Beliebtes, typisch spanisches Multitalent: Sherry

Weintrauben sind die Basis für so viele verschiedene Arten von alkoholischem Genuss, dass man schnell einmal den Überblick verliert. Viele stellen sich z. B. die Frage "Sherry – was ist das?". Wir haben hierauf Antworten gesucht und erklären dir darüber hinaus auch den Unterschied zwischen Sherry und Portwein.

Was ist Sherry?

Kurz zusammengefasst handelt es sich bei Sherry um eine nur in Spanien hergestellte Spirituose aus der Stadt Jerez de la Frontera in Andalusien. Der verstärkte Weißwein ist in verschiedenen Varianten erhältlich und reift stets auf spezielle Weise nach dem Solera-Verfahren (siehe Solera-Rum). Und warum heißt Sherry Sherry? Der Name bezieht sich auf Sherish, die damalige maurische Bezeichnung für die Ortschaft, die heute Jerez heißt. Im 18. und 19. Jahrhundert verhalfen die Briten dem aufgespriteten Wein zu großer Popularität. Wann serviert man Sherry? Das hängt davon ab, um welche Sherry-Sorte es sich handelt. Wie schmeckt Sherry? Vorab einmal eine Faustregel: Je dunkler der Sherry, desto lieblicher und vielschichtiger ist er. Je heller der Sherry, desto trockener und kraftvoller ist er. Der Geschmack und das Aroma von Sherry werden von diversen Faktoren beeinflusst, die im Folgenden erklärt werden. Meist gesellen sich fruchtige Noten zu Beiklängen von Nüssen und Würze sowie zu mehr oder weniger Süße. Ein im Sherryfass nachgelagerter oder gelagerter Scotch hingegen offenbart oft Töne von Trockenobst, Rosinen, Feigen und dunkler Schokolade.

 

Wie wird Sherry hergestellt? Wie Sherry trinken?

Mehrheitlich verlassen sich die Bodegas wie Williams & Humbert oder Fernando de Castilla auf spanische Weintrauben der Weißweinsorte Palomino Fino. Mehr als 90 % der Rebfläche – die sich über 10.500 Hektar erstreckt – sind hiermit bepflanzt. Ebenfalls zum Einsatz kommt die süße Rebsorte Pedro Ximenez. Abgerundet wird das Ganze durch Muskateller bzw. Moscatel. Die vielen Sherry Sorten entstehen durch Differenzen bei den Ausgangsweinen, der Oxidation und dem Ausbau / dem Reifeprozess. Hier gibt es eine kurze Erläuterung der Fachbegriffe, damit Du gut informiert Sherry online kaufen kannst. Gleichzeitig erhältst Du so Antworten auf die Frage "Wie trinkt man Sherry?"

© neirfy/fotolia

Fino Sherry lagert ohne oxidativen Einfluss unter einer dicken Florschicht. Es präsentiert sich als trockener Sherry mit hellem Farbton, der circa drei bis zehn Jahre in der Solera verbringt und in der Regel einen Alkoholgehalt von 15 bis 18 % vol. sein Eigen nennt. Fino Sherry stellt die Vorstufe für die beiden anderen Sherry-Sorten Amontillado und Palo Cortado dar und eignet sich für Einsteiger. Du trinkst ihn am besten kühl bei einer Trinktemperatur von 5 bis 7 °C, als Aperitif vor der Mahlzeit oder zur Mahlzeit.

Manzanilla Sherry ist eine spezielle Variante vom hellen Fino Sherry, welche nicht aus Jerez de la Frontera, sondern aus Sanlúcar de Barrameda stammt. Er profitiert von einer geschützten Herkunftsbezeichnung und wir von den regionaltypischen Bedingungen geprägt. Auch er reift unter Flor (Hefeschicht). Der verstärkte Wein für Manzanilla Sherry besitzt meist einen leicht salzigen bis feinherben Geschmack und sein Alkoholgehalt liegt bei mindestens 15 % vol. Wir empfehlen eine kühle Trinktemperatur von 5 bis 7 °C.

Amontillado Sherry ist ebenfalls populär und ein bisschen komplizierter. Diese körperreiche Sherry-Sorte darf sich erst als Fino mehrere Jahre unter Flor entwickeln.

Daraus entsteht ein Amontillado Sherry, wenn nach dem Absterben der Florhefeschicht eine Oxidation an der Luft beginnt. Die Farbe von Amontillado ist relativ dunkel, von Bernstein bis Goldbraun oder Mahagoni. Die Übergangsstadien bezeichnet man in Fachkreisen als Fino Pasada, Fino-Amontillado und Amontillado-Fino. Das delikat würzige Aroma von trockenem Amontillado Sherry ruft Haselnüsse und Mandeln in Erinnerung. Der Alkoholgehalt liegt bei 16 bis 22 % vol. Süße Varianten sind seltener. Die ideale Trinktemperatur beträgt rund 12 bis 16 °C.

Oloroso Sherry präsentiert sich laut spanischer Bezeichnung als duftend bzw. aromatisch. Es sind seine Fässer, die gern für ein Sherry-Finishing von Whisky verwendet werden. Der Oloroso Sherry entsteht unter oxidativem Einfluss, also ohne Florschicht. Er gilt als komplexer als Amontillado und aussagekräftiger als Fino. Meist ist er dunkel und vergleichsweise trocken. Der Alkoholgehalt von Oloroso Sherry pendelt sich bei 17 bis 20 % vol. ein. Nachgesüßte Sherry Sorten der Rubrik Oloroso profitieren häufig von Pedro-Jimenez-Trauben. Wir legen dir eine Trinktemperatur von 12 bis 16 °C ans Herz, je nach Alter und Süße. Möchtest Du online Sherry kaufen, gibt es reichlich Auswahl an Oloroso Sherry bei Rum&Co.

