Die nette Alternative zum Mixen: Old Tom Gin

Nicht nur beim Whisky und beim Rum gibt es mehrere Stile, die dank ihrer Eigenheiten für unterschiedliche Verwendungszwecke geeignet sind. Auch an Gin Sorten mangelt es nicht. So ist es ein Markenzeichen von Wacholderschnaps, eher trocken zu sein. Es geht aber anders, wenn Du Lust darauf hast: Der Old Tom Gin ist sozusagen der Charmeur unter den Gin Arten, denn bei ihm ist ein wenig mehr Süße im Spiel. Was ist an ihm noch besonders? Wir haben für dich fünf Fakten zum Old Tom Gin zusammengestellt, denn er sollte in keiner gut ausgestatteten Bar und Hausbar fehlen.

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In der Süße liegt die Würze

Wer meint, mehr Süße bedeute, es handle sich um einen ungewöhnlichen Gin-Stil mit aufdringlich süßem Charakter wie bei einem Likör, der irrt sich. Old Tom Gin wirkt lediglich im Vergleich zu den Klassikern wie Dry Gin und London Gin etwas weniger Trockenheit auf. Das liegt daran, dass man das Destillat leicht süßt. Allzu viel Zuckersirup ist jedoch nicht erlaubt. Genau genommen stellt der Old Tom Gin die "fehlende/goldene Mitte" zwischen trockenerem London Dry Gin aus England und süßerem Jenever bzw. Genever aus den Niederlanden dar.

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Old Tom Gin war einst der Klassiker

Heute mag er zwar die Ausnahme der Regel darstellen und nur von manchen Brennereien ins Sortiment integriert werden, aber Old Tom Gin war damals weitaus üblicher als Dry Gin. Auf die Idee mit dem Süßen durch die Zugabe von Zuckersirup nach dem Brennen kamen die Engländer, und im 17. sowie 18. Jahrhundert genoss dieser Ginstil eine hohe Beliebtheit. Vermutlich wollte man durch die Zuckerzugabe darüber hinwegtäuschen, dass man illegal Gin destillierte, sowie die Kosten senken. Erst allmählich, als nach mehr Qualität gesucht wurde, gewann der Dry Gin samt dem London Gin Oberhand. Das führte wiederum dazu, dass der Old Tom Gin aus Großbritannien fast von der Bildfläche verschwand. Die "Craft Cocktail" Bewegung in den letzten Jahren hat ihm zur Wiederauferstehung verholfen. Inzwischen veröffentlichen alle Gin-Hersteller, die etwas von sich halten, einen süßlichen Old Tom Gin als beinahe süffige Alternative.

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Auf die Katze gekommen

Warum heißt der Old Tom Gin eigentlich so? Er verdankt seinen Namen einer lustigen historischen Begebenheit: Der von der britischen Regierung erlassene Gin Act sollte die Massenproduktion regeln und war u. a. mit hohen Abgaben verbunden. Daher schenkte man in den Pubs, Kneipen und Bars die Spirituose heimlich aus. Als Signal, dass in einem Etablissement Gin aus der Schwarzbrennerei ausgeschenkt wurde, hängte oder stellte man ein Schild mit einem Kater auf. Einige gingen sogar noch weiter und dachten sich etwas Cleveres aus: Warfen die Vorübergehenden Münzen in das Maul des Holzkaters, galt dies als Bezahlung. Im Inneren des Gebäudes goss der Barkeeper den gezuckerten Old Tom Gin in die Vorrichtung, und er floss durch einen Schlauch aus den Katzenbeinen heraus. Das englische Wort für "alter (schwarzer) Kater" ist "old (black) tomcat", und daraus entstand der Old Tom Gin.

Eine süße und milde Verführung:
©Instagram_haymansgin
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Ein liebliches Trinkerlebnis

Der Verzicht auf allzu viel Trockenheit macht den Old Tom Gin zugänglich und harmonisch. Er wirkt automatisch auch etwas sanfter, wobei er ebenfalls einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 % vol. aufweisen muss. Wie beim London Dry Gin dominieren die Wacholdernoten von Pinie und feiner Würze, doch Du wirst beim Old Tom kaufen feststellen, dass ein harmonischer Gesamteindruck entsteht. Der süßliche Unterton hilft dabei, die Botanicals auszubalancieren und die Wacholdernote ein wenig zu mindern. Ein Beiklang von Zitrusfrüchten ist üblich, ein florales oder herbales Profil eher selten. Old Tom Gin ist nicht so Botanical-lastig wie New Western Dry Gin und nicht so auf Fruchtigkeit und Süße ausgerichtet wie Sloe Gin Likör.

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Mixbares Multitalent

Wie seine Brüder eignet sich der Old Tom Gin für Cocktails. Man sollte also beim Gin kaufen sowohl in trockenen London Dry Gin als auch in die gesüßte Alternative investieren. Der bekanntes Old Tom Gin Cocktail ist der Tom Collins mit Zitronensaft, Zuckersirup und Soda, der ursprünglich John Collins hieß. Manche verwendeten dafür Plymouth Gin aus der namensgebenden Stadt. Weitere Longdrinks und Cocktails mit Old Tom Gin sind z. B. Martinez, Foghorn, Black Cat, Vesper Martini, Wedgewood Cooler, und Emerson. Empfehlenswerte Marken sind Hayman's Old Tom Gin, Citadelle Old Tom Gin, und der exotische Kinobi Kyoto Ki No Tou Old Tom Gin aus Japan. Die Trinkstärke liegt meist bei mehr als 40 % vol., was zum Mixen gut ist.

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