Clockers Gin

- Das Leben eines Barkeepers -

 

In einem ehemaligen Tonstudio haben wir im Januar 2014 die clockers BAR eröffnet. Ziel war es auf St. Pauli – eher bekannt für derberes Treiben und Trinken – den Gästen auch hier und zu jeder ausgehüblichen Uhrzeit perfekte Drinks anbieten zu können.

Unter der Woche ist es in der clockers BAR ruhiger und die Gäste kommen in eine ziemlich normale Bar. An den Wochenenden allerdings legen bei uns DJs auf und es wird in der Regel ausgelassen und ab und zu auch einmal enger getanzt. Wir haben aber am Wochenende mit der  „Songerie“ - unserem 1. Stock - noch eine gemütliche Ausweichmöglichkeit für Gäste, die es gern etwas ruhiger und privater suchen. Im 1. Stock gibt es keine feste Karte, so dass die Gäste immer mit dem Barkeeper in Kontakt kommen und in der Regel neue Dinge probieren können. Dies ist unsere Idee einer guten Bar.

Aber wie sieht eigentlich die andere Seite der Party, das Leben eines Barkeepers aus? Das Leben hinter der Bar ist nämlich schlecht bezahlt, nur als Single möglich und eigentlich eine Mischung aus Bergarbeiter und Psychiater. Aber natürlich ist es auch der beste Job der Welt. Hier also ein kleiner Blick hinter die Kulissen:

Es ist Freitag 16:00 Uhr. Die Woche war sehr anstrengend - in der dunklen Jahreszeit brauchen die Menschen offensichtlich mehr Drinks, um es bis in den Sommer zu schaffen. Ich bin spät dran, da ich noch für unseren Special-Drink der Woche einkaufen musste, was im Wochenendverkehr in Hamburg ein Geduldsspiel ist.

Jetzt aber los - die Schicht beginnt damit die Säfte, Sirupe und Arbeitsbereiche vorzubereiten. Ichn komme aber gar nicht erst in die Bar hinein - Berge an Vollgut direkt im Eingang. Ich erklettere mir den Weg ins Innere der Bar. Irgendwas scheint gestern nach meinem Feierabend noch passiert zu sein, denn der Kollege hat eine leere Flasche Cremant und ein paar Gläser für mich in der Bar verteilt. Eines davon mit rotem Lippenstift versehen.

Nun gut, ich bin spät dran, jetzt erstmal die Säfte. Insgesamt benötigen wir fünf Liter Zitronen-, fünf Liter Limettensaft und ein paar Sirupe.

Die letzte Zitrone ist kurz vor der Öffnung trocken und mein Arm schmerzt schon vor der Schicht. Dass ich noch circa 100 Drinks schütteln muss sorgt für eine gewisse Ehrfurcht.

Langsam kommen die Kollegen, bereiten die Tische vor und schon pünktlich um 19:00 Uhr sind die ersten Gäste da. Gleich die erste Bestellung bringt mich an den Rand meiner Fertigkeiten: “Einen Lion´s Roast bitte“ – so weit so gut bestellt – „alkoholfrei bitte!“.Hinweis: Es handelt sich um einen „gebauten Drink“ Drink. Königklasse. Zutaten sind clockers HERB Kräuterlikör (50% Vol.), Rittenhouse Rye Whiskey (50% Vol.), Borghetti Espresso Liqueur (25 %Vol.) und ein paar dashes Orangenbitters (natürlich alkoholisch) besteht. Es bleibt also der Eiswürfel.

Ähnlich geht es heute weiter: „Habt Ihr ein paar lustige Shots? Für ´nen Euro?“. Zum Glück sorgt Petra (Anm.: Name geändert) für Abwechslung. Sie schließt sich während der Prime-Time um 01:15 Uhr – in Begleitung – auf der einzigen Damentoilette ein. Erst später wird sich herausstellen, dass sie ihren Partner-in-Crime grundlos beschuldigt ihr iPhone geklaut zu haben. Denn das ist ihr beim Techtelmechtel auf der Toilette in dieselbe gefallen und wird zwei Wochen später eine Totalverstopfung verursachen.

„Ich kenn den Besitzer, ich brauche nicht zu zahlen!“ – „Ich bin der Besitzer, vielleicht solltest Du doppelte Preise zahlen!“ und „Ich komme schon zu Euch, da war hier noch ein Puff!“ sind die beiden am wenigsten überzeugendsten Argumente des Abends für Freidrinks. Zum Glück ist gleich um 04:00 endlich Feierabend, schließlich wird der Samstag noch anstrengend genug - DJ Placebo legt auf. Aber Moment mal: Da kommen David und Martin in Feierlaune. Das verspricht einen langen Abend. Und eine Menge Spaß. Im eigentlich besten Job der Welt.

Clockers Gin - bei uns im Shop:
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