Palo Cortado Sherry ist eine Rarität von dunkler Farbe, die das Aroma von Oloroso mit der Frische von Amontillado kombiniert und durch das plötzliche Absterben der Florhefe gebildet wird. Palo Cortado Sherry durchläuft einen recht langen oxidativen Prozess, wird normalerweise trocken ausgebaut und verfügt über einen Alkoholgehalt von 18 bis 22 % vol. Er gibt sich nussig statt fruchtbetont. Die optimale Trinktemperatur für Palo Cortado ist rund 13 °C – wobei moderne Produkte nur noch dem damaligen Stil nachempfunden sind und leicht anders hergestellt werden.

V.O.S. und V.O.R.S. Sherry sollte als anspruchsvolle Klasse für sich betrachtet werden. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich Premium-Spirituosen mit zertifiziertem Alter: V.O.S. steht für Weine mit einem Alter von mehr als 20 Jahren und V.O.R.S. wird für über 30 Jahre alte Weine verwendet. V.OR.S. Sherry wird überprüft und verkörpert raren Genuss von herausragender Qualität. Die lange Lagerung macht ihn tiefgründig und elegant.

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Wozu verwendet man Sherry? Wie Sherry servieren?

Getrunken wird Sherry als Aperitif oder Speisebegleiter, selten als Digestif. Man genießt ihn pur, idealerweise im stilvollen Weißweinglas mit genug Weite, damit sich die Aromen ungestört entfalten können. Verfügt das Sherryglas über einen langen Stiel, hält das den verstärkten Weißwein länger kühl. Außerdem kannst Du so gut zum Essen Sherry trinken. Als Alternative lässt sich im Copita-Glas Sherry servieren, das kleiner ist. Wozu passt Sherry? Es muss keine spanische Küche sein, denn Sherry ist ein Multitalent, das zu Vorspeisen und Hauptgerichten serviert wird. Wozu wird Sherry getrunken? Er eignet sich sogar als Dessertwein zu Nachspeisen. Was ist Sherry Cream? Darunter versteht man einen cremigen, zugänglichen Sherry, der vollmundig süß und samtig ist. Als ein Verschnitt aus Oloroso und rektifiziertem Traubensaftkonzentrat oder natursüßem Wein passt Cream Sherry prima zu Obst, Süßspeisen und Käse. Pale Cream Sherry basiert anteilig auf Amontillado oder Fino statt Oloroso. Fino Sherry kombiniert man gern mit Fisch oder Meeresfrüchten, wohingegen Manzanilla mit hellem Fleisch und Vorspeisen oder Tapas viel Spaß macht. Bei Zimmertemperatur genossener Amontillado ist der klassische Aperitif. Süffiger, reicher Oloroso macht zu würzigem Käse, Fleisch und Wild eine gute Figur. Pedro Ximenez begeistert als Begleiter zu Desserts und Blauschimmelkäse. Manche mischen Sherry mit Limonade zu einem Longdrink.

Portwein: der Sherry Ersatz

Welche Spirituosen sind ähnlich wie Sherry? Die meisten von uns denken an den Port aus Portugal, der ebenfalls ein verstärkter bzw. aufgespriteter Wein ist. Was ist der Unterschied zwischen Portwein und Sherry? Port und Sherry weisen durchaus Parallelen auf: Sie wurden beide von den Engländern bekannt gemacht, sind beide auf jeweils ein Land und eine Region sowie bestimmte Trauben und Vorgehensweisen beschränkt und eignen sich als Aperitif oder Speisebegleiter. Der Hauptunterschied zwischen Sherry und Portwein ist, dass die beiden Likörweine auf verschiedene Weise entstehen. Beim Portwein spielt Sortenvielfalt bei den Trauben eine wichtige Rolle, beim Sherry sind die Qualitätsstufen bzw. Sorten mit anderem Veredelungsprozess entscheidend. Ruby Port und Tawny Port wirken zudem roter bzw. dunkler sowie süßer und schwerer, und Sherry erscheint häufig trockener sowie leichter.

Und noch ein wesentlicher Unterschied zwischen Portwein und Sherry ist erwähnenswert: der Alterungsprozess. Während Sherry erst den kompletten Fermentationsprozess durchläuft und anschließend mit dem jeweiligen Destillat zum Verstärken gemischt wird, gewinnt man Portwein durch den Zusatz von neutralem Traubenbrand, um den Gärungsvorgang zu stoppen und den Alkoholgehalt zu erhöhen. Sherry wird nach dem sistema solera gereift, bei dem Eichenfässer mit verschieden alten Destillaten übereinander in Reihen (criaderas) lagern und mehrfach Inhalte umgefüllt sowie miteinander vermischt werden. Port hingegen lagert auf reguläre Weise im Keller in Holzfässern. Die tulpenförmige Copita für Sherry und das Weinglas für Portwein heben sich ebenfalls ein wenig voneinander ab. Im Grunde ist es dir überlassen, ob Du lieber Sherry trinken oder Portwein trinken möchtest. Für die Küche eignen sich beide Weine, wobei auf die Produktspezifikationen zu achten ist.

Unsere Portwein- und Sherryvielfalt
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