„Wasser des Lebens“: Geistvolles aus Früchten

Ob als Aperitif oder als Digestif – Edelbrände haben einen festen Platz in unserem gesellschaftlichen Leben. Sie werden für ihre belebende und wohltuende Wirkung hochgeschätzt und tragen nicht umsonst noch heute im Französischen die Bezeichnung „Eau de Vie“, Wasser des Lebens.

…und sie werden immer beliebter, beobachtet Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V.: „Konsumenten schätzen das Handwerk und den Traditionsgedanken im Zusammenhang mit der Herstellung von Spirituosen“ Die Verbraucher möchten wissen, wer hinter den Produkten steht, die sie konsumieren, und wer diese produziert.(BSI 1/2018).

Dabei können sowohl die aromatischen Spirituosen als auch die Kunst des Brennens auf eine lange Geschichte zurückblicken. Schon im Jahre 1512 beschreibt das „Große Destillierbuch“ des deutschen Arztes Hieronymus Brunschwig die Geheimnisse dieses Handwerks.

Obstbrand – nur Obst und Brand?

Die Zusammensetzung und Herstellung ist mittlerweile EU-weit genau festgelegt: „Obstbrand ist eine Spirituose, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation einer frischen fleischigen Frucht oder des frischen Mosts dieser Frucht – mit oder ohne Steine – oder von Beeren oder Gemüse gewonnen wird.“ So ist es in der Spirituosenverordnung festgelegt.

Um den Geschmack der Basiszutaten zu erhalten, darf das Genussmittel nur zu weniger als 86 Prozent Volumenprozent destilliert werden. „Klasse statt Masse“ lautet das Motto der oft unterschätzen Destillierkunst. Ein erfahrener Brenner ist daher unerlässlich, um das gewünschte volle Aroma sowie das spezifische Bouquet und damit eine hochwertige Spirituose – einen Edelbrand - zu erhalten. Von entscheidender Wichtigkeit sind natürlich auch die Qualität und der richtige Reifegrad der verarbeiteten Früchte sowie ein kontrollierter Gärprozess mit ausreichender Reifezeit.

Obstbrand

Mit einer Schnapsidee zum Erfolg

Zum Brennen gehört Leidenschaft… und Birgitta Schulze van Loon brennt für dieses Handwerk! Mit viel Geschick und Begeisterung hat sie eine Passion zum Beruf gemacht - und sich ihren berechtigten Platz in einer überwiegenden Männerdomäne erobert. 11.11.2011 um 11.11 – mit dieser Schnapszahl setzte sie ein Zeichen und eröffnete die erste Brennerei für Premium-Brände in der Hansestadt Bremen. Mit dem Label „Piekfeine Brände“ erfüllte sie sich einen lang gehegten Traum.

Die Traditionskunst hat sie von der Pike auf gelernt: Ihre zweijährige Ausbildung zum Brenner hat sie an der Bayrischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim unter der Federführung des bayrischen Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten erfolgreich absolviert – und ist seither stolze Besitzerin des Gesellenbriefes. Danach folgten zahlreiche intensive Praktika bei Spitzen-Brennereien im Schwarzwald, in Südtirol und in Österreich.

Birgitta Schulze van Loon
Birgitta Schulze van Loon

Das Gute im Geist: Einer Brennerin über die Schulter geschaut

Um zu verstehen, was einen guten Brand auszeichnet und welcher Einsatz dafür nötig ist, gewährt uns Birgitta Schulze van Loon (ehemals Rust) einen Blick hinter die Kulissen von Piekfeine Brände. „Piekfein heißt im Norddeutschen Raum so viel wie exquisit oder erlesen – und diesen Anspruch habe ich auch“, verspricht sie. „Die Auswahl unserer Obstsorten erfolgt sorgfältig durch persönlich bekannte Obstbauern des Vertrauens – sowohl im Süden, als auch regional, wie z.B. im Alten Land –Fallobst wird nicht verarbeitet.“ Ob Obst, Wildfrüchte, Nüsse oder Gemüsesorten – im nächsten Schritt erfolgt dann eine kontrollierte Vergärung unter Säureschutz und Sauerstoffausschluss. Beim Brennen setzt die Crew von Piekfeine Brände auf das energie- und zeitaufwendigere aber traditionelle Rau- und Feinbrandverfahren, welches eine besondere Milde erzeugt.

 

Entscheidend für den (piek)-feinen Geschmack ist die exakte Abtrennung von Vorlauf (Methanol) und Nachlauf (Fuselöle), damit das Herzstück, also der Mittellauf (Ethanol), sehr klein ist.

Qualität: Preisgekrönt!

„Hinter diesen wunderbaren natürlichen Produkten steckt ein körperlich harter und gefährlicher Job und ich musste auch Rückschläge einstecken. Doch ich wollte mit Qualität überzeugen und habe es geschafft! Mittlerweile findet man meine Produkte in 3-Sterne-Restaurants und Feinkostgeschäften, “ freut sich Birgitta Schulze van Loon.

Diverse Auszeichnungen namhafter Ausschreibungen und Preise bei Degustations-Wettbewerben unterstreichen den Erfolg der sympathischen Brem(nn)erin und geben ihrem Motto recht „Gebrannt mit Herz und Hand“! Ihr Wissen, ihre Erfahrung sowie ihre Leidenschaft vermittelt sie in Brennworkshops, Sensorikseminaren und Tastings interessierten Genießern.

Piekfeine Brände

Ein Gläschen in Ehren…

.. können auch bei Birgitta Schulze van Loon sicherlich nur die Wenigsten verwehren. Sie weiß, dass neben den klassischen Bränden aus Birnen und Marillen auch andere Früchte destillierwürdig sind. „Ich liebe die Herausforderung und Vielfalt. So bereichern auch ausgefallenere Sorten, wie z.B. Spargel, Rote Beete, Holunder- oder Vogelbeere unser Sortiment. Oder Nussgeister aus Wal- und Haselnuss: Im Gegensatz zu einem Brand werden bei einem Geist die Aromaträger, wie Nüsse, Beeren oder Kräuter, in reinem Alkohol eingelegt (Mazeration).“

Lust auf Genuss – aber von allen guten Geistern verlassen? Unter www.piekfeinebraende.de finden Sie weitere Informationen über feine Brände.

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