Newmake: fast schon Whisky, aber eben nicht ganz

St Kilian White Dog

Hast Du bei uns schon andere Artikel gelesen oder dich selbst näher mit Spirituosen beschäftigt, wirst Du eins festgestellt haben: Die Lagerung macht bei Spirituosen wie Rum und Whisky den Charakter aus. Umso interessanter wäre es doch, herauszufinden, wie solche Spirituosen vor der Reifung schmecken. Diese Möglichkeit bietet dir der sogenannte New Make. Vor allem in der Form von Newmake Whisky aus Schottland ist er gar nicht einmal so selten. Neugierig geworden?

Was ist New Make?

Bei den meisten Spirituosen - speziell bei Whiskey und Rum - gleicht sich der allgemeine Herstellungsprozess, obwohl es geringe Unterschiede in den Details geben mag: Gärung der Maische, Destillation im column still oder pot still, Lagerung in diversen Arten von Eichenfässern (einfach oder mehrfach), Verdünnen auf die gewünschte Trinkstärke (außer bei Cask Strength), Abfüllen in die Flaschen. Es ist jedoch möglich, den Prozess vorher abzubrechen und Newmake auf den Markt zu bringen. Das ist der englische Begriff für den fertig destillierten, frischen und ungereiften Alkohol. New Make ist also mit "neu gemacht" zu übersetzen. Dementsprechend ist Newmake Whisky von klarer Farbe und besitzt einen hohen Alkoholgehalt von in der Regel mehr als 70 % vol. Hieraus wird der gewohnte Trinkalkohol, indem man das Destillat entweder mit Wasser verdünnt, filtert, und/oder lagert. Manche benutzen als Synonym für New Make den Begriff White Dog Whisky, wobei unklar ist, warum ausgerechnet ein "weißer Hund" heraufbeschwört wird. White Dog ist bei Bourbon Whiskey aus Amerika üblicher, manchmal auch White Lightning, White Whiskey oder Moonshine.

New Make Whisky im Glas

Newmake Whisky: der ungezähmte Jungspund

Warum macht es Sinn, wenn Du beim Whisky kaufen auch dem White Dog eine Chance gibst? Der eine oder andere fragt sich, welchen Effekt wohl die jahrelange bis jahrzehntelange Reifelagerung auf Spirituosen ausübt. Um dies herauszufinden, kann man New Make kaufen und genau das verkosten, was aus den Brennapparaten fließt. Aber wie schmeckt Newmake Whisky denn nun? Du solltest den hohen Alkoholgehalt nicht unterschätzen, der eine gewisse Schärfe mitbringt. Neben dem alkoholischen Biss vernimmt man meist einen süßen Beiklang.

Der hochprozentige, kraftvolle, geradlinige und nicht gelagerte Newmake erscheint im Vergleich zu fertigem Whisky aus Schottland oder einem anderen Land wie Irland unreif und ungeschliffen. Manche ziehen es jedoch vor, ihn als Alternative zu Whiskey zum Mixen von Drinks zu verwenden. Außerdem haben einige Destillerien die Marketingstrategie für sich entdeckt, mit dem New Make die Vorfreude auf ihre kommenden Whiskys zu erhöhen. Schließlich muss ein in unseren Breitengrade hergestellter Whisky mindestens drei Jahre reifen - aber nach der Eröffnung einer neuen Brennerei ist schon vorher Alkohol in der Form von New Make Whisky vorhanden, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein Paradebeispiel dafür ist der White Dog der St. Kilian Distillers als Vorläufer von Whisky aus Deutschland. Um auf ihre Single Malts einzustimmen, hat die Firma White Dog in unterschiedlichen Sorten veröffentlicht, teilweise aromatisiert. Neben dem White Dog Cask Strength gibt es u. a. noch den spannenden St. Killian Distillers Turf Dog als Vorstufe von Peated Whisky aus getorftem Getreide. Zudem erhält man bei Führungen durch Brennereien oft die Chance, Newmake Whisky zu verkosten.

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