Sherry

Neben dem Wein und dem Weinbrand in seinen vielen Formen gibt es den Likörwein, der ebenfalls viel Aufmerksamkeit verdient hat. Wir meinen hiermit vor allem den Sherry, der in gewisser Weise mit dem Portwein verglichen werden kann, aber dennoch eine Klasse für sich darstellt. Spanischer Sherry aus Jerez ist faszinierender, traditionsreicher Genuss. Im 18. und 19. Jahrhundert machten die Briten den Likörwein populär. Warum Sherry kaufen?
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Sherry, was heißt das?

Wo kommt Sherry her, und warum heißt Sherry Sherry? Der Name der Spirituose stammt von der spanischen Stadt Jerez de la Frontera, die sich in Andalusien befindet und der Hauptproduktionsstandort für den Likörwein ist. Damals nannten die Mauren die Ortschaft nämlich Sherish. Und wie wird Sherry hergestellt? Alles beginnt mit Weißweintrauben der Sorte Palomino, die in den umliegenden Weinbergen angebaut werden. Rund 10.500 Hektar Rebfläche in der begrenzten Weinbauregion stehen dem Weinbau für die Herstellung von Sherry zur Verfügung, wobei neben Palomino noch weitere Rebsorten wie Pedro Ximenez und Moscatel de Alejandria kultiviert werden. Aus den Palomino-Trauben wird von der Bodega ein trockener Weißwein gekeltert, und dieser stellt die Grundlage von Sherry aus Andalusien dar. Man lässt den Wein gären und vermischt ihn nach der abgeschlossenen Fermentation mit einem speziellen Branntwein. Daher wird Sherry als aufgespriteter Wein angesehen. Er bekommt durch die Zugabe einen höheren Alkoholgehalt. Anschließend steht die Reifelagerung an, die in rund 600 l fassenden Eichenfässern stattfindet, und das an der Luft.

Welche Arten von Sherry gibt es?

Genau genommen sind alle Sherrys trocken. Sie erhalten ihren süßen Beiklang und ihre finale Trinkstärke durch die reduktive oder oxidative Lagerung. Die genaue Vorgehensweise liefert verschiedene Sherry-Sorten. Was ist Fino Sherry? Der junge, hell goldene Fino Sherry wird mithilfe von Florhefe einem biologischen Ausbau in offenen Holzfässern unterzogen, bei dem der im Wein enthaltene Zucker fast komplett vergärt. Er ist rund drei bis zehn Jahre alt, trocken und eine feine Vorstufe zu den Sherry-Arten Amontillado und Palo Cortado. Man trinkt ihn gekühlt. Ein aussagekräftiger Amontillado Sherry erhält mehr Zeit, sich unter der Flor zu entwickeln. Diese Florschicht wird dann zum Absterben gebracht. Das Ergebnis ist ein bernsteinfarbener, trockener und nussiger Sherry. Einen Schritt weiter geht der Oloroso Sherry, der ohne Florhefe mithilfe einer Oxidation reift und nach dem Solera-Verfahren veredelt wird. Er wird nicht nur aromatisch genannt, sondern ist es auch. Komplex und kräftig, wird der dunklere und teilweise süßliche Oloroso Sherry bei einer Trinktemperatur von 12 bis 16 °C getrunken. Und was ist Palo Cortado Sherry? Dieser Likörwein ist eine mahagonifarbene Rarität fürs Premium-Segment. Nüsse dominieren beim Aroma und beim Geschmack dieses vergleichsweise hochprozentigen Sherrys, der aus Fino entsteht. Der rubinrote Cream Sherry ist süßer.

Manche Likörweine werden mit Most oder Wein von anderen Rebsorten angereichert. Das bekannteste Beispiel dafür ist Pedro Ximenez Sherry, der von der Zugabe von Weinen dieser süßen Rebsorte profitiert. Das Solera-System für die Reifephase von Sherry sieht es vor, dass die Inhalte mehrere Fässer und damit aus unterschiedlichen Jahrgängen mehrfach umgefüllt und miteinander verschnitten werden. Letztendlich ist also jeder Sherry ein Blend, und das ist einer der Unterschiede zwischen Sherry und Portwein. Wann Sherry trinken? Sowohl als Aperitif vor der Mahlzeit als auch als Likörwein zum Dessert macht diese Spirituose eine gute Figur. Man sollte dabei auf Sherrygläser achten. Sherry - was ist ähnlich? Als Sherry Ersatz empfiehlt sich der Portwein, der viele Parallelen - aber auch einige Unterschiede - zu dem Likörwein aufweist.

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