Zu den Gewürzen, die so gut wie jeder kennt und die auch von den meisten verwendet werden, gehört der Zimt. Er hat seinen Weg in die Spirituosenherstellung gefunden und wird zu den Botanicals für die Aromatisierung von Gin gezählt. Weder kommt das Gewürz so oft zum Einsatz wie Koriander und Anis, noch ist es wirklich sehr selten bei Wacholderschnaps anzutreffen. Ein Blick auf die Verbindung von Zimt und Gin lohnt sich daher.

Nähere Informationen zu Zimt

Zimtstange

Zimtstange


Während es sich bei vielen geläufigen Gewürzen um die Früchte oder Samen von krautartigen Pflanzen handelt, stellt Zimt eine Ausnahme dar. Gewonnen wird er aus der Rinde bestimmter Bäume, die man allgemein als Zimtbäume zusammenfasst. Denkbar sind u. a. die Zimtkassie und der Klassiker, der Ceylon-Zimtbaum aus Sri Lanka, auch Echter Zimtbaum genannt. Der lateinische Fachbegriff ist "cinnamum" und daraus haben die Engländer den Begriff "cinnamon" abgeleitet und die Deutschen den Begriff Zimmet (veraltet) bzw. Zimt. Im Handel erhältlich ist das Gewürz als Zimtstange, als Zimtblüte – selten – und gemahlen als Zimtpulver.

Der Ceylon-Zimtbaum gehört zur Familie der Lorbeergewächse und war ursprünglich nur auf der Insel Sri Lanka im Indischen Ozean in Südostasien beheimatet. Er dient nach wie vor der Gewinnung von Echtem Zimt bzw. Ceylon-Zimt. Ceylon ist der alte Name des Inselstaats, der nach der Unabhängigkeit von England in Sri Lanka umbenannt wurde. Der Echte Zimtbaum (Cinnamomum verum) ist vergleichsweise klein und immergrün. Seine maximale Wuchshöhe beträgt 10 m. Während die Blätter und Blüten eher vernachlässigt werden, ist seine dunkle, schwarzbraune Rinde begehrt. Ihr Inneres verströmt den verführerischen Zimtduft. Für diesen Geruch sind Inhaltsstoffe in der Baumrinde verantwortlich, u. a. der Geruchsträger Zimtaldehyd. Auch diverse kostbare ätherische Öle sind in der Zimtrinde enthalten. Während nach wie vor das Hauptvorkommen in Sri Lanka zu beobachten ist, begegnet man dem Zimtbaum inzwischen auch in vielen anderen tropischen Ländern in Asien, auf den Seychellen und in der Karibik, teilweise gezielt angebaut und teilweise verwildert.

Der Unterschied zwischen Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt

Der Echte Zimt sollte nicht mit dem Cassia-Zimt verwechselt werden. Ersterer kommt aus Sri Lanka, Letzterer aus China. Er stellt die Rinde eines Baumes dar, den man als Zimtkassie und Chinesischer Zimtbaum bezeichnet. Cassia bark (Cassia-Rinde) aus dem chinesischen Anbau ist ebenso der Lorbeergewächs-Familie zuzuordnen. Cassia-Zimt bzw. Gewürzrinde weist viele Parallelen zum Ceylon-Zimt auf, sollte aber als Gewürz für sich betrachtet werden. Duft und Geschmack ähneln sich, genauso die Gewinnung aus einer dünnen Schicht der Rinde und die Rollung zu getrockneten Zimtstangen. Nicht nur in Südchina, sondern auch in Indien und in zahlreichen weiteren asiatischen Ländern wächst der mittelgroße, immergrüne Chinesische Zimtbaum mit grau-brauner Rinde. Cassia-Rinde – mitunter als "bastard cinnamon", Gemeiner Zimt, Indischer Zimt und Mutterzimt bezeichnet – kann als Droge genutzt werden. Die meisten kennen das Gewürz jedoch gemahlen als Zimtrindenpulver. Es wird in der alternativen Medizin als natürliches Heilmittel eingesetzt, u. a. gegen Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Manche sind der Meinung, Echter Zimt agiere als Aphrodisiakum und habe eine stimulierende Wirkung.

Zimt als Gewürz

Kaum ein Gewürz ist älter als der Zimt, der schon von Hochkulturen vor über 3.000 Jahren vor Christi Geburt aktiv genutzt wurde. Die Chinesen sollen das Zimtgewürz gekannt und geschätzt haben. Nach Europa gelangte das Gewürz, als der portugiesische Entdecker Vasco da Gama es zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf seinen Streifzügen um die Welt bei einem Landgang in Ceylon entdeckte. Bis zum 18. Jahrhundert blieb der Zimt eher eine edle Rarität und galt als kostbar und teuer, sodass er beinahe luxuriös war. Wer etwas auf sich hielt und / oder reich war, der handelte mit Zimt oder nutzte ihn als exotisches Gewürz oder lediglich als Duftstoff. Jenen Duft hat man dem Zimtöl in der Rinde des Zimtbaumes zu verdanken, das sich zu drei Vierteln aus Zimtaldehyd zusammensetzt. Eugenol spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wie beispielsweise auch bei Nelken.

