So findest du das passende Tonic für deinen Gin

Ich kann mein Grinsen kaum unterdrücken. Mein Paket ist da. Gestern hab ich es bestellt und heute ist es bereits angekommen. In Windeseile packe ich den Karton auf den Tisch, nehme mir ein Messer aus der Schublade und trenne die Klebestreifen auf. Meine Hände zittern, als ich die Laschen aufklappe und auf den Inhalt starre. Da ist er. Endlich.

Mein neuer Gin. Ich hab lange überlegt, die Auswahl ist einfach mal riesig - und mich für genau diesen hier entschieden. Aufgeregt schnappe ich mir die Flasche, hetze ins Wohnzimmer und lande bei meiner Bar. Mit ein paar Handgriffen fördere ich ein Glas zu Tage, befülle es mit einem guten Schlucks des Gins. Ich führe ich meine Hand in Richtung Schrank. Plötzlich stoppe ich, halte ich einen Moment inne und wage kaum zu atmen.

Verflixt noch mal. Welches Tonic soll ich zu diesem Gin nehmen? So auf die Schnelle weiß ich keinen Rat. Worauf kommt es eigentlich an, dass ein Tonic Water zu einem Gin passt oder nicht? Ist das eine reine Geschmackssache oder gibt es ein System dahinter? Die Auswahl an Tonic ist nämlich riesengroß. Thomas Henry, Goldberg, Schweppes, Fever Tree und Windspiel Tonic Water sind die ersten Marken, die mir durch den Kopf schießen. Welches Tonic Water ist nun die richtige Kombination für meinen Gin?

Das Zusammenspiel zwischen Gin und Tonic

Zuerst musst du die Wirkung von Tonic auf den Gin verstehen. Es gibt einige Gins, die kannst du gut pur trinken. Davon gibt es allerdings nicht allzu viele. Die Regel ist, der Gin ist wie ein Aromenkonzentrat, wie ein Sirup, mit ganz viel Geschmack auf einen Tropfen. Wenn du den auf die Zunge nimmst, dann wirst du überrannt. Du hast das Gefühl ein Panzer fährt durch deinen Mund, da sind subtile Geschmacksnuancen einfach nicht herauszufinden. Was tust du mit einem Sirup?

Du verdünnst ihn mit Wasser. Und genauso ist es mit dem Gin. Du öffnest das Aroma durch die Zugabe von Tonic. Aus dem Panzer wird ein Chopper, mit dem du langsam durch die Aromenwelt cruised. Plötzlich hast du viel weniger intensiven Geschmack auf einen Punkt konzentriert, statt dessen in leichtere Aromen aufgefächert. Die übliche Verteilung von Gin und Tonic Water ist 1:4. Versuch es einmal mit 1:3, 1:2 oder gar 1:1. Du wirst häufig merken, es bedarf gar nicht so viel Tonic, um einen Gin zu öffnen.

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Klar, wenn du im Garten bei brütender Hitze sitzt und einfach eine Erfrischung möchtest – dann macht viel Tonic im Gin Tonic genau das. Mit einem kleinen Manko. Tonic ist bitter. Wenn du eine bittere Geschmacksrichtung so gar nicht magst, dann wirst du Gin Tonic nur schwer begreifen. Unter anderem ist es gerade diese Bitterkeit, welche dem Gin Tonic dieses Gefühl von Erfrischung verleiht. Etwa 95% aller Menschen auf der Welt trinken Gin als Gin & Tonic und lassen sich, gerade im Sommer, auf diesen Frischekick ein. Gehörst du dazu?

Wer die Wahl hat, der hat die Qual!

