Das Bourbon-Fass
in der Rum-Reifung (Teil 1/3)

Die Spirituosenreifung im Bourbon-Fass: die klassische Methode

Für die Lagerung und damit gleichzeitig für die Reifung von Spirituosen wie Rum und Whisky bieten sich theoretisch verschiedene Fässer an. Beim Holz wird in fast allen Fällen auf die Eiche gesetzt, wobei andere Spirituosen gern auch in anderen Holzarten ruhen. Unterschiede lassen sich bei der vorherigen Befüllung jenes Eichenfasses feststellen. Der Klassiker schlechthin ist das Bourbon-Fass. Warum werden Bourbon-Fässer so häufig verwendet, und wie wirkt sich die Lagerung im Bourbonfass auf die Spirituosen aus?

Warum das Bourbonfass für die Lagerung von Spirituosen?

Wieso verwenden die meisten Hersteller und Abfüller das Bourbon-Fass für die Spirituosenreifung? Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Zum einen eignen sich die Fässer aus amerikanischer Weißeiche von den Holz-Eigenschaften her bestens für die Reifelagerung von Spirituosen wie Whisky und Rum. Zum anderen stehen Bourbonfässer für die Spirituosenlagerung in großen Mengen zur Verfügung. Das hängt mit den Vorschriften für die Herstellung von Bourbon Whiskey aus den USA zusammen.

USA

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der Whiskey in neue, ausgebrannte Weißeichefässer gefüllt wird, die zuvor nicht schon mit Alkohol befüllt waren. Dementsprechend dürfen Bourbon-Fässer nur ein einziges Mal mit Bourbon Whiskey befüllt werden. Statt sie zu zerstören oder mühevoll zu entsorgen, liefern die Brennereien sie an Whiskyhersteller in Schottland, Whiskeyhersteller in Irland, weitere Destillerien in Ländern wie Japan und natürlich an Rumhersteller aus aller Welt. Auch andere Spirituosen erfahren manchmal eine Reifelagerung im Bourbon-Fass, weil es so einfach zu beziehen ist und so berechnend-klassische Ergebnisse liefert.

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Die Vorteile der amerikanischen Weißeiche

Die Herstellung von Fässern aus amerikanischer Eiche für die Lagerung von Bourbon und anderen Spirituosen ist im Vergleich zur Fertigung von Fässern aus europäischer Eiche bzw. französischer Eiche leichter zu bewerkstelligen. Warum wird amerikanische Weißeiche (Quercus alba) bevorzugt? Erstens zeichnet sich diese Eiche durch ein rasches Wachstum aus und zweitens wächst sie auch gerade und weist eine großporige Holzbeschaffenheit auf. Das Holz verfügt über eine hohe Dichte von 770 kg/m3. Des Weiteren weist das Holz der Weißeiche aus Amerika einen vergleichsweise hohen Tylosegehalt für eine gute Dichte und Vanillingehalt (Monogalloyl Glukose) für die Abgabe von Aromen auf. Das alles macht die Spirituosenreifung im Bourbon-Fass effektiver und die Verwendung von Weißeichefässern effizienter für die Betriebe. Die unregelmäßiger und länger wachsende europäische Eiche (Quercus robur) weist mehr Tannine auf, was wiederum für andere Spirituosen wie Cognac und für Wein von Vorteil ist. So manch ein Sherry-Fass für die Spirituosenreifung wurde aus französischer Eiche gefertigt, aber das Bourbonfass für die Spirituosenlagerung hat klar die Überhand. Das auch als American Standard Barrel bezeichnete Bourbon-Fass für die Spirituosenreifung besitzt ein Fassungsvermögen von rund 208 Litern (60 Gallonen), ist also kleiner als das Sherry-Fass und das ebenfalls zum Tragen kommende Portwein-Fass.

Fortsetzung folgt.

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