Whiskyfässer.com

Vom Traditionshandwerk zu Designermöbeln

Erst seit zwei Jahren gibt es das Projekt Whiskyfässer.com. Zwar ist das aus einer traditionellen Tischlerei entstandene Unternehmen bereits in dritter Generation in Sachen Holz tätig, aber es brauchte seine Zeit und eine Flasche Macallan Single Malt Whisky um die Liebe zum schottischen Gerstenbrand und den Whiskyfässern zu entwickeln. Nils Greese heißt der Mann, der hinter dem Namen Whiskyfässer steht, aber ohne seine 3-köpfige Belegschaft stünde er ziemlich alleine da, zwischen schottischen Whiskyfässern, originalen Fassdeckeln und den ganzen anderen Möbelstücken, die in der kleinen Werkstatt unweit von Rostocks schöner Ostseeküste hergestellt werden.

1996 ging es für Nils Greese zum ersten Mal ins schottische Glasgow und zum Spiel von Celtic FC. Als dann der Vater Ende der 90er Jahre seinem Sohn die erste Flasche Single Malt Whisky schenkte und Greese mit 3 Freunden 2002 wieder nach Schottland fuhr und Besuche in der Auchentoshan und der Glengoyne Dist. auf der To-Do-Liste standen, stieg auch das Interesse an schottischen Malz Whisky. Seit 2003 organisierte Greese eine jährliche Reise in die Heimat des schottischen Whisky. Zahlreiche Besuche und Tastings in den verschiedensten Brennereien standen neben dem obligatorischen Spiel von Celtic Glasgow immer auf dem zu absolvierenden Programm. Hier in Deutschland ist Greese seitdem ständiger Gast auf den Whiskymessen des Landes, veranstaltete auch zunehmend eigene Whisky Tastings und belas sich in der einschlägigen Presse.
Als Greese 2006 sein erstes Whisky-Fass, ausgerechnet auf der Hamburger Reeperbahn, kaufte, stieg auch das Interesse an schottischen Whisky-Fässern.

Nils Greese und sein Team

In der inzwischen vom Vater übernommenen Tischlerei liefen die Geschäfte recht gut, aber zu inkonstant und so entschied sich Greese, die unproduktive Arbeitszeit in der Tischlerei mit dem Umbau von Whiskyfässern zur produktiven Arbeitszeit zu machen.
Schottische Fässer zu bekommen erwies sich allerdings als recht schwer, aber vor zwei Jahren gelang es, einen guten Kontakt zu einer schottischen Händlerin aufzubauen. Also musste nur noch eine moderne Homepage her und einem Monat später war die Homepage samt Shop online, das Lager mit Fässern gut gefüllt, der Whisky-Showroom eingerichtet und unproduktive Arbeitszeit ein Fremdwort. Momentan vertreibt Greese seine Fässer und Fassmöbel via professionellen Internetshop und auf Fachmessen im gesamten Bundesgebiet. So ist das Unternehmen Stammgast auf den verschiedensten Whisky Messen in Deutschland.

Nebenbei hält Nils Greese Fachvorträge zu seinen Fässern und erklärt den interessierten Gästen, was seine Fässer mit Napoleon und Generalfeldmarschall Blücher zu tun haben und warum die Amerikaner ihre Fässer nur einmal befüllen und warum diese vor dem Gebrauch ausgebrannt werden.
Zu den Zukunftsaussichten befragt, antwortet Greese: “Der Whiskyboom wird weiter anhalten. Die Anzahl der Brennereien wird, global gesehen, weiter steigen, die verschiedenen Abfüllungen werden weiter zunehmen und das Angebot der einzelnen Distillerien wird immer unübersichtlicher. Auch und gerade in Deutschland gibt es mittlerweile eine große Menge an verschiedenen Malt Whisky's und somit steigt auch die Zahl der Endverbraucher und Händler. Sicherlich kostet so ein Whiskyfass einige hundert Euro, aber es ist auch eine Investition, denn auch in der Whiskyindustrie stehen die Zeichen auf Rationalisierung und die Zeit, in der es noch gelegentlich Fässer mit einem tollen Logo-Aufdruck gibt, wird irgendwann vorbei sein und dann wird es die Fässer nur noch mit einem profanen Scannercode-Schild in Scheckkartenformat geben.“ Zu guter Letzt erklärt Tischlermeister Greese noch die Wertigkeit eines alten Whisky-Fasses, denn diese massiven Muskelprotze waren immerhin 30-40 Jahre in Schottland, Spanien und in den USA im Einsatz. Damit das Holz für diese Fässer erst genutzt werden konnte,b brauchten die für unsere Fässer gefällten, amerikanischen Weißeichen bis zu 200 Jahre (und mehr), um in der unwirklichen Gegend der Ozark Mountains die Qualität zu bekommen, die sie brauchen, um zu qualitativ hochwertigen Fässern verarbeitet zu werden.

Demzufolge liegen die Ursprünge der Fässer in den Jahren 1775 – 1815. Und das ist die Zeit der französischen Revolution, die Zeit von Napoleon Bonapart's Aufstieg und Fall in der Schlacht bei Waterloo u.a. durch den in Rostock geborenen Generalfeldmarschall Blücher. Durch die durchaus schwierige Versorgungslage mit wirklich schönen Fässern und gut erhaltenen Fassdeckeln der bekanntesten Malt Brennereinen ist es dem Unternehmen nahezu unmöglich, auf besondere Kundenwünsche zu reagieren. „Aus der Jura Distillery hatten wir mal 20 Fässer, einige von Tomatin und von Dalmore waren es auch mehr als zwei. Deckel von Ardbeg, Laphroaig und Macallan waren nach kürzester Zeit ausverkauft“ so Nils Greese.

Daher hat sich das Unternehmen auch auf Möbel aus Whiskyfässern spezialisiert. So werden neben den Fässern aus den „großen“ Distellerien auch andere Whiskyfässer verarbeitet, wo die Herkunft nicht so klar ist.

Daraus werden dann einmalige Couchtische, Flaschen- und Gläserständer sowie die Dauerbrenner CASK BAR, CASK COVER und CASK RING produziert. Letztendlich wird alles verarbeitet, was ein Whiskyfass hergibt. Aus den kurzen Abschnitten der Dauben werden Glasuntersetzer und Schlüsselanhänger hergestellt und aus den eisernen Reifen werden Tabletts und Spiegel sowie Lampen hergestellt und letztendlich lebt Whiskyfässer.com
vom Einkauf guter schottischer Qualitätsprodukte und der Kommunikation mit den Kunden. Aber genau das macht die ganze Geschichte so spannend und es lohnt sich, ein wöchentlicher Blick auf die Homepage von Whiskyfässer.com zu werfen.

Schau' doch mal auf whiskyfässer.com vorbei:
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