Damit du nicht wie der Ochse vorm Berg stehst – Tonic Water kannst du grob in diese 7 verschiedene Kategorien einordnen:

1. Bitter, 2. Light, 3. Zitrusfrisch, 4. Orangigsüß, 5. Feinherb, 6. Blumig und 7. Verrückt.

1. Bitter Tonic oder auch Indian Tonic

Die bekannteste Form von Tonic ist das Indian Tonic. Es ist mit einer relativ ausgeprägten Bitternote versehen und diese passt vor allem zu einem klassischen Gin. Zudem ist es wohl die bekannteste Ausprägung und der erste Geschmack, der dir durch den Kopf schießt, wenn du an Gin & Tonic denkst. Es stellt generell eine gute Komponente für deinen Gin & Tonic dar und passt praktisch zu jedem Gin. Fever Tree Indian Tonic und Schweppes Indian Tonic Water stellen zwei gute Vertreter dar. Schweppes Tonic Water ist an sich ein gutes Tonic. Hochperlig, mächtiger Geschmack. Genau das schadet vielen Gins jedoch, da das Tonic zu dominant wirkt. Wacholderbomben profitieren vom Schweppes und einem „einfachen“ Gin verhilft es zu mehr Klasse. Das Fever Tree Tonic hingegen ist sicher einer der besten Vertreter seiner Art. Es wirkt eher subtil und passt sich an. Speziell das Fever Tree harmoniert mit jedem einzelnen Gin auf dieser Welt.

Indian Tonic passt besonders gut zu: Ausgeprägten Wacholdernoten, bitteren und mächtigen Gins (Makar Gin, August Gin & Gansloser Black Gin).

Das passende Fever Tree Indian bei uns im Shop:
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2. Tonic Light

Ein Light Tonic ist ein Tonic, dass mit der Hälfte der üblichen Zuckermenge auskommt. Die zitronige Komponente geht geschmacklich etwas nach oben und du wirst ein wenig an diesen Zitronenstich erinnert, den du erlebst, wenn du Zitrone auf deinen Fisch träufelst. Mit diesem Tonic machst du die Gins glücklich, die von Haus aus süß wirken und vor allem auf zitrische Botanicals setzen. Orange, Zitrone, Limette, Mandarine sind wunderbar gut harmonierende Bestandteile eines Gins, auf die dein Light Tonic anspricht. Fever Tree Naturally Light und das Windspiel Dry Tonic sind die wohl besten Tonics dieser Art. Sie verhalten sich recht sanft ohne dabei zu intensiv zu wirken. Schweppes hat ebenfalls ein Light Tonic am Start, dass insgesamt ein wirklich gutes Tonic ist. Es platziert eine ganz leicht blumige Note hinzu. Und verleiht vor allem einfachen, zitruslastigen Gins den besonderen Kick!

Light Tonic passt besonders gut zu: Zitruslastigen Gins oder fruchtig-süßen Botanicals (z.B. Tanqueray Rangpur & Lola Vera Gin Naranjas).

3. Zitrusfrisches Tonic Water

In einem zitrusfrischen Tonic gibt eine weniger dominante Bitternote. Diese wird von einem Extrahauch Zitrone begleitet. Dadurch wirkt es kräftiger, als die Indian Tonics und häufig etwas süßer. Ein Gin mit wenig zitronenlastiger Ausprägung wird deutlich in diese Richtung geschoben. Es verfälscht allerdings den Eindruck des Gins ein wenig. Goldberg Tonic Water ist ein gutes Beispiel für ein solches Tonic Water. Auch das Windspiel Tonic darf sich dazu zählen. Da viele Gin Genießer, vor allem zu Beginn ihrer Gin-Reise, zitrische Komponenten gerne mögen und willkommen heißen, ist es vor allem ein gutes Tonic für die Anfangsphase. Später wirkt die Portion Extra-Zitrone unnatürlich und beeinflusst viele Gins viel zu deutlich. Natürlich ist es immer dein Geschmack und im Sommergarten mit Freunden beim Grillen: Welcome G and T with Goldberg and Windspiel Tonic!

Zitrusfrisches Tonic passt besonders gut zu: Strukturierten Gins mit wenig kräftigen Nuancen (z.B. Windspiel Dry Gin & Siegfried Gin).

