Wissenswertes über

die Pot still Destillation von Rum

Vor Kurzem haben wir dir in einem Schnapsblatt-Text die column still Destillation von Rum näher gebracht. Sie wird von vielen Destillerien vorgenommen, und das im großen Stil. Ihr gegenüber steht die pot still Destillation von Rum und anderen Spirituosen wie z. B. Whisky oder Gin. Sie blickt auf eine lange Tradition zurück und ist mindestens ebenso faszinierend. Hier beleuchten wir die Thematik, denn sie stellt das Erfolgsrezept von so manch einem Rum aus der Karibik oder aus anderen Gefilden dar.

10 interessante Fakten zur pot still Destillation

  1. Was ist ein Pot Still? Bei pot still handelt es sich um einen Begriff aus der englischen Sprache. Das Wort "still" verwenden die Engländer für den Brennapparat. Und "pot" lässt sich mit Kessel übersetzen. Passend dazu bezeichnen wir die Vorrichtung im Deutschen als Brennkessel oder Brennblase. Unsere Bezeichnung für pot still distilling/distillation ist Pot-Still-Verfahren. Eingebürgert hat sich vor allem der Begriff copper pot still bzw. Kupferbrennkessel oder Kupferbrennblase, da Kupfer das bevorzugte Metall für die Fertigung ist.
  1. Das Gegenstück zum pot still ist der column still. Damit meinen wir eine Brennsäule bzw. eine Brennkolonne. Sie hebt sich nicht nur der Form nach vom Brennkessel ab, sondern auch in Bezug auf das Destillationsverfahren. Allgemein werden zwei Brennverfahren differenziert. Sie kommen nicht nur bei der Herstellung von Rum, sondern beispielsweise auch bei Irish Whiskey, Scotch Whisky oder Bourbon Whiskey sowie bei Vodka oder Gin zum Tragen.
  1. Bei der Spirituosenherstellung kommt eines dieser beiden Destillationsverfahren zum Einsatz: diskontinuierliche oder kontinuierliche Destillation. Für ersteren Prozess verlässt man sich auf den Pott Still. Die Brennblase macht das kontinuierliche Destillieren möglich, das schon seit Jahrhunderten so praktiziert wird. Wir sprechen von diskontinuierlich, da der Vorgang nicht ohne Unterbrechungen auskommt, um jeweils nach Beendung eines Durchlaufes neue Maische in den Brennapparat zu geben. Es wird also zu jedem Zeitpunkt immer nur eine Charge Pot Still Rum oder Whiskey verarbeitet. Im Gegensatz dazu dient die Brennsäule der effizienteren, kontinuierlichen Destillation, was u. a. bei größeren Mengen von Vorteil ist.
  1. Das diskontinuierliche Destillationsverfahren bei der Rum-Herstellung oder Whisky-Herstellung findet in bauchigen, rundlichen bis glockenförmigen Behältnissen statt, die sich nach oben hin zu einem Schwanenhals verjüngt. Jener verbindet die Brennblase mit dem Kondensator. Im direkt oder indirekt befeuerten Kupferkessel, der erhitzt wird, befindet sich die vergorene Maische aus Getreide, Zuckerrohr bzw. Melasse oder einem anderen geeigneten Rohstoff wie Kartoffeln. Die leicht flüchtigen Inhaltsstoffe verdampfen auf diese Weise und steigen nach oben auf, wo sie nach dem Abkühlen kondensieren.
  1. Für den ersten Destillationsdurchlauf verwendet man bei der pot still Destillation von Rum oder Whisky den wash still. Damit meinen wir die Grobbrandblase. Danach besitzt die Flüssigkeit einen Alkoholgehalt von 20 bis 26 % vol. Ihr schließt sich der zweite (und gegebenenfalls dritte) Destillationsdurchlauf im spirit still an, in der Feinbrandblase. Hierdurch bekommt das Destillat einen Alkoholgehalt von 60 bis 75 % vol.
Zuckerrohr
  1. Die Rum-Herstellung im Pot Still wird seit Jahrhunderten durchgefü Insbesondere im kleineren Stil agierende Brennereien bevorzugen die pot still Destillation von Rum nach wie vor. Sie ermöglicht präzise Kontrolle und geringe Mengen pro Charge wie bei der small batch Produktion. Die diskontinuierliche Destillation in Chargen führt nicht zuletzt auch dazu, dass es feine Unterschiede von Charge zu Charge gibt. Die Form des Brennkessels wirkt sich ebenso auf das Endergebnis aus wie das Material der Brennblase. Kupfer ist hier die beste Wahl, da es keinen Einfluss auf die Aromen ausübt.
  1. Übrigens ist die diskontinuierliche Destillation im pot still die ursprüngliche Methode für die Herstellung von Rum, insbesondere von traditionellem Melasse-Rum. Der gesondert zu betrachtende Rhum Agricole aus Zuckerrohrsaft entwickelte sich etwas später und wurde teilweise schon von Anfang an im Einsäulensystem im column still kontinuierlich gebrannt.
  1. Warum ist Pot Still Rum heute etwas weniger üblich? Das Pot-Still-Verfahren bei Rum bringt einen gewissen Mehraufwand mit sich: zum einen das mehrfache Geben der Maische in Portionen in den Brennkessel und das separate, mehrfache Destillieren; zum anderen vor jeder erneuten Befüllung die gründliche Reinigung der Brennblase mit allen Teilen. Nur so lässt es sich verhindern, dass die unerwünschten Stoffe ihren Weg in das nächste Destillat finden. Dieser Mehraufwand bei der pot still Destillation von Rum oder Whisky macht bei den wirklich großen Betrieben kaum Sinn und ist weniger rentabel. In einigen Ländern liegt das Hauptaugenmerk nach wie vor auf der Rum Herstellung im pot still. Ein tolles Beispiel dafür ist Jamaica Rum. Fast jeder Rum aus Jamaika ist ein pot still Rum.
  1. Was ist neben den Produktionsdetails der Unterschied zwischen Column Still Rum und Pot Still Rum? Karibischer Rum aus dem pot still wirkt generell schwerer, wohingegen Rum aus dem column still leichter wirkt. Außerdem gilt pot still Rum als hocharomatisch. Manche sehen ihn zudem als hochwertiger und authentischer an, doch das muss nicht sein.
  1. In der Rum Destillation sind beide Methoden fest verwurzelt. Davon einmal abgesehen ist es möglich, sie miteinander zu kombinieren. So manch ein Blended Rum umfasst sowohl Pot Still Rum als auch Column Still Rum. Das trifft vor allem auf multinationale Blends von unabhängigen Abfüllern zu. Aber auch Demerara Rum aus Guyana beinhaltet zum Teil oder komplett pot still Rum, ebenso wie so manch ein Rum aus Barbados.
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