Battle of the Spirits

Companero Panama Extra Anejo 54 %
VS.
Arnisser No. 1 Panama 54 %

Volle Dröhnung.

Volle Prozente.

Du füllst einen Rum direkt aus dem Holzfass in die Flasche. Du filterst den Rum überhaupt gar nicht. Du verdünnst den Rum kein bisschen mit Wasser. Das nennt der Kenner Cask Strength oder ins Deutsche übersetzt: Fassstärke.

Je länger du dich für Rum interessierst, so wahrscheinlicher wird es, dass du auf Fassstärken scharf wirst. Die ungebremste Aromatik. Die volle Power. Das üppige Geschmacksprofil. Ohne Filterung.

Die Fassstärke ist in Fachkreisen ein Qualitätsmerkmal. Der Hersteller verzichtet darauf, den Rum mit Wasser zu verdünnen, um dann mehr Flaschen herzustellen und verkaufen zu können. Hier ein Beispiel:

Du füllst einen Rum aus dem Holzfass in 1,0-Liter-Flaschen und verdünnst den Rum auf eine Trinkstärke von 40%. Du hast ein Ex-Bourbon-Fass mit bummelig 200 Litern. Und der Rum hat eine Alkoholstärke von 60%. Wie viele Flaschen werden das?

Aus den 200 Litern Alkohol werden 300 Flaschen zu 1,0 Liter mit einem Alkoholgehalt von 40%Vol. Würdest du die gleiche Menge unverdünnt abfüllen, so kämst du auf gerade einmal 200 Flaschen. Entsprechend muss der Preis bei einer Fassstärke deutlich angehoben werden!

Probier einmal eine Fassstärke; Du wirst es nicht bereuen! Erfreue dich an nackter Gewalt. An purem Geschmack. An der vollen Dröhnung.

In dem Ring begegnen sich heute zwei Rums. Beide stammen aus Panama. Beide laufen in Fassstärke auf.

In der linken Ecke wartet der erste Kontrahent. Der Companero Ron Panama Extra Anejo mit satten 54% Alkoholstärke. Er stammt von 1423 World Class Spirits aus Dänemark und wurde von Joshua Singh persönlich vorbeigebracht, um am Battle teilnehmen zu können. Danke!

Aus der rechten Ecke startet der Arnisser Rum mit seinem No. 1 Panama Modell. Ebenfalls 54%Vol. Dafür zeichnet sich die Rum-Hökerei aus Arnis bereit. Arnis ist die kleinste Stadt ganz Deutschlands.

Beide Rum-Sorten sind mit Volldampf dabei. Sie warten nur auf den Startpfiff.

Tipp: Wenn Du einem Rum in Fassstärke ein paar Tropfen stilles Wasser hinzufügst, dann stellt sich die alkoholische Schärfe etwas ein.

Battle of the Spirits

Die Flasche:

Der Companero Panama Extra Anejo gibt sich düster. Nach oben reckt sich die Flasche. Wird kräftiger. In schwarz gehalten, mit einem einfachen, praktischem Etikett in violettblau. Die Flasche wirkt edel. Du findest die richtig geil.

Der Arnisser No. 1 Panama Rum steckt in einer einfachen Flasche. Durchsichtig, mit Korken und Holzgriff. Alkoholstärke und Herkunftsland ist auf der Front sehr einfach zu lesen. Langweilig. Einfach. Erfüllt ihren Zweck. Da gibt es keine Missverständnisse. Das ist für dich offensichtlich.

Am Ende wirkt der Companero einfach edel und der Arnisser wie eine einfache Flasche Schnaps aus vergangenen Tagen. Sicherlich hat letzteres ein bisschen Charme. Am Ende aber sticht der Companero in der heutigen Zeit einfach mit Einfallsreichtum und sehr schicker Flasche hervor!

Das Nosing:

Mit Obacht schenkst du dir die beiden Rums in deine Lieblingsgläser. Und lässt sie ein wenig wärmer werden und mit dem Sauerstoff in der Luft oxidieren. Und dann kannst du endlich loslegen!