Ein zitrusfrisches, fertiges Gin & Tonic Set für dich:

4. Orangigsüße Tonics

In diesen Tonics schwindet die gefühlte Bitternote sehr deutlich zu Gunsten von Mandarine und Orangennoten. Durch den fehlenden Gegenpol zum Zucker wirken diese Tonics deutlich süßer – gleichzeitig auch sehr viel milder. Kräuterlastige oder blumige Gins gelingen mit einem orangigsüßem Tonic besonders gut im GnT. Wer es nicht so bitter mag profitiert ebenfalls von einer solchen Kombination. Das 1724 Tonic ist ein Paradebeispiel für diese Art von Tonic Water. Es bietet eine wundervolle Milde, ganz wenige Bitternoten und ist dadurch supersanft. Gins, die eine ausgeprägte Kräuternote zeigen, bekommen einen harmonischen Gegenpol. Gins, die von floralen Noten getragen werden, die werden weiter nach oben gehoben und wirken noch ausladender.

Orangigsüßes Tonic passt besonders gut zu: Floralbetonen ohne-zu-viel-Wacholder-Gins, Kräuter-Botanicals oder Reserve Gins (z.B. Berliner Brandstifter, Gin Mare & Jodhpur Reserve Gin).

1724 bei uns im Shop erhältlich:
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5. Feinherbes Tonic oder Mediterranes Tonic Water

Dieses Tonic setzt ebenfalls auf geringe Bitternoten und wirkt im Geschmack recht klar. Wenn du einen Gin mit möglichst geringer Geschmacksverfälschung schmecken möchtest, auf dein GnT aber nicht verzichten kannst, dann ist genau dieses Tonic dein Begleiter. Fever Tree brilliert mit seinem Mediterranean Tonic Water dieses Gebiet. Dieses Tonic ist so sanft und wenig bitter, dass es den Gin unglaublich sanft anpackt und unterstützt, als wäre so gut wie kein Tonic in deinem Drink. Sämtliche Aromen des Gins haben Platz und können sich richtig gut entfalten.

Mediterranes Tonic passt besonders gut zu: Komplexen Gins oder extrem vielen Botanicals (z.B: Dictador Black Treasure Gin & Monkey 47 Gin).

6. Blumige Tonics oder auch Elderflower Tonic

Blumige Tonics setzen gerne auf die Holunderblüte und vermitteln dir am Gaumen einen blumigen, floralen Touch. Das Tonic wirkt mit gefühlt mehr Volumen in deinem Mund. Durch den Holunder zeigt es sich ebenfalls eine ganze Spur fruchtiger, als das Indian Tonic. Fever Tree Elderflower ist ein gutes Beispiel für ein solches Tonic. Sanft, subtil, nicht zu bitter mit einer wundervollen Fruchtigkeit im Hintergrund. Thomas Henry Elderflower Tonic wirkt dagegen etwas blasser an allen Fronten. Es ist keinenfalls schlecht, es fehlt ihm einfach dieser Extra-Kick, den Fever Tree dir vermittelt. Ein bereits floral schmeckender Gin wird in dieser Tendenz verstärkt. Einfach strukturierte Gins bekommen hier eine exotische Komponente hinzu und gewinnen dadurch an Spannung.

Blumiges Tonic passt besonders gut zu: Bereits blumigen Gins oder Kräuter-Botanicals (z.B. Bloom London Dry Gin & V-Sinne Schwarzwald Dry Gin).

Teste das Fever Tree Elderflower mit einem floralen Gin:
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7. Verrückte Tonics oder stark aromatisierte Tonics

Diese Art von Tonic ist immer sehr speziell. Da bekommst du Kirschblüte, Tonnen an Frucht oder sogar rauchige Elemente präsentiert. Diese Tonics sind meistens nicht in Massen zu bekommen und passen sich nur speziellen Gins an bzw. gefallen bei weitem nicht jedem. Dafür knallen sie richtig rein, wenn du findest, das ist genau die richtige Kombi! Hier können wir wenig Hilfe anbieten, ausgenommen dieser hier: Probier dich durch!

Fazit: Ganz genau kannst du nie sicher sein, welches Tonic nun genau zu deinem Gin passt. Häufig passen auch zwei verschiedene Arten zu der gleichen Sorte Gin. Florale Gins profitieren einfach vom Orangigsüßen und vom blumigen Tonic. Es kommt dann immer auf deine Tagesform an und wonach dir gerade ist!

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