Wissenswert:

Was hat es mit geschützten Herkunftsbezeichnungen auf sich?

Viele von uns kennen Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Bekannte Beispiele sind der Burgunder, der Bordeaux, deutscher Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA) und der Champagner aus der Champagne. Doch es gibt darüber hinaus noch Spirituosen mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Was hat es damit auf sich?

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 Geschützte Herkunftsbezeichnung bei Spirituosen

Im Deutschen werden manche Produkte mit g. U. abgekürzt, was für geschützter Ursprung steht: Der gesamte Entstehungsprozess des Produktes muss im Gebiet erfolgen. Im Detail bedeutet dies, dass der Rohstoff aus dieser Region stammt und dass er auch dort verarbeitet wird. Ebenso trifft man auf ggA, die geschützte geografische Angabe. Es ist hier genug, wenn das Erzeugnis in dem Gebiet lediglich verarbeitet worden ist, das Grunderzeugnis jedoch aus einem anderen Gebiet stammt. Eine Spirituose mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung darf entweder in einer bestimmten Stadt oder in einem Land oder in einer Region hergestellt werden. Das verleiht dem Genuss eine regionale Prägung und Wiedererkennungswert. Manchmal ist es ein Muss, dass eine Spirituose auf diese Weise hergestellt wird; in anderen Fällen spezialisieren sich einige Hersteller hierauf, weil sie auf den Produktionsstandort stolz sein und/oder das Terroir zur Geltung bringen wollen.

Im Französischen begegnet man bei den kontrollierten Ursprungsbezeichnungen dem Kürzel AOC (Appelation d'Origine Côntrolée), im Spanischen und Italienischen Abkürzungen wie DOC (Denominación de Origin Calificada) und DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita).

 

Beispiele für Spirituosen mit geschützter Herkunftsbezeichnung:

 

  • Calvados aus der Normandie

  • Cognac aus der französischen Stadt Cognac

  • Rhum Agricole aus Martinique

  • Tequila aus zugelassenen Regionen in Mexiko

  • Madeira

  • Portwein aus Porto in Portugal

  • Sherry aus Jerez de la Frontera in Andalusien (Spanien)

  • Ouzo aus Griechenland (oder Zypern)

  • Grappa aus Italien

  • Vermouth di Torino (Wermut aus Turin)

  • Prosecco aus der Glera-Rebsorte in neun Provinzen im Veneto (und im Friaul)

  • Cachaça aus Brasilien

  • Pisco aus Peru

 

Der London Dry Gin mag zwar auf die englische Hauptstadt anspielen, muss aber nicht in London produziert werden, da es sich um eine Bezeichnung für einen Gin-Stil statt um eine geschützte Herkunftsbezeichnung handelt.

Ein bisschen separat betrachten sollte man deutsche Spirituosen mit dem Zusatz ggA. Seit der Verordnung (EU) Nr. 2016/1067 der Kommission vom Juli 2016 zur Änderung des Anhangs III der Spirituosen-Grundverordnung (EG) Nr. 110/2008 gibt es Änderungen der Liste der ggA-Spirituosen aus der Bundesrepublik. So beschränkt man sich nun auf Angaben wie Schwarzwälder Kirschwasser, Fränkisches Zwetschgenwasser, Ettaler, Steinhäger, Pfälzer Weinbrand, Bayerischer Gebirgsenzian, Bärwurz, Hüttentee, Schwarzwälder Williamsbirne, Korn aus Deutschland und Benediktbeurer Klosterlikör.

Und wieso ist das Ganze für uns interessant? Es gibt hiermit eine Garantie, dass es sich um eine Spezialität handelt, die auf vorgeschriebene Weise hergestellt wird – meist seit Jahrhunderten und nach traditionellen Rezepten. Das verleiht den Spirituosen einen besonderen Reiz, sodass es sich beinahe auch um eine Art Gütesiegel handelt.

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