Die Herstellung von Gin - jede Zutat zählt

Eine der Spirituosen, die bei der Herstellung am meisten Spielraum für Kreativität bieten, ist der Gin. Für ihn ist nämlich nur eine einzige Zutat vorgeschrieben: der Wacholder, der im Deutschen der Spirituose ihren Namen Wacholderschnaps verleiht und auch die Bezeichnung im internationalen Rahmen inspiriert hat. Gibt es sonst noch Regeln? Wie wird aus Wacholderbeeren eine so beliebte und vielfältige Spirituose?

Der 1. Schritt: der Basisalkohol

Wie wird Gin hergestellt? Anders als z. B. Rum, Tequila oder Cognac basiert Gin nicht auf einem einzigen, zwangsläufig vorgeschriebenen Rohstoff wie Zuckerrohr, Agave oder Weintrauben. Vorgeschrieben ist ein Basisalkohol aus der landwirtschaftlichen Produktion. Dieser neutrale Agraralkohol wird oft aus Getreide gewonnen. Ebenfalls denkbar sind Kartoffeln, Weintrauben, Melasse oder andere Kohlenhydrat-haltige Ausgangsstoffe. Beim niederländischen Genever kommt Malzwein zum Einsatz.

Der 2. Schritt: die Aromatisierung

Destillierter Gin erhält seinen Charakter, indem man die alkoholische Grundlage mit diversen pflanzlichen Substanzen anreichert. Der Fachbegriff für diese natürlichen Zutaten ist Botanicals - klar, eng mit der Botanik verbunden! Was kommt bei der Herstellung von Gin alles zum Einsatz? Man geht davon aus, dass theoretisch mehr als 120 Pflanzen ihren Weg in die Gin-Herstellung finden können. Eben das ist der Hauptgrund dafür, dass Gin nicht gleich Gin ist und Du dich auf eine riesige Auswahl freuen kannst. Kräuter und Gewürze aller Art werden durch Blüten, Nüsse, Wurzeln, Früchte, Hölzer und diverse andere Gin-Botanicals ergänzt. Ein Muss sind nur die Wacholderbeeren. Von Rezept zu Rezept unterscheiden sich die Zutaten, sowohl in ihrer Art als auch in ihren Anteilen und in ihrer Verarbeitung.

Der 3. Schritt: die Destillation

Es sind zwei Vorgehensweise denkbar, um bei der Produktion von Gin den Basisalkohol zu aromatisieren. Manche Destillerien lassen die Botanicals in der alkoholischen Flüssigkeit ruhen. Darin eingelegt, geben sie ihre Aromen ab und werden nach diesem Mazerieren bzw. nach der Mazeration mit diesem Rohalkohol destilliert. Andere Brennereien ziehen es vor, die Zutaten in einen Aromenkorb zu legen und darunter den Alkohol zu erhitzen. Die aufsteigenden Dämpfe lösen die aromatischen Substanzen heraus. Je nach Hersteller und Spirituose können bei der Gin-Produktion auch beide Methoden kombiniert werden. Manchmal werden die Botanicals in Gruppen unterteilt und separat verarbeitet.

Der 4. Schritt: das fertige Produkt

Nach der Destillation von Gin geht es im Regelfall nicht an eine Lagerung in Holzfässern. Stattdessen setzt man den Wacholderschnaps mit Wasser auf die gewünschte Trinkstärke herab und füllt ihn in die Flaschen. Der obligatorische Mindestalkoholgehalt liegt bei 37,5 % vol.

Die Ausnahmen der Regel im Kurzporträt

Alle Gin Sorten teilen sich diese grobe Vorgehensweise, doch diverse Gin Arten besitzen eigene Regeln oder Eigenheiten. Wer seiner Kreativität freien Lauf lassen möchte, ist beim Dry Gin an der richtigen Stelle. Er bietet viel Freiheit, wobei er außerdem einen weitverbreiteten Klassiker darstellt. Noch mehr regt der treffend benannte New Western Dry Gin Hersteller dazu an, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Hier können z. B. exotische Zutaten oder Botanicals aus der Region zum Einsatz kommen. Dieser Gin-Stil legt das Hauptaugenmerk nicht auf traditionelle Wacholdernoten, sondern besitzt ein Botanicals-lastiges Profil. Manchmal überrascht Western Dry Gin aus Deutschland oder einem anderen Land mit einer leichten Süße oder mit einer schönen Farbe, obwohl Dry Gin im Allgemeinen klar bzw. farblos ist.

Intensiver auf einen bestimmten Geschmack fokussiert ist Flavoured Gin, bei dem z. B. Zitrone, Orange oder eine andere Frucht/Kombination aus Früchten dominiert. Und immer bunt gibt sich der Pink Gin in Rosa, ebenfalls meist fruchtig (und/oder floral). Ebenfalls auf einen bestimmten Geschmack aus ist der Sloe Gin, der genau genommen zu den Likören zählt und dessen Merkmal eine rote Farbe sowie deutlichere Süße sind. Hier schließt sich nämlich den regulären Schritten der Gin Herstellung das Verfeinern mit Schlehenbeeren an.

Im Gegensatz dazu meint der London Dry Gin es ernst mit den Vorschriften. Ihm dürfen nach der gemeinsamen Destillation aller Zutaten auf einmal zur Aromatisierung keinerlei Zusatzstoffe beigemischt werden. Er rückt die Wacholderbeeren in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und ist ebenfalls ein Garant für traditionsreichen, klassischen Genuss. Dabei muss London Gin nicht in London hergestellt werden, da es sich um einen Titel und nicht um eine geschützte Herkunftsbezeichnung handelt. Angenehm trocken, geradlinig und aromatisch, macht er eine wunderbare Figur in Cocktails und Longdrinks aller Art wie u. a. Gin & Tonic.

Soll es eine süßliche Alternative sein, bietet sich Old Tom Gin an, bei dem die Zugabe von ein wenig Zucker erlaubt ist. Bei der Herstellung von Gin kann noch ein 5. Schritt anstehen, wenn es sich um Reserve Gin handelt. Auch als Barrel Aged oder Cask Aged Gin bezeichnet, ruht er einige Monate in einem Holzfass. Das verleiht ihm einen hellen Farbton sowie ein finessereiches Profil.

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