Die Entstehung des Rums:

Eine genussreiche Geschichte

Rum ist eine der Spirituosen, die jeder kennt. Das Destillat aus Zuckerrohr blickt auf eine jahrhundertelange Erfolgsgeschichte zurück, die ihren Anfang in der Karibik oder Südamerika nahm. Die Geschichte des Rums ist von Höhen und Tiefen und interessanten Entdeckungen geprägt. Wer mehr über die Entstehung erfahren will, kann hier die wichtigsten Fakten zur Rum-Geschichte finden.

Der Ursprung des Rohstoffes

Seit wann genau der Mensch das Süßgras gezielt nutzt und anbaut, das ist nicht zweifelsfrei geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass in Ostasien schon im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt in Ländern wie Indien, China und Neuguinea Zuckerrohr angebaut wurde. Etwa ein Jahrhundert nach Christi Geburt gelangte das Zuckerrohr durch den intensiven Handel mit Asien in den Nahen Osten ins Persische Reich. Die Inder und Araber führten ihren Zucker u. a. im antiken Rom ein, wo man die Methode der Kristallisierung zum Haltbarmachen entdeckte und wo der Zucker in der Medizin Verwendung fand. Die Kreuzzüge im Orient brachten später die Europäer im Allgemeinen mit dem Zucker in Verbindung, wobei sie auch den Anbau von Zuckerrohr kontrollierten. Man errichtete im Mittelmeerraum wie z. B. um Griechenland weitläufige Plantagen für den Anbau der Nutzpflanze, wobei es nach der Pestepidemie im späten Mittelalter zu einem Einbruch kam. Große Teile der Welt wurden mit dem Zuckerrohr aus dem mediterranen Raum – aufwändig unter Zuhilfenahme von Sklavenarbeit kultiviert und verarbeitet – versorgt.

Was führte dazu, dass sich das drastisch änderte? Die Entdeckung der Neuen Welt. Nachdem Christoph Kolumbus im Jahre 1492 den späteren amerikanischen Kontinent entdeckte, wurde die Karibik von den Spaniern, Franzosen und anderen Europäern kolonisiert. Man erkannte rasch, dass das dort vorherrschende tropische Klima sich besser zum Zuckerrohranbau eignete als die heimischen Bedingungen. Auf jeder karibischen Insel und in den süd- und mittelamerikanischen Ländern wurde der Anbau von Zuckerrohr im großen Stile eingeführt. Kolumbus selbst soll die erste Zuckerrohrpflanze in die Neue Welt gebracht haben und auf der Insel Hispaniola (heute Dominikanische Republik und Haiti) angepflanzt haben. Andere vertreten die Meinung, der Grundstein wurde auf der Insel Barbados gelegt und das Ganze geschah einige Jahre früher oder später. Jedenfalls kamen die Kolonialherren im Laufe der Zeit auf die zündende Idee, die Beiprodukte der Zuckergewinnung – allen voran die Melasse – zu fermentieren und destillieren und daraus Alkohol zu erhalten. Dieser Zuckerrohrschnaps wurde den Sklaven und der armen Unterschicht als Belohnung für die knochenbrechende, schweißtreibende Arbeit verabreicht, und der Rum war geboren.

Die Entstehung des Rums

Wo und wann wurde Rum erfunden? Und von wem? Bei der Entdeckung des Rums spielten die Sklaven eine wichtige Rolle. Nach den Eroberungszügen der Europäer in Afrika etablierte sich die Sklaverei parallel zur Plantagenwirtschaft in den neuen Kolonien in exotischen Gefilden. So brachten die Spanier afrikanische Sklaven in die heutige Karibik, wo sie für die knochenbrechende Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen ausgebeutet wurden. Um die Sklaven zu belohnen und zu stärken - und dabei gleichzeitig die Kosten zu reduzieren - verließ man sich auf "Zuckerwein" aus Melasse (einem Beiprodukt der Zuckergewinnung) und Wasser. Mehr und mehr wurden die Europäer auf dieses Gebräu aufmerksam, das die Sklaven tranken und weiterentwickelten. 

Rum

Zu jenem Zeitpunkt war der Rum-Vorläufer ein roher Brand, alkoholhaltig und intensiv mit kaum Aromen. Im Laufe der Zeit wurde dieses Grundprodukt durch das Destillieren in Zuckerrohrschnaps verwandelt. Die Wurzeln von Rum aus der Karibik liegen vermutlich in Barbados, doch auch Brasilien ist als Ursprungsland für erste Vorläufer im Rennen, da sich die Plantagenwirtschaft in beiden Regionen fast zeitgleich entwickelte. Der Begriff Rum entstand vermutlich aus "rumbullion".

Der Rum und die Seefahrt

Viele Markennamen und Produktdesigns legen es heutzutage nahe, dass der Rum einst eng mit der Seefahrt verbunden war. Das ist mehr als nur ein Marketing-Gag! Neben den Seeleuten, Seeräubern und Freibeutern der Karibik fanden auch Schmuggler und Sklavenhändler Gefallen an der Zuckerrohrspirituose. Die Entstehung des Rums mitsamt seiner Weiterentwicklung dank Destillation wurde zudem direkt von der Seefahrt und dem Exporthandel beeinflusst: Die Europäer füllten den Rum in Holzfässer, um ihn an Bord der Segelschiffe monatelang in die Heimat zu transportieren. Dabei stellte man fest, dass die Aufbewahrung im Holzfass sich positiv auf die Spirituose auswirkte. Geboren war die Idee zur Lagerung von Rum in Eichenfässern.
Da die Schiff sreisen ausgesprochen lang waren, absorbierte das Fass die unerwünschten Inhaltsstoffe, was die Flüssigkeit reiner machte. Außerdem wirkte sich der Holzkontakt auf die Farbe, das Aroma und den Geschmack aus. Damit wurde aus dem ursprünglich recht rauen und scharfen Rum mit eher neutralem Charakter ein angenehm zu trinkendes, aromatisches, alkoholisches Getränk, das sich in Europa langfristig durchsetzen konnte. Der spanische Stil, der britische Stil und der französische Stil bildeten sich mit jeweils leicht anderen Methoden heraus.
Auch der Rhum Agricole aus vergorenem Zuckerrohrsaft statt Melasse ist Teil der Entwicklung des Rums.

Parallel dazu wurde der Rum zum beliebten Getränk der britischen Royal Navy: Die Regierung begann 1731 damit, die Marinesoldaten auf hoher See mit täglichen Rum-Rationen zu versorgen. So entstanden der Navy Rum und der hochprozentige Navy Strength Rum. Auch Rum-Mischungen wie der Grog und Rum Verschnitt aus Flensburg in Deutschland (damals Dänemark) sind ein Teil dieser frühen Entstehungsgeschichte des Rums. Darüber hinaus war es schon in der Vergangenheit üblich, Rum zu aromatisieren, indem man ihm Früchte, Gewürze und andere Zutaten beimischte. Wir greifen dies mit Spiced Spirituosen auf Rum-Basis, Elixir und Rumlikör auf.

Eichenfässer
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