Rum-Länder-Costa-Rica

Allgemeines zum Rum-Land Costa Rica

Costa Rica ist ein mittelamerikanisches Land, das über Küste am Pazifik und in der Karibik verfügt und zu den weniger bekannten, aber vielversprechenden Rumproduzenten gehört. Das Land in Zentralamerika beheimatet rund 4,7 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist San José, wobei diese Stadt zugleich das Wirtschaftszentrum darstellt. Die Bevölkerung setzt sich aus über 90 % Mestizen (sogenannten Mischlingen) und Weißen, etwa 3 % "Schwarzen" mit afrikanischer Abstammung sowie nicht ganz 1 % Indios zusammen. Mindestens 25 % der Einwohner sind unter 25 Jahre alt. Die Arbeitslosigkeit ist seit 2007 stark gestiegen, und damit auch die Kriminalität und der Drogenhandel. Die Staatsreligion in Costa Rica ist das Christentum, die offizielle Landessprache ist Spanisch. Die Einwohner des Landes – das gern als die "Schweiz Mittelamerikas" bezeichnet wird – gelten als gastfreundlich und lebensfroh und werden als Ticos bezeichnet.

Geschichte und Besonderheiten von Costa Rica

1502 landete Christoph Kolumbus als erster Europäer an der Atlantikküste des heutigen Costa Rica, und rund 50 Jahre später begann man mit der systematischen Kolonialisierung. Im September 1821 erhielt Costa Rica die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien. Die Geschichte des Landes ist für mittelamerikanische Verhältnisse eine Erfolgsgeschichte mit kaum blutigen Revolten oder wirtschaftlichen Krisen. Seit dem späten 19. Jahrhundert ließen sich lediglich zwei kurze Perioden der Gewalt beobachten, welche die Demokratisierung  beeinträchtigten.

Bemerkenswert an der zentralamerikanischen Republik ist, dass bis zu 90 % des Energiebedarfs durch regenerative Quellen gedeckt werden und man damit zahlreichen Ländern der Welt voraus ist. Überhaupt liegt in Costa Rica der Fokus auf der Natur. So hat man sich in letzter Zeit auf den Ökotourismus spezialisiert. Nicht ganz 30 % der Fläche an Land von über 50.000 Quadratkilometern stehen unter Naturschutz. Der Klimaschutz, der Naturschutz und speziell der Waldschutz sind inzwischen ein wichtiger Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik und werden mit bewundernswerter Konsequenz umgesetzt. In den 70er- und 80er Jahren hatten Holzfäller fast 80 % des Regenwaldes gerodet, doch gegenwärtig ist mehr als die Hälfte des Landes wieder von Wald bewachsen. Zum Schutz jenes Waldes mit seiner faszinierenden Flora und Fauna setzt die Regierung von Costa Rica auf den Ökotourismus, von dem sowohl umweltbewusste Reisende als auch Einheimische in mehrerlei Hinsicht profitieren. So geben circa 1,5 Millionen Touristen pro Jahr beinahe 1,5 Milliarden Dollar für einen Besuch der Regenwälder und weiterer ökologischer Ziele Costa Ricas aus, und diese Summe wird rückinvestiert. Selbstverständlich hat dies indirekt einen Einfluss auf den Anbau von Zuckerrohr und die Herstellung von Rum.

Costa Rica und der Rum

Der Tourismus spielt in wirtschaftlicher Hinsicht die Hauptrolle, doch auch die Landwirtschaft ist von Bedeutung. Der Anbau von Bananen ist ein profitabler Sektor, wobei sich die Plantagen größtenteils auf die Region um die Hafenstadt Puerto Limón und die Karibikküste konzentriert. Ein weiteres Exportprodukt ist Kaffee, und man baut die Kaffeepflanzen hauptsächlich im Valle Central an. Bis Ende der 80er-Jahre waren Kaffeebohnen sogar das wichtigste Exportprodukt des Landes. Andere Agrarprodukte für den Exportmarkt sind Früchte wie Papaya und Melonen. Daneben exportiert man Macadamianüsse und Zierpflanzen. In den weitläufigen Tiefebenen des Landes wird auf fruchtbarem Boden mit Vulkanerde im großen Stil Zuckerrohr angebaut und sowohl zu Zucker als auch zu Rum verarbeitet. Die wirtschaftliche Bedeutung von Zuckerrohr nimmt seit einiger Zeit ab, doch Rum aus Costa Rica wird nach wie vor geschätzt. Er gilt eher als Geheimtipp für Kenner und lässt sich sowohl mit dem Rum aus Nicaragua als auch mit dem Rum aus Panama vergleichen, wobei es sich bei beiden Ländern um direkte Nachbarn handelt. Während das Zuckerrohr an der Ostküste kultiviert wird, findet die Produktion an der Westküste statt.

Ron Centenario Rum

Nicht mit dem Ron Zacapa Centenario zu verwechseln, gehört der Ron Centenario aus Costa Rica zu den Klassikern und berühmten Qualitätsprodukten des Landes. Die Besonderheit bei der Ernte des Rohstoffes ist, dass das Zuckerrohr aus Costa Rica rund 15 Monate wächst, bevor es von Hand mit der Machete geerntet und nach traditionellen Methoden gepresst wird. Hieraus entsteht hochwertiger, charaktervoller Ron Centenario Rum, den man gern nach dem komplizierten Solera-Verfahren zur Lagerung veredelt. Verschiedene Abfüllungen wie der Ron Centenario 25 Jahre Gran Reserva und der 7 Jahre Anejo Especial sind erhältlich und überzeugen mit ihrer edlen Präsentation genauso wie mit ihrer hohen Qualität und ihrem unverwechselbaren Genuss. Süße Noten treffen meist auf einen Beiklang von Frucht.