Cognac

COGNAC VS. ARMAGNAC
– WO LIEGT DER UNTERSCHIED? –
Ein exklusives Interview mit Lars Girad

Rum & Co: Hallo Lars, schön dich zu treffen. Magst du dich kurz vorstellen und uns von deinem beruflichen Hintergrund erzählen?

Lars: Moin, mein Name ist Lars Hauke Girard und ich bin Weinhändler. Ich habe Agrarwissenschaften studiert und mich danach den schönsten Agrarprodukten, nämlich Wein, Bier und Spirituosen gewidmet. Wir haben ein Familienweingut an der nördlichen Rhône in Frankreich. Seit gut sieben Jahren arbeite ich für ein familiengeführten Weinimporteuer aus Dänemark und bin für AMKA Verkaufsleiter für Deutschland.

R&C: Kurze Frage zu deiner Vergangenheit; Erinnerst du dich an das erste Glas Cognac, dass du getrunken hast?  Wie waren damals deine Eindrücke?

Lars: Nur zu gut...ich war etwa 17 Jahre alt und das erste Mal in der Region Cognac. Zu dem Zeitpunkt spielten in Deutschland Whisky und Gin bei weitem nicht die führende Rolle wie heute, allerdings gab es in Deutschland eher verbreitet mehr preiswerten Weinbrand wie Scharlachberg oder Sternenmarke. Da war der qualitative Sprung zu einem Cognac XO enorm, hat mir aber sehr gefallen!

Lars Girard

R&C: Wie hat sich die 'Beziehung' seitdem zu Cognac verändert?

Lars: Inzwischen habe ich immer Cognac in der Hausbar. Wie auch beim Wein, lohnt es sich auch hier neben den großen Brands einmal die fantastischen Qualitäten von individuellen Familienbetrieben zu probieren. Lheraud war für mich vor einigen Jahren DIE Entdeckung.

R&C: Armagnac. Der ältere Bruder vom Cognac. Was ist für dich der entscheidende Unterschied?

Lars: Cognac ist meist sehr fein und elegant, hat natürlich auch den „großen Namen“. Armagnac hingegen steht immer etwas im Schatten des Cognacs und wird meist nur in sehr gut sortierten Restaurants und Bars angeboten. Ich finde sie persönlich noch spannender als Cognac. Man findet immer „Ecken und Kanten“, mit denen man sich genussvoll beschäftigen kann. Gerade auch in der Tiefe der verfügbaren älteren Jahrgänge (bei Lheraud bis 1888) hat man ein sehr gutes Preis-Genuss-Gefüge!

Armagnac

R&C: Armagnac steht ein wenig im Schatten seines Cognac Bruders und wendet sich mit seinen Geschmacksprofilen häufig eher an Fortgeschrittene. Wie siehst du das?

Lars: Natürlich gilt auch hier „Übung macht den Meister“, aber es lohnt sich. Und wenn man live im Tasting etwas dazu hört und erlebt, habe ich schon viel spontane Begeisterung erlebt.

R&C: Welche Rolle spielt die Wahl die Rebsorte bzw. die Reifung der Traube in Sachen Geschmack bei einem Armagnac?

Lars: Im Anbaugebiet des Armagnac wachsen Trauben aus denen auch Wein produziert wird. Für die Herstellung sind 10 Traubensorten zugelassen, die wichtigsten sind Ugni Blanc, Baco Blanc, Colombard und Folle Blanche. Deren Rebstöcke müssen mindestens 5 Jahre alt sein. Nach dem Brennvorgang „Méthode Armagnac“ kommen Eichenfässer aus der Gascogne für die Lagerung zum Einsatz, die das unverwechselbares Bukett und seine typische Bernsteinfarbe bewirken. Die Kombination der Rebsorten und die Lagerung in verschieden alten Fässern erzeugt den Geschmack des Armagnac.

R&C: Woran erkennt ein Kunde, ob er einen guten oder einen weniger guten Cognac kauft?

Lars: Es gibt sehr klare Klassifizierungen. Vom VS aufsteigend bis zum XO, je mehr Angaben zum Anbaugebiet und Jahrgang vorhanden sind, umso besser. Außerdem zählen natürlich Tradition und Werte der Familienunternehmen: Die XO Qualitäten von Lheraud sind beispielsweise immer noch mindestens 25 Jahre alt, während für den heutigen Volumenmarkt im Export die XO Qualitäten lediglich mindestens 10 Jahre alt sein müssen. Wenn ein Produzent parallel aber 10 oder 20 Jahre gereifte Qualitäten im Sortiment hat, lässt das positive Rückschlüsse zu.

R&C: Wie trinkt man Armagnac am besten? Und hast du noch einen Geheimtipp?

Lars: Zeit nehmen! Dazu ein vernünftiges Glas – eine Tulpenform ermöglicht der Nase bereits ein Meer an Düften und damit ein intensiveres Geschmackserlebnis. Unbedingt auf Eis verzichten. Ich empfehle den puren Genuss, um das Produkt an sich wirklich kennen zu lernen und zu verstehen. Und noch ein Geheimtipp für diejenigen, die sich neu in die Welt des Cognac und Armagnac vortasten: Probiere auch Pineau des Charentes. Das ist eine Cuvée aus unfermentiertem Traubenmost und Eau de vie de Cognac, angenehm süß. Wunderbar leicht gekühlt als Aperitif oder auch mit etwas gutem Käse kombiniert, sehr fein um einen schönen Abend oder ein gutes Essen ausklingen zu lassen. Französische Lebensart eben!

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