Ein deutsches Urgestein: Korn

Was den Russen und Polen der Vodka, das ist uns Deutschen der Korn. Im Grunde sollte man beide Spirituosenkategorien gar nicht vergleichen, obwohl sie viel Gemeinsam haben. Seit Jahrhunderten ist der traditionsreiche Kornbrand in der Bundesrepublik fest verwurzelt, und er hat vor Kurzem den Blick auf die Zukunft gerichtet. Hier gibt es fünf interessante Fakten zum Doppelkorn und Korn aus Deutschland.

Fakt 1: Korn ist eine Getreidespirituose.

Wie der Name es unschwer erkennen lässt, muss Korn aus Getreide gebrannt werden. Es gibt mehrere Sorten, die hierfür zugelassen sind: Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Buchweizen. Der Roggen und der Weizen dominieren klar, wobei die jeweilige Getreidesorte ein leicht anderes Endergebnis hervorruft und daher Korn nicht gleich Korn ist. Hafer wird nur selten verwendet, Buchweizen noch seltener. Gerste wandert eher in die Produktion von Whisky oder wird aufgrund von Malz zum Brauen von Bier verwendet. Geht es um die Herstellung von Korn, wird zunächst einmal eine Sauermaische gewonnen, indem das geschrotete Getreide vermahlen und mit heißem Wasser verkleistert wird. Durch die Beifügung von enzymreichem Malz wird die im Getreide enthaltene Stärke in Zucker umgewandelt. Das führt zu einer Süßmaische, die abkühlt. Dann geht es an die alkoholische Gärung unter Zugabe von Hefe. Nun wird per Mehrfachdestillation gebrannt, wobei Korn hierdurch auch unerwünschte Substanzen verliert. Nun hat man den Kornfeinbrand zur Hand, der so hochprozentig ist, dass man ihn mit Wasser auf die gewünschte Trinkstärke herabsetzt. Sie liegt bei mindestens 32 % vol.

Fakt 2: Korn ist nicht gleich Doppelkorn.

Der Doppelkorn ist eine ebenfalls klasse Variante dieser klaren Spirituose. Anders als zu erwarten, hat sein Name nichts mit einer doppelten Destillation, zwei Getreidesorten für die Maische oder einer doppelten Trinkstärke zu tun. Was ist Doppelkorn? Der Begriff bezieht sich auf Kornbrand mit einem höheren Alkoholgehalt von mindestens 38 % vol. Oft wurde er mehr Destillationsdurchläufen unterzogen als Korn. Der farblose Doppelkorn war als starker Schnaps lang eine der beliebtesten Spirituosen der Deutschen. Die zusätzlichen Brennvorgänge sorgen ähnlich wie bei Vodka für hohe Reinheit, sodass Doppelkorn auch Edelkorn genannt wird. Manchmal wird er als fassgelagerter Korn noch weiter veredelt und ist dann golden.

Fakt 3: Deutscher Kornbrand besitzt eine lange Tradition.

Man geht davon aus, dass die Deutschen bereits im 15. Jahrhundert Getreidespirituosen herstellten. Damit ist der deutsche Korn mindestens genauso alt wie der typisch russische bzw. polnische Vodka. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dem Getreide durch die Kartoffel rege Konkurrenz gemacht. Auch Kriege und Wirtschaftskrisen sorgten zeitweise für einen Produktionsrückgang oder sogar ein Verbot. Das 20. Jahrhundert meinte es dann wieder besser mit den Kornbränden, die fortan einem Reinheitsgebot unterlagen. Und im 21. Jahrhundert erlebte gelagerter Korn einen Boom. Mehr zu diesem Trendsetter erfährst Du hier.

Fakt 4: Korn und Vodka sind nicht dasselbe.

Der Unterschied zwischen Korn und Wodka ist vor allem die Herkunft. Der Begriff Kornbrand oder Doppelkorn wird nämlich nur im Deutschsprachigen verwendet, wobei neben Hunderten von deutschen Brennereien auch einige österreichische Betriebe die Produktion übernehmen. Interessanterweise ist deutscher Korn seit circa 500 Jahren in den mittel- und norddeutschen Bundesländern und Gebieten weitaus üblicher, allen voran in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie Hessen. Vodka hingegen ist nicht auf ein Land oder eine Region begrenzt. Seine Wurzeln liegen in Russland und Polen, doch auch in Schweden, in Deutschland, in Frankreich und in anderen Ländern wird er produziert.

Und was ist noch ein Unterschied zwischen Vodka und Korn? In der Regel wird ein Vodka viel öfter destilliert als ein Kornbrand, und darüber hinaus noch filtriert. Dies verleiht ihm eine größere Reinheit und einen eher neutralen Charakter, wohingegen Korn eine deutlichere Getreidenote in Aroma und Geschmack zur Geltung bringt. Hinzu kommt, dass der eine oder andere Vodka auf Kartoffeln, Weintrauben oder Melasse statt auf Getreide basiert. Während beim Korn die Filterung unüblich ist, sieht man beim Vodka meist von einer Fasslagerung ab. Kurz und gut darfst Du dir die folgende Faustregel merken: Jeder Korn ist automatisch auch ein Vodka (denn der Sammelbegriff gilt für klare, gebrannte Spirituosen unabhängig von Produktionsstandort und Produktionsdetails), aber nicht jeder Wodka ist ein Korn.

Fakt 5: Korn kann man mixen.

Echte Fans trinken Korn pur, vor allem wenn es fassgelagerter Korn voller weichem, harmonischem Charme und nuanciertem Geschmack ist. Die Spirituose sollte gekühlt, aber nicht eiskalt genossen werden, gern im Tumbler oder sogar im Nosingglas. Aber man kann auch Longdrinks und Cocktails mit Korn mixen. Wie Korn mischen? Beim allseits bekannten Herrengedeck bekommt man ein Bier zum Kornbrand gereicht. Üblicher bei den andren Korn Cocktails ist hingegen eine fruchtige Geschmackskomponente. Hier gibt es zwei Rezepte zum Nachmachen!

Korn Sour

(als Alternative zum allseits bekannten Whisky Sour)

Zutaten:

6 cl Korn oder Doppelkorn

3 cl Zitronensaft

2 cl Orangensaft

2 cl Zuckersirup

Zubereitung:

Gib alle Zutaten mit Eis in einen Shaker und mixe gut. Der Drink wird in einen Tumbler abgeseiht und mit einem Zitronenschnitz oder einer Orangenzeste garniert.

Korn Martini

Zutaten:

5 cl Korn oder fassgelagerter Korn

2 cl trockener (weißer) Wermut

2 Oliven (schwarz)

Zubereitung:

Vermische den Vermouth und den Kornbrand in einem Rührglas. Gib Eiswürfel dazu und rühre, bis Du eine kalte Trinktemperatur erhalten hast. Serviert wird der Korn Martini nach dem Abseihen in einem Martiniglas mit zwei schwarzen Oliven.

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