Was das Zimtgewürz angeht, so kommt es in Europa und dem nicht-asiatischen Teil der Welt vorwiegend zum Nachwürzen und zum Backen zum Einsatz. In der Weihnachtszeit verlässt man sich bei Zimtsternen, Gewürzkeksen, Lebkuchen und Kuchen im Allgemeinen gern auf Zimt. Auch als Beigabe zu heißen Getränken wie Kaffee, Tee und heißer Schokolade eignen sich Zimtstangen und Zimtpulver. Genutzt wird für die Zimtstangen nur eine dünne Schicht im Inneren zwischen Borke und Mittelrinde des Echten Zimtbaumes, rohrförmig zusammengerollt. Etwa sechs bis zehn der hauchdünnen Schichten werden aufeinandergelegt und leicht zusammengerollt. Nach dem Ineinanderschieben steht eine lange Trocknungsphase an. Dann können die Zimtstangen vermarktet werden. Angeblich sollten die Rindenschichten so dünn wie möglich sein, um eine maximale Aromatik zu erhalten. Durch das Rollen zu Stangen geht das Aroma nur sehr schwer und langsam verloren. Bei den Zimtstangen aus Ceylon-Zimt wird nach offiziellen Qualitätsstufen unterschieden, wobei der deutsche Markt mit die schlechteste Qualitätsstufe erhält. Beim Geschmack nach dem Mahlen lässt sich hingegen kaum ein Unterschied bemerken. Gemahlener Zimt wird in den mitteleuropäischen Breitengraden gern mit Süßspeisen und Backwaren verwendet, oft in Kombination mit Zucker oder einem anderen Süßstoff. In Asien hingegen würzt man damit häufig Fleischgerichte und Fischgerichte, bevorzugt mit Zimtstangen. Manchmal ist Zimtpulver in Currymischungen enthalten. In arabischen Ländern verfeinert Zimt oft Heißgetränke. Zimtöl hat bei den Speisen nichts verloren, sondern kommt bei Parfum und zum Teil bei ätherischen Ölen und Raumdüften zum Tragen.

Zimt bei Gin und anderen Spirituosen

Wer zu Weihnachten bzw. im Winter Glühwein trinkt, der kommt am Zimt nicht vorbei. Auch weihnachtliche und bei der Winterkälte von innen heraus wärmende Whiskys und Rums mit Gewürzen setzen auf Ceylon-Zimt. So manch ein Flavoured Whisky und Spiced Rum profitiert hiervon, wenn auch in eher geringen Mengen. Daneben gibt es Liköre – Kräuterlikör und Gewürzlikör – mit Zimtgeschmack. Das Zimtaroma findet sich des Weiteren bei dem einen oder anderen Gin. Interessanterweise trifft man häufiger auf Zimtkassie bzw. Cassia-Zimt als auf Echten Zimt. Die Zimtstange wird für gewöhnlich mit den übrigen Botanicals im Alkohol eingelegt und kann mazerieren, um ihre Duftstoffe abzugeben. Zimt gilt als feinherb, aber nicht zu bitter, als leicht scharf und natürlich süß. Diese Noten kommen bei Gin mit Zimt jedoch nur unterschwellig zum Ausdruck, da so viele andere Zutaten mit von der Partie sind.

Faszinierend zu beobachten ist darüber hinaus, dass vor allem in der Kategorie New Western Dry Gin, deutlich von den über 65 Ginmarken aus Deutschland geprägt, Zimt gern zur Aromatisierung verwendet wird und sich zum modernen Klassiker entwickelt. Zum Teil wird lieber auf Ceylon-Zimt gesetzt. Zu den Gins, bei denen man sich auf einen Hauch von Zimtwürze freuen darf, gehören u. a. Berlin Dry Gin, Adler Gin, Tanqueray Bloomsbury London Dry Gin, Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin, Sipsmith London Dry Gin, Tanqueray Gin, Pink 47 London Dry Gin, Bobby's Schiedam Gin, Ego Dry Gin, Ferdinand's Saar Dry Gin und Windspiel Premium Dry Gin. Des Weiteren hat es sich bei Kennern eingebürgert, den Gin & Tonic statt mit Zitrone oder Limette mit einer Zimtstange im Glas zu trinken. Das ist aber nicht jedermanns Sache und passt nur zu einigen Ginsorten. Als Alternative zu Glühwein kann man Mulled Gin (statt Mulled Wine) mit Zimt trinken.