Gin & Tonic gegen Mückenstiche

Hilft das wirklich?

Man munkelt ja öfter, Spirituosen würden gegen das eine oder andere Problem helfen (oder es zumindest eine Weile vergessen lassen). Manchmal ist in den Behauptungen und Legenden sogar ein Körnchen Wahrheit enthalten. Aktuell machen die News die Runde, dass Gin & Tonic gegen Mückenstiche helfen soll. Wir haben das mal unter die Lupe genommen.

 

Gegen Mückenstiche Gin & Tonic trinken

Wieso hält sich hartnäckig die Behauptung, man könne sich mit Gin & Tonic gegen Mückenstiche schützen und sich die lästig surrenden, kleinen Blutsauger vom Leibe halten? Die Antwort liegt eher im Gin als im Tonic, aber der Gin wird nun einmal nicht so oft pur genossen. Ein Synonym für den Gin ist Wacholderschnaps, und genau damit gehen wir dem Geheimnis so langsam auf den Grund: Die Hauptzutat – und gleichzeitig die einzig vorgeschriebene Zutat aus theoretisch über 120 geeigneten pflanzlichen Komponenten, die man Botanicals nennt – sind Wacholderbeeren.

© mycteria
© mycteria/fotolia

 

Sie wachsen in vielen Ländern der Welt, auch hier bei uns. Die ätherischen Öle der Wacholderbeeren, die den Alkohol aromatisieren, sollen gegen Mückenstiche schützen. Moskitos mögen ihren Geruch nämlich nicht. Da Wacholder die Hauptzutat bei Gin ist und gemeinsam mit Koriandersamen und Zitrusfruchtschalen den Löwenanteil der Aromatik ausmacht, scheinen die Chancen groß, dass genügend ätherische Öle vorhanden sind, um die hungrigen Plagegeister im Sommer oder beim Urlaub in den Tropen von der Haut fernzuhalten. Aber reicht das wirklich aus – vor allem, wenn man den Gin mit Tonic Water und Eis verdünnt?

© Brent Hofacker/fotolia
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Mit Gin & Tonic Moskitos abwehren?

In dieser Hinsicht lohnt es sich ebenfalls, ein bisschen nachzuforschen. Das Tonic Water wurde interessanterweise in Indien erfunden, weil die Briten sich während der Kolonialherrschaft mit Chinin gegen durch Stechmücken übertragene Tropenkrankheiten wie Malaria schützen wollten. Das bittere Chinin – ein aus der Chinarinde gewonnenes Pulver – diente als Malariaprophylaxe (Tabletten gab es zu jenem Zeitpunkt noch nicht), und um gegen seinen herben Geschmack anzukämpfen, vermischte man es mit Wasser.

Dann kam den Engländern die glorreiche Idee, das chininhaltige Wasser mit ihrem heißgeliebten Gin zu mixen und durch die Kräuter- und Fruchtnoten die Bitterkeit noch mehr zu vertuschen. Geboren waren das Tonic Water (später mit Kohlensäure versetzt) und der Gin & Tonic, der heute zu den beliebtesten Longdrinks zählt. Nach wie vor enthält Tonic-Wasser den Wirkstoff Chinin aus der Rinde des Chinarindenbaumes. Diesem wird ein betäubender, leicht schmerzlindernder Effekt nachgesagt – was bei Mückenstichen nun wirklich von Vorteil ist.

Fazit: Ein Versuch lohnt sich

Es lässt sich zwar nicht abstreiten, dass sowohl die Wacholderbeeren als auch das Chinin eine gewisse Wirkung in Verbindung mit Mücken entfalten – aber das soll nicht bedeuten, dass sich diese Methode wirklich empfiehlt. Bewiesen ist nichts. Und eins ist klar: Du müsstest eine ziemlich hohe Menge an Gin & Tonic trinken, um die Inhaltsstoffe bzw. deren Duft über die Haut selbst abzugeben. Einfach nur das Glas in der Hand zu halten und am Drink zu sippen, reicht definitiv nicht aus. Aber wer sagt schon nein zu noch mehr G&T? Stechen dich die Mücken doch, kannst Du mit einem Eiswürfel aus dem Gin & Tonic immerhin die Bissstelle kühlen und damit den Juckreiz lindern…

              

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