin zu mischen. So wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Gin & Tonic geboren. Bis heute ist der Hauptverwendungszweck von Tonic Water das Mixen jenes Getränks, wobei es auch für andere Longdrinks und Cocktails zum Tragen kommt. Man kann hochwertiges Tonic-Wasser daneben pur trinken, da es sich im Grunde um ein Erfrischungsgetränk ohne Alkoholgehalt handelt. Nicht alle Tonics eignen sich gleich gut, doch beim Fentimans Tonic Water ist man bestens aufgehoben. Es wird nicht umsonst zu den Alleskönnern gezählt, ähnlich wie das vielseitig einsetzbare Fever Tree Tonic und das mittige Thomas Henry Tonic.

Fentimans: der Hersteller im Überblick


Alles begann im Jahre 1905, vor mehr als 100 Jahren und kaum ein halbes Jahrhundert nach der Einführung von Tonic Water. Interessanterweise basiert die Firmengründung mehr oder weniger auf Zufall, einer gehörigen Portion Glück… und Ginger Beer statt Tonic Water. Ein Geschäftsmann wendete sich an den Engländer Thomas Fentiman, um von ihm einen Kredit zu erhalten. Als Sicherheit überreichte er ein Rezept für die spezielle Herstellung von Ginger Beer. Da er sein Darlehen nicht zurückzahlte, ging eben jenes Rezept an Fentiman über. Er fand Gefallen an der erfolgversprechenden Idee und stellte sein eigenes kleines Geschäft auf. Für eine Weile braute er das Ginger Beer und reiste als Händler von Tür zu Tür und Stadt zu Stadt, um seine Produkte an den Mann zu bringen. In den 60er-Jahren eroberten Ladengeschäfte und Supermärkte das Land, und man gab sich gegen die Konkurrenz geschlagen. Etwa 20 Jahre schlummerte die Geschäftsidee, bis im Jahre 1988 der Großenkel von Fentiman, Eldon Robson, den Betrieb wieder aufleben ließ. Seither befindet sich der Stammsitz in Hexham in Northumberland in England, wo man neben dem Ginger Beer und weiteren Bitterlimonaden nun dem Fentimans Tonic Water die Hauptaufmerksamkeit schenkt. Interessant ist, dass die englische Firma sich auf den europäischen Markt konzentriert und für den amerikanischen Markt eine Partnerschaft mit einem Betrieb aus den USA eingegangen ist. Die Brauerei Lion Brewery Inc. aus Pennsylvania übernimmt die Herstellung und Vermarktung in den Vereinigten Staaten und verlässt sich dabei auf ähnlich ausgeklügelte Tricks wie Fentimans aus England.

Das Erfolgsgeheimnis hinter dem Tonic und den Bitterlimonaden


Der Begriff Botanical Brewery macht es schon deutlich: Fentimans versteht sich als Brauerei und nicht als Brennerei. Es werden nämlich die pflanzlichen Zutaten (Botanicals) gebraut statt destilliert, und das verleiht den Bitterlimonaden das gewisse Etwas. Auch das Tonic Water von Fentimans profitiert von dem speziellen Verfahren der unabhängigen Firma, die sowohl für Kenner als auch für Einsteiger die passenden Produkte bietet. Der Fokus liegt auf Fillern / Mixern für Longdrinks und Cocktails, die hohe Qualität mit einem einzigartigen Charakter kombinieren. Man widmet sich dabei nicht nur den klassischen Kreationen der traditionellen Art wie dem Fentimans Tonic Water und dem Ginger Beer und Ginger Ale, sondern auch Kuriositäten wie Victorian Lemonade, Curiosity Cola, Cherrytree Cola und Dandelion & Burdock. Jene Getränke sind eher in England selbst bekannt und beliebt und tanzen aus der Reihe, wohingegen das trockene Fentimans Tonic in aller Welt gern gesehen ist.

Die Unternehmensphilosophie lautet "Faithful to the Originals", was sich mit "originalgetreu" übersetzen lässt und deutlich macht, dass man auf Tradition und hehre Prinzipien setzt und den Wurzeln der Marke treu bleiben möchte. Das kommt auch im Logo zum Ausdruck. Es bildet einen Hund ab – und zwar den Schäferhund mit dem bedeutungsvollen Namen Fearless (furchtlos), der einst Firmengründer Thomas Fentiman gehört hatte und mehrfacher Preisgewinner bei Gehorsamswettbewerben war. Außerdem zeichnet das Unternehmen die patentierte Methode Fentimans Botanical Brewing aus. Hierbei werden die natürlichen Zutaten wie z. B. der Ingwer quasi in speziellen Apparaten ausgekocht und gebraut, statt gebrannt. Anschließend fügt man weitere natürliche Zutaten hinzu und lässt die Flüssigkeit in Fässern ruhen, um zu fermentieren, was entfernt an die Herstellung von Bier erinnert. Natürlich kommt man um einen moderneren Schritt nicht herum, denn das Fentimans Tonic Water und die übrigen Bitter sollen ja schließlich Kohlensäure mitbringen. Diese wird nachträglich in geringem Maße hinzugefügt, um den natürlich bei der Gärung und Lagerung entstandenen, Kohlensäuregehalt zu unterstützen. So gesehen stehen die Cocktail Mixer und Softdrinks mit einem Bein in der Vergangenheit und einem Bein in der Gegenwart und haben reichlich Aufmerksamkeit verdient.

