Wie schmeckt der Rum?
Die Nase beginnt mit einem kräftigen, aber einladenden „Hogo“-Schlag. Fermentierte Beeren dominieren, untermalt von einer leicht säuerlichen Note, die an Naturjoghurt und Apfelessig erinnert, grüne Oliven, ein Hauch von frischer Kiefernrinde, Weingummi, leicht phenolisch, aber nicht unangenehm. Nach ein paar Minuten im Glas treten weichere Töne hervor: Karamell und Vanille, aber auch eine gewisse Gerbstoffigkeit, vermutlich vom Weinfass.
Der erste Schluck ist geschmeidig und frisch, mit einer lebendigen Fruchtigkeit. Tropische Früchte wie Ananas und Beeren tanzen auf der Zunge, begleitet von einer zitrusartigen Frische. Aromen von Eukalyptus und schwarzem Tee legen sich über die fruchtige Basis, begleitet von einem zarten Hauch Vanille und einer Spur Rauch. Der hohe Estergehalt fügt einen funky Unterton hinzu, der an jamaikanische Klassiker erinnert. Der Körper ist mittelschwer.
Der Abgang ist mittellang, trocken und holzbetont. Leichte Röstaromen, eine dezente Phenolnote, dazu etwas Walnuss und Lakritz. Keine Spur von Vanillebombast oder tropischer Süßholzsauce.
Fazit
Der Killik Gold Aged ist ein Statement. Kein klassischer Rum im Sinne der großen karibischen Vorbilder, sondern eine australische Interpretation von gereifter Melasse, die mehr mit Naturwein und Craft Spirits gemein hat als mit Mainstream-Rum. Er polarisiert – und das mit Absicht. Aromatisch wandelt er zwischen Jamaika und Reunion.
Hendrik, von Zucker & Zeste