Der faszinierende Bruder von Wein: Weinbrand und Brandy

Weintrauben sind Multitalente. Wir essen sie, wir verarbeiten sie zu Rosinen, wir trinken sie als Traubensaft und als Wein in allen nur erdenklichen Formen. Und dann gibt es da noch den Tresterbrand (Grappa) aus Pressrückständen der Weinherstellung, und den aufgespriteten Wein wie z. B. Sherry. Darüber hinaus wartet ein enger Verwandter von Wein darauf, entdeckt zu werden: Brandy.

Wie wird Brandy hergestellt?

Es handelt sich um ein Weindestillat. Die Basis für die Destillation sind Weintrauben. EU-weite Vorschriften regeln, welche Spirituosen sich Weinbrand nennen dürfen. So muss der Alkohol zu 100 % aus einem fertig vinifizierten Wein stammen. Dies mag Weißwein oder Rotwein oder ein Gemisch sein. Die Weindestillate müssen zudem vor dem Abfüllen eine gewisse Zeit lagern: mindestens sechs Monate in kleinen Holzfässern (mit weniger als 1.000 l Kapazität) oder mindestens zwölf Monate in größeren Holzfässern. In der Regel reift Weinbrand jedoch viel länger, oft Jahre bis Jahrzehnte. Ein Aromatisieren ist nicht erlaubt, aber manchmal wird zum Färben ein sehr geringer Prozentsatz an Zuckerkulör hinzugegeben.

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Weinbrand, Brandy, Cognac – was ist der Unterschied?

Lang galt Cognac als Sammelbegriff für Weinbrände, doch dann bürgerte sich die geschützte Herkunftsbezeichnung an. Heute muss ein Cognac aus der gleichnamigen Region in Frankreich stammen und unterliegt noch weitere Richtlinien (zugelassene Rebsorte, Brennverfahren, Mindestalter für die Klassifizierung als VS, VSOP, XO etc.). Mit dem Cognac leicht verwandt ist der Armagnac aus einer anderen Region und mit verschiedenartiger Destillation. Weinbrand ist das deutsche Wort, aber theoretisch ist auch ein deutscher Weinbrand ein Brandy. Das ist jetzt nämlich der Oberbegriff für alle Weinbrände. Manche bestehen jedoch darauf, dass der Begriff hauptsächlich für den Brandy aus Spanien verwendet wird. Daneben gibt es u. a. noch den Brandy aus Italien und anderen Ländern wie Griechenland und Portugal. Der Brandy aus Deutschland ist ebenfalls mit einigen Vorschriften verbunden. Übrigens ist Weinbrand kein Synonym für Branntwein, denn Letzteres bezieht sich auf alle gebrannten Spirituosen, auch solche aus anderen Rohstoffen als Weintrauben.

Wie schmeckt Brandy?

Der Rohstoff macht sich bemerkbar. Weinbrand duftet und schmeckt oft fruchtig, wobei man nicht unbedingt immer an Weintrauben denkt. Je länger das Weindestillat in Eichenfässern reifen durfte, desto mehr andere Töne gesellen sich dazu. So mag ein Brandy nussig oder würzig, holzig oder süß schmecken.

Wie trinkt man Brandy?

Wie Cognac wird auch deutscher Weinbrand oder spanischer Brandy in einem kurzen, bauchigen Glas mit breiter Basis getrunken, das sich nach oben hin leicht verjüngt. Der Cognac-Schwenker ermöglicht es der Spirituose einerseits, ihre Aromen zu entfalten, und kondensiert diese andererseits, bevor sie an die Nase und in den Mund gelangen. Weinbrandgläser sind einfach ein Muss für eine richtige Verkostung. Brandys mit Premium-Qualität solltest Du pur trinken, wobei sie nicht wie Wein „atmen“ müssen und auch kein Eis mögen. Jüngere Produkte können für Cocktails mit Brandy verwendet werden. Die ideale Trinktemperatur für Brandy ist Zimmertemperatur, wahlweise in einem vorgewärmten Weinbrandglas. Bei einem Tasting von rund 60 cl Brandy schnuppert man erst und genießt dann Schlückchen-weise.

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Der international geschätzte Klassiker: spanischer Brandy

Brandy aus Spanien besitzt eine unglaublich lange Tradition. Hergestellt wird er vor allem – aber nicht nur – in Andalusien in der Stadt Jerez de la Frontera, also dort, wo der Sherry zu Hause ist. Ein solcher Brandy de Jerez lagert nach dem Solera-Verfahren. Es finden junge, mittellang gereifte und alte Weindestillate zusammen, um am Schluss einen finessereichen Blend zu erhalten. Traditionsreicher Brandy aus Spanien darf teilweise lang ruhen, was an Klassifizierungen wie Reserva und Gran Reserva erkennbar ist. Bekannte Marken für Weinbrand aus Spanien sind u. a. Osborne, Cardenal Mendoza, Gran Duque d'Alba und Lepanto.

Die beliebte Alternative: deutscher Brandy

Brandy aus Deutschland wird auch schon seit Jahrhunderten produziert, und das meist mit viel Liebe zum Detail, im eher kleinen Stil und nach unveränderten Rezepten. Weinbrand aus Deutschland gehört für viele zum gemütlichen Abend dazu, gern als Zigarrenbrand oder nach dem Dinner. Möchtest Du edlen Brandy aus Deutschland kaufen, empfehlen sich beispielsweise legendäre Marken wie Chantre, Asbach, Mariacron und Jacobi.

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