Der Companero Panama Extra Anejo startet. Unglaublich. Kaum zu fassen. Da explodiert eine Blume an Kakao direkt in deinem Gehirn. Baileys. Hanuta. Ganz weich. Die 54%Vol. sind nicht zu merken. Fährt der Companero mit angezogener Handbremse los? Weich. Und wieder Kakao. Am Rande Orange? Fällt nicht auf, die Schokoladennote übernimmt wieder. Wow. Unglaublich lecker, unglaublich voll, unglaublich dominant. Schwarzwälder Kirschkuchenteig. Süßer Eindruck. Sehr süßer Eindruck.

Jetzt kommt der Arnisser No 1 aus Panama. Er legt sofort kräftig los. Mit scharfen Noten von Pfeffer in deiner Nase. Wird Durchbrochen. Etwas Banane. Eindruck von Bonbon. Feines Karamell - und Vanille. Schwenk auf eine leichte Sprittigkeit: Hey, vergiss nicht, dass sind ungesüßte 54 Volumenprozente Alkohol! Esterkonzentration. Wieder weg. Holznoten. Pfeffer. Einfach. Alles dünn. Trocken.

Die beiden Duellanten messen sich aneinander und der Schlaghagel prasselt auf den Arnisser Rum ein, während der Companero sich fehlerlos gibt und mit satter Deckung feste austeilt. Der Arnisser unterliegt hier gnadenlos. Das liegt vermutlich schon irgendwie an seinem Alter von knapp 6 Jahren. Der Companero lag bummelig die doppelte Zeit im Fass. Das sind Welten. Der Companero bekommt von dir satte 3 von 3 Punkten, während der Arnisser Panama mit 1 von 3 Punkten auskommen muss. So ist das.

Falk Redlich

Tipp: Der Arnisser ist weniger schlecht, als es sich darstellt. Er ist halt trocken und puristisch. Der Companero geht in Richtung „digitaler“ Rum und vereinnahmt alles, was nicht bei 2 auf den Bäumen ist. Seine dominante Schokonote ist einfach etwas ganz Besonderes! Digital? Ganz einfach: Du magst ihn oder du magst ihn einfach gar nicht. Dazwischen gibt es nichts.

Nosing/ AromaCompanero Panama Extra Anejo 54 %
3/3
(Schulnote 1) Riecht sehr gut. Überwältigend. Hat das gewisse Etwas!
Nosing/ AromaArnisser No. 1 Panama 54 %
1/3
(Schulnote 3) Riecht Ok. Bodenständig, einfach und gut.

Das Tasting:

Den ersten Schlagabtausch hast du knallhart ausgezählt. Da bleibt kaum Luft für den Arnisser. Da muss was passieren. Also los geht’s und endlich gibt es etwas zu trinken, die Luft macht den Mund schon ganz trocken!

Wieselflink tanzt der Companero Panama Extra Anejo aus seiner Ecke. Du genießt einen Schluck aus deinem Nosing-Glas. Mit Kanonen auf Spatzen. Kakao. Schoko. Bisschen Würze. Bisschen pfeffrig. Etwas Alkohol. Geschätzt hat der Rum höchstens 44%Vol. Du machst weiter. Butterweich. Ölig. Süß. Kakao. Haselnuss. Schärfe. Fruchtspritzer, die an Spritzgebäckmarmelade erinnern. Die Frucht immer im Hintergrund. Mandel und Vanille. Krass. Einfach und glatt. Nahezu ausschließlich ein Potpouri aus Kakaonoten. Du fühlst dich überrollt. Überrollt von der Kanonenkugel, die auf dich geschossen hat. Die, die aus Kakao gegossen wurde!

