Tequila & Mezcal

Während die meisten Süd- und Mittelamerikaner sich auf die Herstellung von Rum aus Zuckerrohr spezialisiert haben, gehen die Mexikaner eigene Wege. Sie wenden sich der Agave als Rohstoff zu und zaubern daraus erstaunliche Spirituosen, die im Laufe der Zeit den Rest der Welt erobert haben. Gemeint sind der Tequila und der Mezcal. Was steckt hinter diesen Agavenbränden mit der langen Tradition und dem unvergleichlichen Profil? Wer Tequila kaufen oder Mezcal kaufen will, wird hier fündig.
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Die Agave: Wissenswertes zum Rohstoff für Mezcal und Tequila

Was ist der Unterschied zwischen Tequila und Mezcal - manchmal von den Deutschen Meskal geschrieben? Bevor wir einen Blick auf die Differenzen werfen, lohnt es sich, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben, denn sie überwiegen. In beiden Fällen handelt es sich um Agavenschnaps der typisch mexikanischen Art, der bereits seit Jahrhunderten hergestellt wird. Beide Spirituosen besitzen eine geschützte Herkunftsbezeichnung und dürfen lediglich in Mexiko produziert werden. Die Agavenpflanzen wachsen in bestimmten Provinzen des mittelamerikanischen Landes und erreichen meist ein Alter von mehreren Jahren, bis man sie erntet. In vielen Fällen erfolgt die Ernte von Hand, wobei man mit einer Machete die an Aloe Vera und Kaktusarten erinnernden, harten Blätter abhackt. Nur das wie eine übergroße Ananas wirkende Herzstück der Agavenpflanze, von den Arbeitern "piña" genannt, wird zur Herstellung von Tequila und zur Herstellung von Mezcal verwendet.

Die Agavenherzen mit dem Fruchtfleisch wandern entweder in einen modernen, beheizten Stahlofen (vor allem bei der Produktion in großen Mengen) oder in hierfür im Erdboden gegrabene Gruben mit Steinen. Diese heißen Steine geben ihre Hitze an die Agavenherzen ab, die darauf gelegt und mit Erde bedeckt werden. Mehrere Tage lang kocht man den Rohstoff so aus, wobei die Agave sowohl vom Rauch als auch vom Erdboden beeinflusst wird. Das ist mit ein Grund, warum traditionell hergestellter Tequila und Mezcal bevorzugt wird. Nach dem Auskochen lässt man die Agavenherzen ruhen, bevor sie von Hand oder mechanisch zerkleinert und ausgepresst werden. Der so gewonnene Agavensaft ist eher ein Brei als eine wirkliche Flüssigkeit. Man bringt ihn mithilfe von Hefe zum Gären, um Alkohol zu erhalten. Eine anschließende Destillation liefert den noch rohen Mezcal oder Tequila. Soll es ein junger, klarer Agavenbrand sein, wird der Mezcal oder Tequila mit Wasser auf die gewünschte Trinkstärke von rund 40 % vol. herabgesetzt und abgefüllt. Es ist jedoch ebenso möglich, den Agavenschnaps durch den monatelangen bis jahrelangen Ausbau im Holzfass zu veredeln. Er erhält so eine helle bis dunklere Farbe, eine weichere Textur, einen milderen Geschmack und ein komplexeres Aroma.

Was ist der Unterschied zwischen Mezcal und Tequila?

Es sind die Details, auf die es ankommt. Zum einen sind die beiden mexikanischen Nationalgetränke nicht in derselben Region beheimatet. Tequila stammt vornehmlich aus dem Bundesstaat Jalisco, während der Meskal sich in Oaxaca eingebürgert hat. Im Grunde kann man unter dem Oberbegriff Mezcal jeden Agavenbrand zusammenfassen, aber nicht jeder Mezcal darf als Tequila qualifiziert werden. So kommt für den Tequila nur die Sorte Blaue Weberagave zum Einsatz, während Meskal aus den verschiedensten Agavensorten gebrannt werden kann. Solange mindestens 51 % des alkoholischen Destillats auf Agaven basieren, darf man beim Mezcal sogar Fremdzucker hinzufügen. Auch beim Mezcal trinken und Tequila trinken gibt es andere Trinkrituale. So kennen manche den berühmt-berüchtigten Wurm im Mezcal. Eine besondere Schmetterlingsraupe wird in die Spirituosenflasche gegeben. Möchte man Mezcal online kaufen, empfehlen sich nicht gelagerte Destillate, wohingegen Fans lieber gereiften Tequila online kaufen.