Sloe Gin: Wenn Schlehenbeeren auf Wacholderbeeren treffen

Es gibt mehr als fünf Gin Arten, wenngleich sich nicht jeder dessen bewusst ist. Und das ist eigentlich nur die halbe Wahrheit, denn dank unglaublich vieler theoretisch verwendbarer Zutaten sind sogar innerhalb einer Kategorie Unterschiede bemerkbar. Zudem kann Gin prima in Ginlikör verwandelt werden. Ein Klassiker dieser Rubrik ist der Sloe Gin, der nicht immer explizit als Likör ausgewiesen wird. Neugierig? Hier gibt es drei Besonderheiten von Sloe Gin zu entdecken!

Die Kraft der Schlehenbeeren

Sloe hat nichts mit "slow" für "langsam" zu tun, obwohl die Aussprache dieselbe ist. Vielmehr ist dies der englische Ausdruck für die Schlehe. Der Fachbegriff für die Pflanze ist Schlehdorn oder Schlehendorn, wobei noch Synonyme wie Schwarzdorn, Heckendorn und Deutsche Akazie existieren. Damit bezeichnet man einen sommergrünen Strauch mit Dornen, der im europäischen Raum Akazien-ähnlich wächst und manchmal ein mehrstämmiger Baum ist. Die bläulichen, mit Zwetschgen verwandten Früchte haben wahrscheinlich zum Namen Schlehe geführt. Sie werden Schlehenbeeren genannt und sind das Erfolgsgeheimnis von Sloe Gin. Daher bezeichnen wir die Spirituose als Schlehenlikör oder als Schlehenfeuer, eher selten jedoch als Schlehengin.

In der alten Heilkunde und modernen Naturmedizin wird die Schlehe als Heilpflanze geschätzt, und zwar die Steinfrüchte ebenso wie die Blüten und die Rinde. Zudem kann man die ab September reifenden und meist nach dem ersten Winterfrost geernteten Schlehenbeeren zu Fruchtsaft und Obstwein verarbeiten. Schlehenbrand und Schlehengeist werden ebenfalls gebrannt, aber die bekannteste Verarbeitung der Früchte mit Kern ist und bleibt der beliebte Sloe Gin. Er ist besonders bei den Briten beliebt, wobei auch die Deutschen schon seit Langem Schlehenlikör herstellen. Willst Du Sloe Gin kaufen, wirst Du also nicht nur bei Brennereien aus England fündig - man nehme nur einmal den Monkey 47 Schwarzwald Sloe Gin aus Deutschland.

Wie wird Sloe Gin hergestellt?

Schlehenlikör kann selbst gemacht werden, und dabei bieten sich diverse Spirituosen wie z. B. Rum, Vodka oder Gin an. Der Sloe Gin hingegen macht schon mit dem Namen deutlich, welche Art von Alkohol die Grundlage darstellt. Die Verwendung von Gin Sorten wie Dry Gin oder London Dry Gin ist nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben, aber gängig. Es ist bei der Produktion üblich, dass die reifen Schlehenbeeren in der Flüssigkeit mazerieren. Wahlweise darf der Hersteller noch frischen Schlehensaft hinzugeben, um den bittersüßen Geschmack der Früchte noch besser zum Ausdruck zu bringen. Sloe Gin lässt sich zusätzlich verfeinern, doch nur natürliche Aromen sind erlaubt. Eine weitere Destillation entfällt. Außerdem muss der Alkoholgehalt von Schlehenlikör mindestens 20 % vol. betragen, wohingegen Liköre im Allgemeinen auch nur 15 % vol. Trinkstärke besitzen können. Die Zugabe von mindestens 100 g Zucker pro Liter kennzeichnet den Schlehenfeuer nicht nur als Ginlikör, sondern verhindert auch, dass die Bitterstoffe der Beeren (Blausäure) einen zu herben Geschmack erzeugen.

Sloe Gin

Der leckere Rote: Gin-Likör mit Schlehendornbeeren

Sloe Gin hebt sich nicht nur aufgrund seiner Süße und von weniger Volumenprozent Alkohol von Klassikern wie Dry Gin ab. Der inzwischen wieder beliebte Gin-Likör rückt die Schlehenbeeren in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, vergisst die Wacholderbeeren aber dabei nicht. Sie sind jedoch deutlich weniger ausgeprägt als beispielsweise beim klassischen London Dry Gin. Auch andere traditionelle Botanicals wie Koriander, Zitrusfruchtschalen, Kräuter und Gewürze spielen beim Sloe Gin Geschmack nur eine untergeordnete Rolle. Wie schmeckt Sloe Gin? Normalerweise zeigt sich der Schlehenlikör von der fruchtigen und süßen Seite. Er ist noch süßer als der gezuckerte Old Tom Gin. Es gibt teilweise recht würzige Abfüllungen wie z. B. den Gordon's Sloe Gin. Andere Versionen wie der Sipsmith Sloe Gin wirken erdig. Die Schlehenbeeren verleihen dem Sloe Gin nicht nur das fruchtbetonte Aroma, sondern auch die schöne, rote Farbe. Der Ginlikör kann auch ein weniger heller sein, also rosa statt rot. Dennoch solltest Du ihn nicht mit dem rosafarbenen Pink Gin vergleichen. Die Intensität des Farbtons ist damit verbunden, wie reif die Beeren waren und wie lang sie im Alkohol mazerieren durften.

Und wie trinkt man Sloe Gin? Er empfiehlt sich zum Mixen von Drinks. Zu den beliebten Longdrinks und Cocktails mit Sloe Gin gehören beispielsweise Sloe Gin Fizz, Sloe Gin Negroni, Alabama Slammer oder Mulled Gin als Alternative zu Glühwein. Überhaupt passt der Sloe Gin prima zur kalten Jahreszeit, wird aber das ganze Jahr über gern getrunken. Die Damen der Schöpfung mögen ihn, und auch Gin-Skeptiker geben dem Schlehenlikör eine Chance. Du kannst ihn wahlweise pur trinken.

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