Da hat der Arnisser No. 1 aus Panama schon im Anfangsstadium einen schweren Stand. Egal. Deckung hoch und ausbrechen. Peng. Du hast eine sitzen. Pfeffer. Scharf. Würze. Brachial. Ein Aufkeimen von Fruchtnoten. So was wie Papaya. So was wie Pflaume. So was wie Rosine. Vanille. Aufbäumen von Lakritz. Die Schärfe kommt wieder. Chili-Catch. Du lässt den Tropfen im Mund und genießt die steigende Schärfe, bis es zu heftig wird. Der rockt dich. Er schmeichelt dir nicht, er prügelt auf dich ein. Und wirkt auf den zweiten Blick viel komplexer, als gedacht. Der Wechsel aus Würze, Schärfe, leichter Frucht und Vanille kommt dir komplexer vor.

Das ist schwer. Zwei gänzlich unterschiedliche Charaktere spielen mit deinen Geschmacksknospen. Beide bekommen 6 von 7 Punkten und sind gut. Auf den ersten Blick wirkt der Companero wie ein 7er. Auf den zweiten Blick fehlt ihm Komplexität. Er ist zu einseitig für volle Punkte. Der Arnisser wirkt auf den ersten Blick zu hart. Auf den zweiten Blick zeigt er komplexere Ansätze und die eigenwillige Chili-Schärfe. Unentschieden, wenn auch auf eine ganz unterschiedliche Art und Weise!

Falk Redlich

Tipp: Der Companero ist für Süßrumtrinker wie gemacht. Seine ölige Struktur sorgt bei dir für ganz viel Milde. Sein Geschmack ist einfach fett Kakao. Der Arnisser No. 1 Panama ist für Liebhaber trockener Rums gemacht. Ihm fehlt jegliche Süße.

Am Gaumen/ GeschmackCompanero Panama Extra Anejo 54 %
6/7
(Schulnote 2) Schmeckt gut. Charaktervoll, interessant.
GeschmacksprofilCompanero Panama Extra Anejo 54 %
Süße 2/5
Würze 5/5
Frucht 2/5
Milde 4/5
Rauch 1/5
Am Gaumen/ GeschmackArnisser No. 1 Panama 54 %
6/7
(Schulnote 2) Schmeckt gut. Charaktervoll, interessant.
GeschmacksprofilArnisser No. 1 Panama 54 %
Süße 1/5
Würze 4/5
Frucht 3/5
Milde 3/5
Rauch 1/5

Fazit:

Panama schlägt Panama. Der Companero gewinnt am Ende mit zwei Punkten Vorsprung 9:7. Der Arnisser hat das Nachsehen in diesem Duell.

Der Companero Panama Extra Anejo begeistert dich vor allem dann, wenn du auf süße Rums stehst. Er selbst bringt eine zarte Süße mit, die allerdings schwerer wirkt, als sie in Wirklichkeit ist. Das liegt natürlich an den omnipräsenten Schokonoten im Rum. Ein Rum mit 54%Vol., der auf keinen Fall so schmeckt, als hätte er die auch.

Ganz anders beim Arnisser No. 1. Da schmeckst du die heftige Alkoholstärke durchaus heraus. Gleichzeitig bietet der Rum dir ungeschönte und direkte Aromen. Aufwärts, abwärts und durcheinander. Viel komplexer, als vermutet. Und durch seinen Chili-Catch erhält er noch einmal so eine eindrucksvolle eigene Note. Klasse. Und dennoch, rein gar nichts für Süßrum-Trinker.

Persönliches Fazit:

Die beiden Rum-Sorten unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Es ist vermutlich so: Wenn du den einen magst, gefällt dir der andere gar nicht. Der Companero gibt sich sehr aufregend, weil er so dominant nach Kakao schmeckt. Und fällt dann etwas ab, weil er irgendwie einseitig wirkt. Der Panama No. 1 von der Arnisser Rum-Hökerei ist spannend, weil er sehr scharfe Noten zeigt. Für Whiskyfans und Trockenrumbegeisterte!

Rummige Grüße, Falk Redlich, Team Rum & Co.

9/10
Companero Panama Extra Anejo 54 %
Exzellent
7/10
Arnisser No. 1 Panama 54 %
Empfehlenswert

Was bisher geschah - Battle #1 - #8 im Überblick

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