Das Fentimans Tonic Water


Dieses Getränk hält, was es verspricht. Beworben wird das Fentimans Tonic Water wahrheitsgemäß als "World's first botanically brewed Tonic Water" – also als das weltweit erste Tonic-Wasser, das mit pflanzlichen Komponenten aromatisiert und gebraut wurde. Schon allein das ist für manche Grund genug, um dem Tonic eine Chance zu geben. Die Basis für das Fentimans Tonic Water ist natürlich Wasser, das im Idealfall rein und weich sein sollte und später mit Kohlensäure versetzt wird. Das Faszinierende am Fentimans Tonic Water ist, dass es auf einem Gebräu auf der Basis von Getreide basiert, wobei Getreide z. B. bei dem einen oder anderen Gin oder bei einem Whisky oder Vodka zum Einsatz kommt, aber eher nicht mit alkoholfreien Getränke assoziiert wird.

Dazu gehört auf jeden Fall auch Chinin, denn es ist für Tonic-Wasser ein Muss. Bei den Produkten der Neuzeit ist der Chiningehalt meist so gering, dass er nicht mehr als Malariaprophylaxe taugen würde. Einige Hersteller verzichten sogar komplett auf natürlich gewonnenes Chinin aus Baumrinde und verwenden für den bitteren Beigeschmack künstliche Aromastoffe. Nicht so beim Fentimans Tonic, denn schließlich legt die Botanical Brewery das Hauptaugenmerk auf die Kraft der Natur und originalgetreue Methoden. Somit kommt für das Tonic Water von Fentimans echtes Chinin zum Einsatz. Für den Blend verlässt man sich darüber hinaus auf einige pflanzliche Zutaten, genauer gesagt, auf zwei bestimmte Komponenten / Kräuter: Wacholderbeeren – wie sie für die Herstellung von Gin unerlässlich sind und daher für das zum Gin passende Tonic eine gute Wahl sind – und die Blätter der Kaffir-Zitrone, die bei Spirituosen gern zum Einsatz kommt. Davon einmal abgesehen setzt der Produzent noch auf Zitronengras für die Aromatisierung von Fentimans Tonic Water. Damit hebt man sich von der Masse ab, denn für die Zitrusnoten kommt bei den Konkurrenten entweder Zitronensäure als Säuerungsmittel oder die Schale / der Saft von Zitrusfrüchten zum Einsatz. Mit dem Lemongrass erreicht man einen vergleichbaren, aber im Detail doch anderen Effekt und verleiht dem Fentimans Tonic Water das gewisse Etwas.

Gemixt wie pur ein Genuss


Kennzeichnend für das trockene Fentimans Tonic Water ist, dass es sich mit viel weniger Süße zeigt als ein Großteil der Konkurrenz. Das ist vor allem für all jene von Vorteil, die auf Natürlichkeit und Persönlichkeit Wert legen und nach einem hochwertigen Tonic-Wasser für die vielseitige Verwendung suchen. Man kann das Fentimans Tonic guten Gewissens mit den verschiedensten Ginsorten mixen, seien sie nun fruchtig, Wacholder-betont, Kräuter-lastig, würzig oder blumig. Bei Verkostungen hat sich vor allem die Kombination mit The Duke Munich Dry Gin, Gin Sul, Elephant Gin, Blue Gin und Bobbys Schiedam Dry Gin als perfekt herausgestellt. Natürlich macht das Fentimans Tonic Water nicht nur im Gin & Tonic eine exzellente Figur, sondern beispielsweise auch in einem Vodka & Tonic. Im Sommer kann man es pur und gut gekühlt als Erfrischungsgetränk genießen, wobei es sich aufgrund der Trockenheit und der zurückhaltigen Fruchtigkeit nicht ganz so gut als Limonadenersatz eignet wie weniger bittere und dafür süßere Tonics.

Was das Aroma und den Geschmack angeht, so zeigt sich das Fentimans Tonic Water trocken, aber nicht zu trocken. Dezent süßliche Nuancen, Zitronengras und Kräuter machen sich an Nase und Gaumen bemerkbar und klingen lange positiv nach. Vordergründig erfrischend und manchmal auch herzhaft und kräftig, macht sich das Tonic Water von Fentimans beliebt. Pikante bis teilweise sogar scharfe Noten von bitterem Chinin mischen mit. Ein holziger Beiklang von der Rinde des Chinabaums (Chinin) schwingt ebenso mit. Gesüßt wurde unterschwellig mit Zuckerrohr, und auch das kommt zum Ausdruck. Die Nährwerte des Tonics liegen laut Herstellerangaben bei 35 Kalorien, etwas mehr als 8 g Zucker und keinem Fett pro 100 ml Flüssigkeit. Wer mag, gönnt sich stattdessen das seit 2012 erhältliche, leichte Light Tonic Water mit nur 23 Kalorien (30 % weniger).